Union Berlin erkämpft bei Kruse-Comeback glückliches Unentschieden gegen Hoffenheim

Berlin - Hart umkämpftes Remis: Der 1. FC Union Berlin blieb am 23. Bundesliga-Spieltag durch das 1:1 (1:1)-Unentschieden gegen die TSG 1899 Hoffenheim in der heimischen Arena erneut ungeschlagen. Seit der Auftaktschlappe gegen den FC Augsburg haben die Eisernen zu Hause kein Spiel mehr verloren.

Max Kruse (Mitte) bejubelt nach seinem eiskalt verwandelten Strafstoß den 1:0-Führungstreffer für den 1. FC Union Berlin mit seinen Mannschaftskameraden Christopher Trimmel (l.) und Grischa Prömel.
Max Kruse (Mitte) bejubelt nach seinem eiskalt verwandelten Strafstoß den 1:0-Führungstreffer für den 1. FC Union Berlin mit seinen Mannschaftskameraden Christopher Trimmel (l.) und Grischa Prömel.  © Tobias Schwarz/AFP-Pool/dpa

Max Kruse traf im leeren Stadion An der Alten Försterei per Strafstoß zum 1:0 für die Köpenicker (9. Minute), Nico Schlotterbeck glich durch ein Eigentor zum 1:1 für Hoffenheim aus (29.).

Bei den Berlinern kehrte Kruse nach langer Verletzungspause in die Startelf zurück. Er ersetzte Marius Bülter, der auf der Bank Platz nehmen musste.

Weitere Veränderungen nahm Union-Coach Urs Fischer nach dem 1:0-Sieg beim SC Freiburg nicht vor. Auch Loris Karius erhielt eine weitere Bewährungschance zwischen den Pfosten.

Gäste-Coach Sebastian Hoeneß tauschte nach der bitteren 0:2-Heimpleite gegen Molde FK, die gleichbedeutend mit dem Aus in der Europa League war, ebenfalls nur auf einer Position. Top-Torjäger Andrej Kramaric rückte für Munas Dabbur (Bank) in die Anfangself der Kraichgauer.

Die Anfangsphase verlief sehr zurückhaltend. Beide Mannschaften neutralisierten sich zunächst gegenseitig und tasteten sich ab - keiner wollte den ersten Fehler begehen.

Die Anfangself des 1. FC Union Berlin gegen die TSG 1899 Hoffenheim

Die Startformation der TSG 1899 Hoffenheim beim 1. FC Union Berlin

Max Kruse bringt den 1. FC Union Berlin vom Punkt in Führung, Nico Schlotterbeck erzielt Eigentor

Nach einem Klärungsversuch von Loris Karius (sitzend) springt der Ball von Nico Schlotterbecks (l.) rechtem Arm ins Tor der Eisernen.
Nach einem Klärungsversuch von Loris Karius (sitzend) springt der Ball von Nico Schlotterbecks (l.) rechtem Arm ins Tor der Eisernen.  © Andreas Gora/dpa-Pool/dpa

Die Hoffenheimer leisteten sich dann aber doch einen folgenschweren Patzer: Florian Grillitsch holte vollkommen unnötig Union-Kapitän Christopher Trimmel im Strafraum von den Beinen. Kruse schritt zur Tat und verwandelte den fälligen Elfmeter unhaltbar mit links ins rechte Dreiangel - 1:0 (9.)! Es war sein siebentes Saisontor.

1899 musste sich aber nur kurz schütteln. In der 13. Minute rettete Marvin Friedrich gegen Ihlas Bebou auf der Linie, der den heraus eilenden Karius überlupfte. Nach der anschließenden Ecke kam dann Grillitsch aus dem Rückraum zum Schuss und zwang Karius zu einer starken Parade (13.).

Die Sinsheimer waren nun in der Partie angekommen und drückten auf den Ausgleich.

Nach einem Ballverlust im Mittelfeld seitens der Unioner wurde Kramaric auf dem linken Flügel steil geschickt und flankte gefühlvoll in den Fünfer. Karius versuchte vor dem ein­schuss­be­reiten Bebou zu klären, doch die Kugel sprang schließlich von Schlotterbecks rechtem Arm in den Kasten - Eigentor zum 1:1 (29.)!

Die Kraichgauer waren nach dem Ausgleich die klar spielbestimmende Mannschaft und wollten noch vor der Pause in Führung gehen. Die Fischer-Truppe konnte nach dem frühen Führungstreffer keine Akzente mehr in der Offensive setzen und rettete das Unentschieden in die Halbzeit.

1. FC Union Berlin rettet Remis gegen die TSG 1899 Hoffenheim über die Zeit

Unions Joel Pohjanpalo (l.) und Hoffenheims Chris Richards im Luftzweikampf um den Ball.
Unions Joel Pohjanpalo (l.) und Hoffenheims Chris Richards im Luftzweikampf um den Ball.  © Tobias Schwarz/AFP-Pool/dpa

In der Kabine waren wohl deutliche Worte gefallen, denn die Berliner kehrten sichtlich motiviert auf den Platz zurück. Sofort nach Wiederanpfiff setzten sie die Gäste unter Druck und agierten dabei vornehmlich über die Flügel.

Mehr als ein paar Halbchancen sprangen zunächst jedoch nicht dabei heraus. Die Kraichgauer wirkten nach den Europa-League-Strapazen vom Donnerstag hingegen zunehmend müde und waren vor allem auf Fehlervermeidung aus.

Mit zunehmender Dauer plätscherte das Spiel vor sich hin. Um den entscheiden Fehler zu vermeiden, gingen beide Teams nicht mehr viel Risiko ein.

Doch dann tauchte plötzlich Bebou nach tödlichem Pass von Kramaric frei stehend im Strafraum vor Karius auf, setzte das Leder aus halblinker Position aber knapp am rechten Pfosten vorbei - das war Glück für den FCU (75.)!

Diese Großchance war der Startschuss für die Schlussoffensive der Hoffenheimer. Nach einem abgefälschten Schuss von Christoph Baumgartner senkte sich der Ball hinter Karius, doch Schlotterbeck konnte das Leder auf der Linie wegköpfen. Kurz darauf fiel doch noch das vermeintliche 2:1 für die Gäste. Nach einem Pass von Baumgartner traf Pavel Kaderabek, doch der VAR annullierte den Treffer wegen einer hauchdünnen Abseitsstellung - erneut großes Glück für die Hausherren (82.)! Letztendlich retteten die Eisernen das Unentschieden glücklich über die Ziellinie.

Für den 1. FC Union geht es am kommenden Sonntag (18 Uhr/Sky) auf der Alm beim Aufsteiger Arminia Bielefeld weiter. 1899 empfängt bereits am Vortag (15.30 Uhr/Sky) Champions-League-Aspirant VfL Wolfsburg in der heimischen PreZero Arena.

Titelfoto: Tobias Schwarz/AFP-Pool/dpa

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