Unions Hammerwochen: Gegen Bayern und Hertha ohne Zuschauer?

Berlin - Nur ein Punkt nach einer 2:0-Führung, Pokal-Aus in Leverkusen und ein schwacher Auftritt in Freiburg. Die englische Woche verlief für den 1. FC Union Berlin durchaus enttäuschend. Das ändert aber nichts an der Vorfreude auf die nächsten Wochen.

Gegen Bayern München könnte Urs Fischers Team vor leeren Rängen spielen müssen.
Gegen Bayern München könnte Urs Fischers Team vor leeren Rängen spielen müssen.  © Andreas Gora/dpa

Am Samstag kommt der FC Bayern München nach Köpenick. Eine Woche später steigt das Stadtderby gegen Hertha BSC. 

"Fußball ist ein wunderschöner Sport, weil er schöne Geschichten schreibt. Wir haben die Chance, eine schöne Geschichte zu schreiben", sagte Abwehrspieler Neven Subotic nach der 1:3-Pleite in Freiburg.

Womöglich müssen die Eisernen auf einen entscheidenden Faktor verzichten: ihre Fans! Schon zweimal konnte der Aufsteiger in der Alten Försterei den Tabellenführer (Borussia Dortmund und Borussia Mönchengladbach) schlagen. Doch ausgerechnet vor dem Bayern-Kracher drohen der Bundesliga Geisterspiele.

Jens Spahn hatte am Wochenende die Empfehlung ausgesprochen, Großveranstaltungen mit über 1000 Besuchern abzusagen. 

"Wir würden am liebsten schon nächsten Spieltag mit Zuschauern spielen. Das ist aber leider nicht realistisch", sagte der Geschäftsführer der Deutschen Fußball Liga, Christian Seifert, am Montag bei "Bild live".  

Bundesliga drohen Geisterspiele

Wird das Derby im Berliner Olympiastadion zum Geisterspiel?
Wird das Derby im Berliner Olympiastadion zum Geisterspiel?  © Tom Weller/dpa

Gespielt werden soll aber auf jeden Fall. "Mit wie vielen Zuschauern und ob ohne, das ist eine Entscheidung, die die Behörden treffen müssen", betonte Seifert. Doch hier liegt das Problem: Eine einheitliche Lösung gibt es nicht. Ob Bundesligaspiele unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden oder nicht, ist Sache der Bundesländer.

Während NRW und Bayern der Empfehlung des Gesundheitsministers folgen wollen, halten sich die Berliner Behörden bislang zurück. Sie pochen auf eine bundesweite Lösung.

Sollte das Bayern-Match zum Geisterspiel werden, ist der Heimvorteil verpufft (TAG24 berichtete).

Ohne die Unterstützung der Zuschauer wird die Aufgabe gegen das Münchner Starensemble nicht gerade leichter. Zum Vergleich: Der gesamte Marktwert der Bayern liegt bei über 930 Millionen Euro, bei Union hingegen bei circa 43 Millionen Euro (Stand Februar 2020). Nur Paderborn ist mit 31 Millionen noch schlechter.

Nur eine Woche darauf kann sich Union nach dem 1:0 im Hinspiel gegen Hertha BSC endgültig zum Stadtmeister krönen lassen. Seit Wochen ist das Derby ausverkauft und könnte womöglich ebenfalls ohne Zuschauer stattfinden, auch wenn sich bislang beide Vereine bedeckt halten.

"An einer Diskussion über Eventualitäten werden wir uns nicht beteiligen", sagte Unions Pressesprecher Christian Arbeit am Montag.

Update, 13.55 Uhr

Während das Revierderby zwischen Borussia Dortmund und dem FC Schalke 04 zum Geisterspiel geworden ist, geht Union-Präsident Dirk Zingler davon aus, dass das Spiel gegen Bayern nicht vor leeren Rängen ausgetragen werden muss. 

"Wenn wir alle sachlichen Gründe untersuchen - und wir haben eine Risikoanalyse gemacht nach Vorgaben des Robert-Koch-Instituts - gehe ich davon aus, dass kein Grund besteht, das Spiel ohne Zuschauer stattfinden zu lassen", sagte Zingler am Rande des Trainings. Er erwarte noch im Laufe des Tages eine Entscheidung. 

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