Kaum zu glauben, aber wahr: Union Berlin ist der Champions League nah'

Berlin - Wer geglaubt hat, die Qualifikation für die UEFA Europa Conference League sei schon eine Sensation gewesen, der sieht sich getäuscht, denn der 1. FC Union Berlin rangiert nach dem 20. Bundesliga-Spieltag tatsächlich auf einem Champions-League-Platz!

Fertig machen zum Abheben: Grischa Prömel (27, M.) und Rani Khedira (27, r.) feiern gemeinsam mit Torschütze Max Kruse (33) Unions Treffer zum 1:0 gegen Gladbach.
Fertig machen zum Abheben: Grischa Prömel (27, M.) und Rani Khedira (27, r.) feiern gemeinsam mit Torschütze Max Kruse (33) Unions Treffer zum 1:0 gegen Gladbach.  © Bernd Thissen/dpa

Und das wird auch mindestens in den kommenden zwei Wochen so bleiben, denn jetzt steht ja erst einmal die nächste Länderspielpause an.

Doch auch danach stehen die Chancen auf eine erneute Qualifikation für das internationale Geschäft nicht schlecht, denn der Vorsprung auf Platz sieben beträgt aktuell fünf Punkte, kann jedoch am Sonntag bei einem Sieg von RB Leipzig noch auf drei Zähler schrumpfen.

Dennoch sollte man natürlich die Kirche im Dorf lassen, so sieht das natürlich auch Unions besonnener Coach Urs Fischer (55). Doch Träumen wird ja wohl noch erlaubt sein, insbesondere wenn man auch solche Spiele wie gegen Borussia Mönchengladbach am Ende mit einem "dreckigen" Sieg für sich entscheiden kann.

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Denn nichts anderes war der knappe 2:1-Auswärtserfolg am Samstag bei den kriselnden Fohlen. Max Kruse (33) hatte sie Eisernen in der 18. Minute vom Punkt in Führung gebracht, nachdem Schiedsrichter Felix Brych (46) nach Videostudium auf Handelfmeter entschied.

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Matchwinner Max Kruse schießt Union Berlin auf einen Champions-League-Platz

Matchwinner Max Kruse (M.) wird von seinen Mannschaftskameraden Grischa Prömel (r.) und Niko Gießelmann (30) gefeiert.
Matchwinner Max Kruse (M.) wird von seinen Mannschaftskameraden Grischa Prömel (r.) und Niko Gießelmann (30) gefeiert.  © Bernd Thissen/dpa

Kurz vor der Pause mussten die Berliner aber noch den Ausgleich nach herrlichem Schlenzer von Kouadio Kone (20) hinnehmen. Und auch nach Wiederanpfiff sah es lange nicht nach drei Punkten für die Gäste aus.

Bis in der 84. Minute erneut Kruse auf den Plan trat und mit dem ersten Torschuss der Eisernen in Hälfte zwei den Siegtreffer erzielte und seinen Ex-Klub tief in die Krise schoss.

Nach Abpfiff sprach der Matchwinner von einem glücklichen Sieg: "Wir waren sicher nicht die bessere Mannschaft, Gladbach war griffiger heute", analysierte er den wichtigen Erfolg im Nachhinein.

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Sicherlich kann man von einem glücklichen Sieg sprechen, man könnte aber auch die brutale Effizienz hervorheben, die die Köpenicker schon über eine Phase der vergangenen Saison auszeichnete. "Wir befinden uns einfach in einem guten Lauf", konstatierte Grischa Prömel (27).

Dabei muss die Fischer-Truppe derzeit auf ihren besten Torjäger verzichten, denn Taiwo Awoniyi (24) knipst derzeit bekanntlich beim Afrika-Cup, wo er am Sonntagabend mit Nigeria im Achtelfinale auf Tunesien trifft.

Die Aussicht auf die Champions League könnte ihn dabei beflügeln und seine Mannschaftskameraden werden ihm beim Unterfangen, den Titel zu holen, sicherlich die Daumen drücken, auch wenn sie dadurch noch ein bisschen länger auf ihren Torgaranten verzichten müssen.

Titelfoto: Bernd Thissen/dpa

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