Trotz Niederlage: Der 1. FC Union Berlin ist das Überraschungsteam der Hinrunde!

Berlin - Wer hätte das gedacht: Ein Berliner Klub ist zum Überraschungsteam der Hinrunde avanciert. Doch nicht Hertha BSC kämpft aktuell um den Einzug in die Europa League, wie man es wohl eher erwartet hätte, nein es sind die Eisernen vom 1. FC Union Berlin!

Der 1. FC Union Berlin hat das Spitzenspiel bei RB Leipzig nur knapp mit 0:1 verloren.
Der 1. FC Union Berlin hat das Spitzenspiel bei RB Leipzig nur knapp mit 0:1 verloren.  © Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

An diesem Eindruck kann auch die 0:1-Niederlage bei RB Leipzig nichts ändern. Die Mannen aus Köpenick haben sich 70 Minuten lang tapfer gegen den Bayern-Jäger Nummer eins gewehrt und kaum Großchancen zugelassen, bis der eingewechselte Emil Forsberg (29) die Sachsen erlöste und den 1:0-Endstand markierte.

Alles in allem sah Union-Coach Urs Fischer (54) den Sieg der roten Bullen als verdient an, zumal sich sein Team gegen die starke Innenverteidigung der Leipziger kaum gute Torchancen erspielen konnten.

"Nach 90 Minuten ein verdienter Sieg. Ich habe eine sehr gute erste Hälfte gesehen, wir haben nicht viel zugelassen und waren im Umschalten gut unterwegs. Wenn wir in zwei, drei Möglichkeiten präziser sind, kann es gefährlich werden. In der zweiten Hälfte hat der Druck von Leipzig zugenommen, dann fiel zu Recht das 1:0", analysierte der Schweizer nach Schlusspfiff.

Sein Abwehrspieler Marvin Friedrich (25) stimmte dem zu: "Leipzig hat ein Tor geschossen, wir nicht. Wir haben ein gutes Auswärtsspiel gemacht. Am Ende kann man nicht alles verteidigen, weil Leipzig eine Top-Mannschaft hat. Trotzdem können wir auf der Leistung aufbauen."

Union-Keeper Andreas Luthe spricht nach der Niederlage bei RB Leipzig via Twitter zu den Fans

Trotz konstant starker Leistungen hält Urs Fischer am Ziel Klassenerhalt für den 1. FC Union Berlin fest

Union-Coach Urs Fischer (54) sieht bei seiner Mannschaft, ungeachtet der starken Leistungen, weiteres Verbesserungspotential.
Union-Coach Urs Fischer (54) sieht bei seiner Mannschaft, ungeachtet der starken Leistungen, weiteres Verbesserungspotential.  © Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

Mit nur drei Niederlagen und 28 Punkten auf dem Konto belegen die Eisernen am Ende der Rückrunde den sechsten Tabellenlatz in der Bundesliga.

Damit hätte wohl vor der Saison kaum jemand gerechnet, schon gar nicht nach dem verpatzten Auftakt gegen den FC Augsburg. Danach fingen sich die Köpenicker aber rasch und belegen nun bereits seit dem siebenten Spieltag stets mindestens den sechsten Rang.

Trotz dieser Konstanz will Fischer nichts vom Europapokal wissen und hält an der ursprünglichen Zielsetzung fest: "Die ist immer noch Klassenerhalt".

Mit dieser Aussicht blickt Mittelfeldmotor Robert Andrich (26) voller Selbstvertrauen auf die Rückrunde, mahnt jedoch auch: "Wir haben uns ein richtig großes Polster nach unten erarbeitet. Wir können selbstbewusst sein, aber man kann auch schnell in eine schlechte Phase kommen. Das hoffen wir natürlich nicht!"

Ungeachtet der starken Leistungen sieht Fischer sogar weiteres Verbesserungspotential in seiner Mannschaft.

Urs Fischer sieht weiterhin Verbesserungspotential für den 1. FC Union Berlin

Max Kruse (l.) im Zweikampf mit Augsburgs Rani Khedira (26). Der zurzeit verletzte Star-Stürmer des 1. FC Union Berlin ist mit sechs Treffern noch immer der erfolgreichste Torschütze der Eisernen.
Max Kruse (l.) im Zweikampf mit Augsburgs Rani Khedira (26). Der zurzeit verletzte Star-Stürmer des 1. FC Union Berlin ist mit sechs Treffern noch immer der erfolgreichste Torschütze der Eisernen.  © Andreas Gora/dpa

"Es gibt einige Dinge, die wir besser machen können. Wenn ich mir die Statistik anschaue und bei Leipzig eine Passquote von 91 Prozent sehe und bei uns nur 79 Prozent", stellte der Übungsleiter fest. "Man muss sich aus Drucksituationen lösen können und dabei genau bleiben. Das können wir verbessern."

Das gute alte Kick-and-rush hat bei Union längst ausgedient. Natürlich sind lange Bälle immer noch ein Stilmittel aber mittlerweile haben die Berliner ihr Kombinationsspiel stark verbessert, ohne dabei ihre eklige Spielweise gegen den Ball zu verlieren.

Sollte sich die Passgenauigkeit noch weiter erhöhen, dürfte das so einigen Gegnern Kopfzerbrechen bereiten, zumal in den nächsten Wochen auch mit der Rückkehr von Max Kruse (32) gerechnet werden darf.

Doch auch ohne ihren verletzten Star-Spieler haben sich die Rot-Weißen bislang sehr gut geschlagen. Dennoch war der Stürmer vor seiner Verletzung bei der 1:3-Derby-Niederlage gegen Hertha in absoluter Top-Form und hat in fünf Spielen sage und schreibe zehn Scorer-Punkte (fünf Tore, fünf Vorlagen) aufgelegt.

Zum Rückrundenauftakt muss der 1. FC Union am Sonnabend (15.30 Uhr/Sky) in Augsburg noch ohne Kruse antreten. Nach der 1:3-Pleite beim Saisonauftakt haben die Eisernen dabei noch eine Rechnung mit den Fuggerstädtern zu begleichen.

Titelfoto: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa (Bildmontage)

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