Heimserie hält: Union Berlin bleibt gegen Wölfe zum 21. Mal ungeschlagen!

Berlin - Heimserie ausgebaut: Der 1. FC Union Berlin bleibt nach dem 2:0 (0:0)-Sieg gegen den VfL Wolfsburg am 8. Bundesliga-Spieltag zum 21. Mal in Folge im heimischen Stadion ungeschlagen und zieht am Tabellennachbarn aus der Autostadt vorbei.

Unions Rani Khedira (M.) im Zweikampf mit Wolfsburgs Maximilian Arnold (r.). Weite Teile der ersten Hälfte spielten sich im Mittelfeld ab.
Unions Rani Khedira (M.) im Zweikampf mit Wolfsburgs Maximilian Arnold (r.). Weite Teile der ersten Hälfte spielten sich im Mittelfeld ab.  © Matthias Koch/dpa

Taiwo Awoniyi brachte den FCU vor 11.006 Zuschauern im Stadion An der Alten Försterei kurz nach Beginn der zweiten Hälfte mit 1:0 in Führung (49. Minute), Sheraldo Becker erhöhte nach einem Konter auf 2:0 (83.).

Nach der Länderspielpause konnte Urs Fischer auf seinen kompletten Kader zurückgreifen, weshalb er die gleiche Elf wie beim hart erkämpften 2:1-Sieg in Mainz aufs Feld schickte.

Gäste-Coach Mark van Bommel stellte nach der 1:3-Niederlage gegen Borussia Mönchengladbach hingegen gleich viermal um. John Anthony Brooks ersetzte den Gelb-rot-gesperrten Maxence Lacroix in der Innenverteidigung. Außerdem wurden Wout Weghorst, Ridle Baku (beide Bank) und Yannick Gerhardt (Mittelfußprellung) aus der Startelf gestrichen. Dafür durften Maximilian Philipp, Jerome Roussillon und Lukas Nmecha von Beginn an ran.

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In der Anfangsphase neutralisierten sich beide Mannschaften gegenseitig. Während die Hausherren immer wieder versuchten, den pfeilschnellen Awoniyi in Stellung zu bringen, beruhigten die Gäste die Partie mit einem geordneten Aufbau. Strafraumszenen waren zunächst Mangelware.

Anfangself des 1. FC Union Berlin im Bundesliga-Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg am 8. Spieltag

Startformation des VfL Wolfsburg im Bundesliga-Spiel beim 1. FC Union Berlin

VfL Wolfsburg im Alu-Pech: Hertha-Leihgabe Dodi Lukebakio verschenkt Führung gegen 1. FC Union Berlin

Taiwo Awoniyi (2.v.l.) überwindet Wolfsburgs heraus eilenden Keeper Koen Casteels (M.) mit einem Beinschuss zur 1:0-Führung für Union Berlin.
Taiwo Awoniyi (2.v.l.) überwindet Wolfsburgs heraus eilenden Keeper Koen Casteels (M.) mit einem Beinschuss zur 1:0-Führung für Union Berlin.  © Matthias Koch/dpa

Nach einem Einwurf auf der rechten Seite spielte Max Kruse Julian Ryerson frei, der die Kugel von der Grundlinie flach zur Strafraumgrenze zurücklegte, doch Philipp konnte gerade noch vor dem einschussbereiten Marvin Friedrich klären (10.).

Aus der Szene ergab sich unmittelbar eine Konterchance für die Wolfsburger, an deren Ende Robin Knoche einen Kopfball von Nmecha mit dem Knie kurz vor der Linie abfing (11.).

Die Wölfe hatten in der Folge zwar mehr Ballbesitz, konnten daraus jedoch nicht mehr als Halbchancen kreieren. Die Eisernen versuchten immer wieder durch frühe Ballgewinne zum Erfolg zu kommen, ohne dabei Gefahr heraufzubeschwören.

