Hygienekonzept beim 1. FC Union Berlin: Grünes Licht für Fan-Rückkehr ins Stadion?

Berlin - Der Hygiene-Experte Georg-Christian Zinn hat auf die jüngsten Vorschläge des Fußball-Bundesligisten 1. FC Union Berlin reagiert und schließt Zuschauer bei den Spielen nicht aus.

Fans von Union bejubeln ihre Mannschaft.
Fans von Union bejubeln ihre Mannschaft.  © Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa

"Wenn es die epidemiologische Lage hergibt und die Politik grünes Licht gibt, halte ich Zuschauerzahlen im vierstelligen Bereich, bzw. je nach Stadiongröße darüber hinaus, für machbar", sagte der für den Hygienebereich zuständige Direktor des diagnostischen Labors Bioscientia in Ingelheim dem "Kicker" (Donnerstag).

Sein Labor führt bei mehr als der Hälfte der Bundesligisten Corona-Abstriche durch und berät Clubs. 

"Das Konzept von Union ist aus meiner Sicht interessant, aber nicht der richtige Weg", sagte Zinn. Im ersten, von Union-Präsident Dirk Zingler mit 3000 Zuschauern im Stadion angedachten Schritt, könne das Vorgehen mit Blick auf die Anzahl der Abstriche zwar noch funktionieren, erläuterte Zinn.

Er schränkte aber ein: "Als Hygieniker sage ich: 3000 Leute bringt man auch sehr sicher mit normalen Maßnahmen in einem 22.000-Mann-Stadion unter. 

Für diese eher kleine Menge müsste kein Präventivtest sein, zumal wir mengenmäßig bei den Tests langsam am oberen Ende ankommen, weil wir für Krankenhäuser immer eine Reserve brauchen."

Union-Chef Zingler hält das neue Hygienekonzept für wirkungsvoller als andere Anti-Corona-Maßnahmen. "Das sicherste Konzept sind die Tests. Wir sind überzeugt, dass der Wirkungsgrad unserer Hygienemaßnahmen höher ist als der Wirkungsgrad von Abstand und Maske", hatte er gesagt. 

Union will die Ticket-Vergabe mit einem präventiven Corona-Test aller Zuschauer am Tag vor dem Spiel verknüpfen.

Titelfoto: Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa

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