Nächster Union-Coup: Sogar Friedrich wundert sich über so viele Freiheiten

Berlin - Zwei Ecken reichten, um den nächsten ganz Großen der Bundesliga zu ärgern. Der 1. FC Union Berlin mischt mit dem 2:1 über Borussia Dortmund weiter die Liga auf. Mit nun schon 21 Punkten stehen die Eisernen verdient auf einem Europapokalplatz. Das sind gleich fünf mehr als in der Vorsaison als Aufsteiger zu dem Zeitpunkt.

Marvin Friedrich (r.) jubelt über seinen Treffer zum 2:1. Für Dortmunds Axel Witsel ist es bereits die zweite Niederlage an der Alten Försterei.
Marvin Friedrich (r.) jubelt über seinen Treffer zum 2:1. Für Dortmunds Axel Witsel ist es bereits die zweite Niederlage an der Alten Försterei.  © Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa

"Willensleistung beschreibt es sehr gut", bemerkte Union-Coach Urs Fischer zum positiven Ausgang für seine Mannschaft: "Es war ein tolles Spiel und ein verdienter Sieg."

Das historische Debüttor von Dortmunds Wunderkind Youssoufa Moukoko (16), der jetzt mit 16 Jahren und 28 Tagen jüngster Torschütze der Bundesliga-Geschichte ist, wurde zur Nebensache - auch weil der BVB mal wieder bei zwei Eckbälle nicht verteidigen konnten.

Mehrmals und ausführlich hatten Edin Terzic (38) und sein Trainerteam ihre Profis vor der besonderen Stärke der Köpenicker gewarnt - und dann kassierten die Borussen genau so zwei Gegentreffer: Ecke, Kopfball, Tor.

Vor allem 1:0 durch Liverpool-Leihgabe Taiwo Awoniyi (23.) dürfte den BVB-Fans bekannt vorkommen. Christopher Trimmel (33) schlug den Ball auf den kurzen Pfosten, Grischa Prömel (25) verlängerte und Awoniyi musste nur noch einschieben (57. Minute). Schon gegen den 1. FC Köln hatten die Schwarz-Gelben nach dieser Variante zwei Tore kassiert.

Beim 2:1 wurde Marvin Friedrich (25) sträflich alleine gelassen, obwohl seine Kopfballstärke auch in der Bundesliga bekannt ist. Selbst der Verteidiger wunderte sich über so viel Freiheiten. "Bei dem Eckball war ich erstaunlich frei."

1. FC Union Berlin: Urs Fischer spricht von erneutem Coup

Unions Sheraldo Becker (l.) im Zweikampf mit Mats Hummels.
Unions Sheraldo Becker (l.) im Zweikampf mit Mats Hummels.  © Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa

Es war bereits sein viertes Saisontor. Damit hat der Ex-Schalker schon jetzt mehr Treffer erzielt, als Dortmunds Jadon Sancho (20), Julian Brandt (24) und Marco Reus (31) zusammen.

"Man sieht, dass die Mannschaft Selbstvertrauen hat", sagte Fischer. Das habe gegen den BVB auch in den Phasen geholfen, "in der wir leiden mussten. Wir konnten uns trotzdem immer wieder befreien, waren mutig genug", ergänzte der Schweizer.

Bereits in der Vorsaison hatte Union die Dortmunder mit 3:1 nach Hause geschickt. "Man hat schon gesehen, dass wir mithalten können. Es ist für mich immer noch ein Coup", sagte Fischer nach der neuerlichen Überraschung.

Vom Saisonziel Klassenerhalt aber will der Union-Coach weiter keinen Zentimeter abrücken. Auch wenn die Eisernen einen ihrer vielen Rekorde auf sechs Ligaspiele ohne Niederlage ausgebaut haben.

"Das sind vier Punkte mehr, die uns helfen. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen", erklärte der 54-Jährige zu den erstaunlichen vier Zählern aus dem 1:1 gegen Meister Bayern und dem 2:1 gegen Vize Dortmund.

Titelfoto: Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa

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