Union-Berlin-Blog: Cooler Sturm mit Becker, Siebatcheu, Michel und Leweling
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Dann wurde es brenzlig für die Berliner: Paul Jaeckel vertändelte das Spielgerät gegen Nmecha, der sofort den Turbo zündete und mit einer gut getimten Hereingabe von der linken Seite Dodi Lukebakio perfekt bediente. Die Hertha-Leihgabe traf aus rund drei Metern aber nur den rechten Pfosten (25.) - das musste eigentlich die Führung für die Gäste sein!

In der 40. Minute tauchten noch einmal die Niedersachsen gefährlich vor dem Kasten der Unioner auf. Andreas Luthe musste herausstürmen, um einen langen Schlag vor Luca Waldschmidt zu entschärfen. Sein Klärungsversuch landete genau vor den Füßen von Philipp dessen Direktabnahme aus großer Distanz aber links oben am leeren Gehäuse vorbeiflog. Mit einer Minute Nachspielzeit pfiff Schiedsrichter Sascha Stegemann dann zur Pause.

Taiwo Awoniyi (vorn) und Genki Haraguchi feiern den Treffer zum 1:0 für Union Berlin.
Taiwo Awoniyi (vorn) und Genki Haraguchi feiern den Treffer zum 1:0 für Union Berlin.  © Matthias Koch/dpa

Taiwo Awoniyi bringt den 1. FC Union Berlin in Führung, Sheraldo Becker macht den Deckel drauf

Der eingewechselte Sheraldo Becker (3.v.l.) nickt nach herrlicher Flanke am zweiten Pfosten zum 2:0 für Union Berlin ein.
Der eingewechselte Sheraldo Becker (3.v.l.) nickt nach herrlicher Flanke am zweiten Pfosten zum 2:0 für Union Berlin ein.  © Matthias Koch/dpa

Kurz nach der Pause klingelte es dann zum ersten Mal. Die Köpenicker fingen einen Befreiungsschlag der Gäste im Mittelfeld ab. Kruse schickte mit einem Steilpass sofort Genki Haraguchi auf die Reise, der die Kugel an der Strafraumkante nach links auf den mitgelaufenen Awoniyi querlegte. Der Nigerianer schob das Leder mit ein wenig Glück durch die Beine von Koen Casteels ins Netz - 1:0 (49.)!

Der VfL versuchte unmittelbar zurückzuschlagen, doch Roussillons Flachschuss von der linken Strafraumecke zischte knapp am langen Pfosten vorbei (53.).

Auch in der Folge bliebt die van-Bommel-Truppe spielbestimmend. Union ließ sich zunehmend hinten reindrängen und verlagerte sich auf Konter.

Nach 68 Minuten führte die Koproduktion zweier Einwechselspieler beinahe zum Ausgleich. Baku spielte von der rechten Seite einen scharfen Flachpass auf Weghorst, der kurz nacheinander zweimal aus kürzester Distanz an Luthes tollen Fußparaden scheiterte.

Auf der Gegenseite waren es dann tatsächlich zwei frische Spieler, die die Vorentscheidung für den FCU herausarbeiteten. Nach eigener Ecke liefen die Wolfsburger in einen Konter, bei dem sich Andreas Voglsammer auf der linken Strafraumseite durchsetzte und eine gefühlvolle Flanke auf Becker schlug, der am zweiten Pfosten einnickte - 2:0 (83.)! Damit war der Widerstand der Gäste gebrochen.

Beide Mannschaften müssen als Nächstes wieder unter der Woche im internationalen Wettbewerb ran. Für den 1. FC Union steht am Donnerstag (18.45 Uhr/TVNow) in der Europa Conference League ein schweres Auswärtsspiel gegen Feyenoord Rotterdam im legendären De Kuip an. Die Wölfe müssen bereits am Mittwoch (18.45 Uhr/DAZN) in der Champions League beim FC Red Bull Salzburg antreten.

Titelfoto: Matthias Koch/dpa

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