Derby gegen Hertha: Unions Grauen vor der Geisterkulisse

Berlin - Manager Oliver Ruhnert (49) vom 1. FC Union sieht dem brisanten Berliner Stadtduell am kommenden Freitag (20.30 Uhr/DAZN) nicht nur mit Freude entgegen.

Blick in das leere Olympiastadion beim letzten Aufeinandertreffen zwischen Hertha und Union.
Blick in das leere Olympiastadion beim letzten Aufeinandertreffen zwischen Hertha und Union.  © Stuart Franklin/Getty Images Europe/Pool/dpa

"Ganz ehrlich: Mir graut ein bisschen vor dem Derby und dieser Kulisse", sagte der 49-Jährige in einem "Kicker"-Interview (Montag). Auch diese Partie zum Auftakt des 10. Spieltages der Fußball-Bundesliga findet wegen der Coronavirus-Pandemie ohne Zuschauer im Olympiastadion statt.

"Im Mai in dieses Riesenstadion zu kommen und diese Katastrophenatmosphäre miterleben zu müssen, war ein schlimmes Erlebnis. Dafür konnte natürlich niemand etwas. Aber das hat mir nachhaltig Kopfschmerzen bereitet", sagte Ruhnert: "Da habe ich das erste Mal so richtig gemerkt, was los war."

Hinzu kam, dass die Eisernen nach ihrem Aufstieg im Sommer 2019 und dem 1:0-Sieg im heimischen Stadion An der Alten Försterei ebenfalls am 10. Spieltag das Rückspiel bei der Hertha dann mit 0:4 verloren hatten. Alle Treffer waren damals in der zweiten Halbzeit gefallen.

"Wir haben in wenigen Minuten den Faden verloren. Das war eines der wenigen Spiele, in denen wir von der Mannschaft enttäuscht waren, weil sie naiv aufgetreten ist", sagte Ruhnert rückblickend.

Die kurze Reise von Köpenick nach Charlottenburg treten die Unioner diesmal als Tabellensechster mit 16 Punkten an. Hertha ist 13. mit gerade mal halb so vielen Zählern. Das Tabellenbild, "das so nicht zu erwarten war, ist eine Momentaufnahme. Die genießen wir, klar. Wir haben aber immer gesagt, dass es nicht das ist, was für uns am Ende zählt." Hertha verfolge eine ganz andere Zielsetzung als Union.

Titelfoto: Stuart Franklin/Getty Images Europe/Pool/dpa

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