Union auf Kurs Europa: Eiserne Partycrasher lassen Eintracht Frankfurt keine Chance

Berlin - Köpenicker Stimmungskiller! Der 1. FC Union Berlin war gegen die Euro-Helden von Eintracht Frankfurt der Partycrasher. Die Eisernen schlugen die Hessen am Ostersonntag hochverdient mit 2:0 (2:0) und können weiter von Europa träumen.

Eintracht Frankfurt war vor allem in der ersten Halbzeit chancenlos. Frankfurts Jesper Lindström (r.) hat hier gegen Timo Baumgartl (l.) keine Chance.
Eintracht Frankfurt war vor allem in der ersten Halbzeit chancenlos. Frankfurts Jesper Lindström (r.) hat hier gegen Timo Baumgartl (l.) keine Chance.  © Andreas Gora/dpa

Taiwo Awoniyi brachte die Heimelf in der mit 22.012 Zuschauern ausverkauften Alten Försterei in Führung (17. Minute), die Grischa Prömel kurz darauf mit dem 2:0 ausbaute (21.).

Im Vergleich zum dreifachen Derby-Triumph bei Hertha BSC (4:1) nahm FCU-Trainer Urs Fischer nur zwei Veränderungen vor. Anstelle von Kapitän Christopher Trimmel und Dominique Heintz (beide Bank) spielten Julian Ryerson und Paul Jaeckel.

Auf der anderen Seite schmiss Frankfurt-Coach Oliver Glasner die Rotationsmaschine an. Er krempelte die Startelf nach der furiosen Europapokalnacht beim FC Barcelona (3:2) auf sechs Positionen um.

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Wegen einer Bänderdehnung im Handgelenk fiel Kevin Trapp aus. Stattdessen hütete Jens Grahl den Kasten. Zudem erhielten unter anderem die Euro-Helden Sebastian Rode, Ansgar Knauff und Rafael Borré (alle Bank) eine Verschnaufpause. Sie wurden durch Tuta, Timothy Chandler, Goncalo Paciencia, Jens Petter Hauge und Ajdin Hrustic ersetzt.

Union nahm den Schwung aus dem Derby mit und übernahm von Anpfiff weg die Initiative. Während man Sheraldo Beckers etwas überhasteten Abschluss getrost als Warnschuss verbuchen konnte (8.), wurde es nur drei Zeigerumdrehungen später erstmals brenzlig. Ein Versuch von Genki Haraguchi mit dem Hinterkopf klatschte nur an den Pfosten (11.). Grahl konnte dem Leder nur noch hinterhergucken.

Die Aufstellung des 1. FC Union Berlin

Die Anfangself von Eintracht Frankfurt

Taiwo Awoniyi besorgt für den 1. FC Union Berlin die Führung, Grischa Prömel legt wunderschön nach

Wie schon im Derby war Grischa Prömel (r.) zur Stelle und erzielte das 2:0.
Wie schon im Derby war Grischa Prömel (r.) zur Stelle und erzielte das 2:0.  © Andreas Gora/dpa

Die Köpenicker blieben aber dran und belohnten sich für die aktive Anfangsphase. Awoniyi setzte sich robust und mit viel Armeinsatz gegen Martin Hinteregger durch. Im Strafraum ließ er Grahl per Aufsetzer keine Chance - 1:0 (17.). Die verdiente Führung.

Auch die Frankfurter Proteste halfen nichts. Der Treffer hielt der Überprüfung des VAR stand. Kein Foul!

Von der Eintracht, die in Barcelona noch so begeistert hatte, war kaum etwas zu sehen. Die Hausherren ließen den Adlerträgern kaum Luft zum Atmen.

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Eigentlich hatten die Gäste die Kugel schon unter Kontrolle, doch Haraguchi setzte am Strafraumrand nach. Prömel fackelte nicht lange, zog aus etwa 16 Metern ab und schlenzte die Pille genau in den Knick. Schöner hätte das 2:0 kaum sein können (21.).

Wer gedacht hatte, die Köpenicker würden es nun etwas ruhiger angehen, wurde getäuscht. Sie drückten weiter aufs Gaspedal. Mit etwas mehr Konsequenz hätten sie hier längst noch höher führen müssen. Erst verzog Prömel aus bester Position (23.), dann scheiterte Rani Khedira gleich zweifach. Zunächst per Seitfallzieher an Grahl (27.), später verfehlte er das leere Tor.

1. FC Union Berlin wahrt die Chance auf den Europapokal

Unions Julian Ryerson (r.) gönnte den Frankfurtern um Filip Kostic keine Verschnaufpause.
Unions Julian Ryerson (r.) gönnte den Frankfurtern um Filip Kostic keine Verschnaufpause.  © Andreas Gora/dpa

Erst nach 40 Minuten meldeten sich dann auch die Adlerträger im Spiel an. Endlich konnten sie in Form von Hauge ihren Tempo-Vorteil ausspielen. Im Strafraum schaffte es der Norweger aber nicht, den Ex-Frankfurter Rönnow im Kasten der Eisernen zu überwinden.

Die Hessen hatten sich für den zweiten Durchgang viel vorgenommen, fanden aber weiter kaum statt. Die Angriffsbemühungen wurden durch das konsequente Anlaufen schon früh im Keim erstickt.

Die Eisernen ließen es nun zwar etwas ruhiger angehen, die Chancen waren aber weiter auf ihrer Seite. Awoniyi behauptete die Kugel zunächst stark und leitete dann selbst den Angriff ein. Nach dem Solo fehlte dem Sturmtank aber wohl etwas die Kraft, sodass sein Schuss über den Kasten rauschte (63.).

Die Gäste wollten zwar, fanden aber weiterhin gegen die heim- und defensivstarken Hausherren keine Mittel. Union hingegen reichte die starke erste Hälfte und verwaltete das Ergebnis. Durch das zu keinem Zeitpunkt gefährdete und hochverdiente 2:0 haben die Köpenicker weiterhin alle Chancen, auch in der neuen Saison international zu spielen.

Für den 1. FC Union steht bereits am Mittwoch das nächste Highlight auf dem Programmzettel. Sie kämpfen bei RB Leipzig (20.45 Uhr/ARD) um den Einzug ins DFB-Pokalfinale. Die Frankfurter Eintracht empfängt am Samstag die TSG 1899 Hoffenheim (15.30 Uhr/Sky).

Titelfoto: Andreas Gora/dpa

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