Union Berlin schießt Eigentor: Shitstorm für Ticketverkauf kassiert!

Berlin - Shitstorm für den 1. FC Union Berlin! Das haben sich die Verantwortlichen sicherlich anders vorgestellt, doch ihre Werbung für einen freien Ticketverkauf für das Testspiel gegen Hannover 96 am Donnerstag um 17 Uhr im Stadion An der Alten Försterei ging total in die Hose.

Beim Heimspiel gegen den 1. FSV Mainz 05 waren 5000 Personen im Stadion An der Alten Försterei zugelassen. Trotz steigender Corona-Zahlen in Berlin will der 1. FC Union Berlin auch im anstehenden Freundschaftsspiel gegen Hannover 96 die zulässige Höchstzahl ausschöpfen und erntet dafür heftige Kritik.
Beim Heimspiel gegen den 1. FSV Mainz 05 waren 5000 Personen im Stadion An der Alten Försterei zugelassen. Trotz steigender Corona-Zahlen in Berlin will der 1. FC Union Berlin auch im anstehenden Freundschaftsspiel gegen Hannover 96 die zulässige Höchstzahl ausschöpfen und erntet dafür heftige Kritik.  © Andreas Gora/dpa

Berlin kämpft zurzeit mit steigenden Corona-Zahlen. Erst am Dienstag ist die zweite Ampel auf Rot umgesprungen und hat den Senat zum Handeln gezwungen.

So wurden neue Regeln erlassen, die unter anderem eine Sperrstunde von 23 Uhr bis 6 Uhr vorsieht, in der Alkohol weder ausgeschenkt noch verkauft werden darf. Außerdem dürfen sich während dieser Sperrstunde nur noch fünf Personen oder Menschen aus zwei Haushalten versammeln.

Obendrein sind bei privaten Feiern in geschlossenen Räumen nur noch maximal zehn statt bisher 25 Personen gestattet. Die neuen Regeln sollen ab Samstag gelten und sind zunächst bis zum 31. Oktober befristet.

Stadtrivale Hertha BSC nahm diese Ankündigung zum Anlass den Ticket-Vorverkauf für das nächste Bundesliga-Heimspiel gegen den VfB Stuttgart am 17. Oktober um 15.30 Uhr vorerst zu stoppen.

Mit einer Ankündigung bei Twitter informierte Hertha BSC über den Stopp beim Ticket-Vorverkauf

Union-Präsident Dirk Zingler (56) kämpft seit einiger Zeit für mehr Fans im Stadion und eckte dabei mit seinen Vorschlägen immer wieder an.
Union-Präsident Dirk Zingler (56) kämpft seit einiger Zeit für mehr Fans im Stadion und eckte dabei mit seinen Vorschlägen immer wieder an.  © Andreas Gora/dpa

Nicht so Union Berlin. Die Eisernen machten sogar extra noch darauf aufmerksam, dass Karten für das anstehende Freundschaftsspiel gegen Hannover 96 im freien Verkauf verfügbar seien. Man kann bis zu vier Tickets gleichzeitig erwerben.

Allerdings werden die Eintrittskarten personalisiert und man muss "sowohl Vor- als auch Nachname sowie die E-Mail-Adresse derjenigen angeben, die die Tageskarten in Anspruch nehmen werden".

Das kam bei den Twitter-Usern so gar nicht gut an und es hagelte heftige Kritik am Verhalten der Köpenicker. Hier einige Auszüge aus den Kommentaren:

  • "In Berlin explodieren die Fallzahlen, aber hey, lass mal zum Anlass eines fucking Testspiels für eine richtig große Menschenmenge sorgen. Ihr werdet eurer gesellschaftlichen Verantwortung wirklich überhaupt nicht gerecht!"
  • "Hoffentlich steigt ihr ganz schnell wieder ab ihr Covidioten."

  • "So viel richtig gemacht die letzten Jahre um jetzt so katastrophal und konsequent alles falsch zu machen... schade" (Rechtschreibung übernommen)

Die Ankündigung, Tickets in den freien Verkauf zu geben, sorgte bei den Twitter-Usern für Unmut

Was die User allerdings nicht bedacht haben ist, dass die Unioner den Tweet am Dienstag bereits um 13.52 Uhr abgesetzt hatten, also bevor der Berliner Senat die neuen Regeln verkündete. Ob es nun bei den Verantwortlichen noch zu einem Umdenken kommt, bleibt abzuwarten.

Wenn man jedoch bedenkt, dass Union-Präsident Dirk Zingler (56) gerne mehr als die aktuell zugelassenen 5000 Personen im Stadion sehen würde, ist nicht davon auszugehen. Eine Stellungnahme seitens des Vereins liegt aktuell jedenfalls nicht vor.

Titelfoto: Andreas Gora/dpa

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