Pokal-Überraschung! Union Berlin fliegt bei Karius-Debüt gegen Paderborn raus

Berlin - Pokal-Sensation an der Alten Försterei: Der 1. FC Union Berlin verlor nach hartem Kampf überraschend mit 2:3 (1:3) gegen den SC Paderborn 07. Der Zweitligist versetzt dem Tabellensechsten der Bundesliga kurz vor Weihnachten einen herben Dämpfer.

Die Paderborner Spieler jubeln über ihren frühen Führungstreffer.
Die Paderborner Spieler jubeln über ihren frühen Führungstreffer.  © Andreas Gora/dpa

Vor leeren Rängen brachte Sven Michel die Gäste im Stadion an der Alten Försterei mit 1:0 in Führung (3. Minute) und legte später das vorentscheidende 3:1 nach (36.). Grischa Prömel erzielte das 1:1 (6.) für Union, Paderborns Dennis Srbeny traf zur 2:1-Führung (31.). Uwe Hünemeier versenkte den Ball zum 2:3 ins eigene Tor und brachte die Köpenicker zurück (57.).

Union-Coach Urs Fischer wechselte sein Team nach dem überraschenden 2:1-Sieg gegen Borussia Dortmund auf drei Positionen aus.

Liverpool-Leihgabe Loris Karius erhielt die Chance, sich im Tor der Eisernen zu beweisen und verdrängte Andreas Luthe auf die Bank. Dort nahmen auch Marius Bülter und Sebastian Griesbeck Platz. Für sie rückten Keita Endo und Robert Andrich in die Mannschaft.

Paderborns Trainer Steffen Baumgart schickte seine Truppe nach dem 1:0-Auswärtssieg beim VfL Osnabrück unverändert auf das Spielfeld.

Die Partie begann mit einem Paukenschlag. In der 3. Spielminute gingen die Gäste überraschend in Führung. Nach einem Ballverlust im Aufbauspiel der Köpenicker kombinierte sich der Außenseiter über die rechte Seite in den Strafraum der Berliner, wo Michel am zweiten Pfosten den Ball ungestört zum 0:1 einschieben konnte.

Die Anfangself des 1. FC Union Berlin gegen den SC Paderborn 07

Die Startformation des SC Paderborn 07 beim 1. FC Union Berlin

In einer turbulenten ersten Halbzeit schenkt der SC Paderborn dem 1. FC Union Berlin drei Tore ein

Unions Grischa Prömel bejubelt seinen Treffer zum zwischenzeitlichen 1:1.
Unions Grischa Prömel bejubelt seinen Treffer zum zwischenzeitlichen 1:1.  © Andreas Gora/dpa

Union ließ sich jedoch nicht lange bitten und gab unmittelbar die Antwort. Sheraldo Becker machte über den rechten Flügel Druck und spielte Taiwo Awoniyi am Fünfmeterraum an. Über Umwege landete der Ball vor den Füßen von Prömel, der sofort aus fünf Metern abzog und das 1:1 markierte (6.)!

In der Folge beruhigte sich das Spielgeschehen ein wenig. Nach und nach setzte die Fischer-Truppe den Zweitligisten zunehmend unter Druck und kam immer wieder zu Abschlüssen, die jedoch zu unplatziert waren.

Dann ging die Gastmannschaft erneut in Führung. Nach einer Ecke von der rechten Seite entschärfte Karius zunächst glänzend eine Direktabnahme von Svante Ingelsson - gegen den Nachschuss von Srbeny war er dann jedoch machtlos - 1:2 (31.)!

Für die Köpenicker sollte es jedoch noch dicker kommen: Nach eigener Ecke liefen die Gastgeber in einen Konter, der nach einem perfekt getimten Steilpass gekonnt von Michel per Beinschuss gegen Karius zum 3:1 für die Gäste vollendet wurde (36.)! Hier sah der Debütant alles andere als gut aus.

In Anschluss mussten sich die Roten kräftig schütteln und bauten erst kurz vor der Pause wieder Druck auf, der jedoch nicht mehr zum Erfolg führte. Somit gingen die Mannschaften beim Spielstand von 1:3 in die Pause.

Union Berlin entfacht Powerplay in der zweiten Hälfte und scheitert an stark kämpfenden Gästen

Paderborns Dennis Srbeny (3.v.l.) trifft zur 2:1 Führung, die die Gäste in der Folge nicht mehr abgaben.
Paderborns Dennis Srbeny (3.v.l.) trifft zur 2:1 Führung, die die Gäste in der Folge nicht mehr abgaben.  © Andreas Gora/dpa

Beide Mannschaften kamen zunächst unverändert aus der Kabine. Kurz nach Wiederanpfiff hätte schon die Entscheidung fallen können, denn Ingelsson zwang Karius mit einem satten Linksschuss aus 17 Metern zu einer Glanzparade (47.).

In der 57. Minute erhielten die Berliner dann Schützenhilfe vom Gegner. Christopher Lenz brachte den Ball von der linken Seite scharf und flach vor das Tor der Paderborner, wo Abwehrspieler Hünemeier mit seinem Klärungsversuch per Eigentor den Anschlusstreffer zum 2:3 erzielte (57.)!

Die Unioner drückten die zunehmend müder werdende Baumgart-Truppe nun immer stärker in die eigene Hälfte. Prömel traf in der 71. Minute jedoch nur den Querbalken und zwang kurz darauf Gäste-Keeper Zingerle zu einer Parade.

Die Köpenicker entfachten in der letzten Viertelstunde ein echtes Powerplay und kamen immer wieder zu gefährlichen Torchancen. Allerdings stemmte sich der SC Paderborn aufopferungsvoll dagegen und rettete nach einem Pfostenschuss von Awoniyi (90.+4) den knappen Vorsprung über die Ziellinie.

Für beide Mannschaften geht es jetzt in eine wohlverdiente aber kurze Weihnachtspause. Der 1. FC Union muss danach am 2. Januar 2021 (15.30 Uhr/Sky) im Auswärtsspiel bei Werder Bremen antreten. Die Gegner aus Paderborn sind erst am 4. Januar (20.30 Uhr/Sky) in der 2. Bundesliga beim Aufstiegskandidaten Fortuna Düsseldorf wieder gefragt.

Titelfoto: Andreas Gora/dpa

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