Union Berlin nimmt Kurs auf Europa: "Jetzt geht's ans Eingemachte"

Berlin - Der 1. FC Union Berlin hat den unerwartet forschen Worten seines Trainers Urs Fischer (55) Taten folgen lassen. Die Eisernen besiegen Verfolger VfB Stuttgart und untermauern ihre neuen Ansprüche auf einen internationalen Startplatz.

Union-Coach Urs Fischer (55, r.) hat nach dem 2:1-Sieg gegen den VfB Stuttgart gut Lachen und unterhält sich entspannt mit Gästetrainer Pellegrino Matarazzo (43).
Union-Coach Urs Fischer (55, r.) hat nach dem 2:1-Sieg gegen den VfB Stuttgart gut Lachen und unterhält sich entspannt mit Gästetrainer Pellegrino Matarazzo (43).  © Andreas Gora/dpa/dpa-Pool

Seine diebische Freude konnte Fischer nicht verbergen. Mit einem Grinsen klatschte der Trainer der Berliner seine Spieler ab. Mit dem ersten Sieg der Klub-Geschichte gegen die Stuttgarter hat Union den von ihrem Coach mutig ausgerufenen Europakurs bestätigt.

Grischa Prömel (20. Minute) und Petar Musa (43.) mit seinem ersten Treffer in der Fußball-Bundesliga sicherten den Eisernen am Samstag im Stadion An der Alten Försterei den 2:1 (2:0)-Erfolg.

Mit 43 Punkten haben die Köpenicker schon jetzt zwei Zähler mehr geholt als in der vergangenen Saison und liefert sich mit Borussia Mönchengladbach ein Kopf-an-Kopf-Rennen um den siebten Tabellenplatz, der am Saisonende zur Teilnahme an der neuen Conference League berechtigen könnte.

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"Das ist ein toller Sieg, den hat sich die Mannschaft verdient", sagte der Schweizer nach dem Schlusspfiff.

Das Team ließ sich genau in diesem Augenblick auf der Balustrade der Stadiontribüne von rund 100 Fans außerhalb der Arena mit Gesängen und Feuerwerk feiern. Gegen den VfB hatte Union mit zwei Remis (2:2/0:0) in der Relegation 2019 zwar den Bundesliga-Aufstieg klargemacht, zu einem Sieg gegen die Schwaben reichte es bislang aber noch nie.

Max Kruse freut sich bei Instagram über den Sieg des 1. FC Union Berlin

Auf dem Weg nach Europa muss der 1. FC Union Berlin ein knüppelhartes Restprogramm bewältigen

Kapitän Christopher Trimmel (34) gibt bei Union Berlin die Richtung vor. Nach dem Klassenerhalt wollen die Eisernen nun Kurs auf Europa nehmen.
Kapitän Christopher Trimmel (34) gibt bei Union Berlin die Richtung vor. Nach dem Klassenerhalt wollen die Eisernen nun Kurs auf Europa nehmen.  © Andreas Gora/dpa/dpa-Pool

Im Saison-Endspurt will man bei den Berlinern nun kein Risiko eingehen. Rund um die Partien in Dortmund und gegen den SV Werder Bremen in der kommenden Woche werden die Eisernen ein Trainingslager zum Selbstschutz vor einer Corona-Infektion beziehen, kündigten Fischer und Manager Oliver Ruhnert (49) an.

Mit dem Sieg über Stuttgart distanzierte man gleichzeitig einen direkten Konkurrenten um die Europapokal-Plätze. Dabei war der 1. FC Union besonders in der ersten Halbzeit einmal mehr brutal effektiv und erzielte aus zwei Torchancen zwei Treffer.

Den Auftakt in die zweite Hälfte verschliefen die Unioner zwar gewaltig und kassierten prompt den Anschlusstreffer durch Philipp Förster (49.), doch dann fingen sie sich wieder und retteten den Sieg ins Ziel.

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Am Ende spielte es auch keine Rolle mehr, dass Max Kruse (33) einen Flugkopfball aus fünf Metern Torentfernung irgendwie über das Tor jagte. Nach dem Spiel befand der Stürmer bei Instagram selbstironisch, dass er "diesen scheiß Kopfball" ins Tor hätte setzen müssen. "Das ist mir relativ unangenehm", gab er zu.

Union-Kapitän Christopher Trimmel (34) machte nach seinem vierten Nasenbeinbruch trotz Maske ein überragendes Spiel und bereitete beide Treffer der Gastgeber vor, die nach dem Klassenerhalt noch nicht satt sind. "Ich glaube, man muss sich neue Ziele stecken und natürlich wollen wir die dann auch erreichen", sagte der Österreicher nach dem Spiel.

Doch auf die Berliner wartet ein eisenhartes Restprogramm. Mit Borussia Dortmund, VfL Wolfsburg, Bayer 04 Leverkusen und RB Leipzig haben sie noch vier der zurzeit besten sechs Bundesliga-Mannschaften vor der Brust. "Da muss man echt von Spiel zu Spiel schauen. Jetzt geht's ans Eingemachte!", weiß auch Trimmel.

Titelfoto: Andreas Gora/dpa/dpa-Pool

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