Union mit Nullnummer gegen Schalke: Eiserne weiter in der Ergebnis-Krise!

Berlin - Der 1. FC Union Berlin hat ein Effizienz-Problem! Während ihres Siegeszuges in der Bundesliga, der sie kurzzeitig sogar auf einen Champions-League-Platz spülte, zeichnete die Eisernen vor allen Dingen eines aus: ihre Kaltschnäuzigkeit.

Taiwo Awoniyi (23, r.) im Zweikampf mit Schalkes Benjamin Stambouli (30). Der Union-Stürmer hätte bereits in der vierten Minute die Führung für die Eisernen erzielen können.
Taiwo Awoniyi (23, r.) im Zweikampf mit Schalkes Benjamin Stambouli (30). Der Union-Stürmer hätte bereits in der vierten Minute die Führung für die Eisernen erzielen können.  © Andreas Gora/dpa

Doch die scheint ihnen nun abhandengekommen zu sein, denn in der über weite Strecken müden Nullnummer gegen den FC Schalke 04 ließen die Berliner auch beste Torchancen liegen. Damit blieb Union schon zum fünften Mal in Folge ohne Sieg.

"Wenn du so viele große Möglichkeiten hast und keine Tore erzielst, dann wird es auch schwierig, Spiele zu gewinnen", resümierte Union-Coach Urs Fischer (54) nach dem Schlusspfiff.

Bereits nach vier Minuten hätte Taiwo Awoniyi (23) die Weichen auf Sieg stellen können, scheiterte jedoch an Ralf Fährmann (32) - es sollte nicht das letzte Mal sein, dass der starke Gästekeeper den Köpenickern die Tour vermasselte.

"So Dinger musst du reinmachen", räumte Awoniyi selbstkritisch nach dem Spiel ein.

Mit ihrer aggressiven Spielweise setzten die Unioner die Knappen oftmals frühzeitig unter Druck, konnten jedoch insgesamt zu wenig Durchschlagskraft entwickeln. Daran konnte auch Joel Pohjanpalo (26), der nach seiner Verletzung erstmals wieder von Beginn an ran durfte, nichts ändern.

Ohne den weiterhin verletzten Sheraldo Becker (26) krankte das Spiel über den rechten Flügel. Daher versuchte Union sich verstärkt über die linke Außenbahn durchzuspielen, was sie für den Gegner berechenbar machte.

Stürmer Joel Pohjanpalo fasst das Spielgeschehen nach dem Abpfiff zusammen

Effektivität des 1. FC Union Berlin hat den fehlenden Esprit im Angriffsspiel lange Zeit kompensiert

Loris Karius (27) hinterließ in seinem Bundesliga-Startelf-Debüt für den 1. FC Union Berlin einen sicheren und unaufgeregten Eindruck.
Loris Karius (27) hinterließ in seinem Bundesliga-Startelf-Debüt für den 1. FC Union Berlin einen sicheren und unaufgeregten Eindruck.  © Andreas Gora/dpa

Auch das Fehlen ihres Star-Stürmers Max Kruse (32) macht sich mittlerweile deutlich bemerkbar, denn dem Offensivspiel mangelt es an Ideen und Impulsen, die der 32-Jährige jederzeit geben kann.

Die Effektivität hatte den fehlenden Esprit lange Zeit kompensiert, doch die mangelhafte Chancenverwertung zeigte die Schwächen im Spiel nach vorne nun auf.

"Im Moment fehlt uns von allem ein bisschen: Entschlossenheit, Geilheit, ich entschuldige mich, vielleicht auch die Leichtigkeit, Cleverness", konstatierte Fischer. "Im Moment will er nicht über die Linie".

Selbst die Standardsituationen, die dank eines Christopher Trimmel (33) als Spezialität der Eisernen galten, beschwören aktuell kaum noch Gefahr herauf.

In der Defensive gab es hingegen so gut wie nichts zu bemängeln. Die FCU-Abwehr stand sicher und ließ kaum gefährliche Torchancen der Gelsenkirchener zu.

Wenn doch einmal ein Ball den Weg zum Tor fand, war Loris Karius (27) in seinem Bundesliga-Startelf-Debüt für die Fischer-Truppe zur Stelle. Insgesamt boten sich dem Schlussmann jedoch wenig Chancen, um sich auszuzeichnen. Kurz vor dem Abpfiff konnte er allerdings mit einer Parade glänzen und sicherte dem 1. FC Union den verdienten Punktgewinn.

Titelfoto: Andreas Gora/dpa

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