Union Berlin sichert sich Euro-League-Endspiel nach K(r)ampf in Haifa: "War sicher nicht schön"

Haifa/Berlin - Hinterher interessiert das Zustandekommen niemanden mehr: Der 1. FC Union Berlin hat sich sein Endspiel in der Europa Conference League mit einem zähen 1:0-Sieg bei Maccabi Haifa FC erkämpft.

Julian Ryerson (24) dreht nach seinem erlösenden Treffer zum 1:0 für Union Berlin zum Torjubel ab.
Julian Ryerson (24) dreht nach seinem erlösenden Treffer zum 1:0 für Union Berlin zum Torjubel ab.  © Ariel Schalit/AP/dpa

"Wir wollten ein Endspiel haben, das haben wir jetzt. Wir werden alles dafür tun, dass wir zu Hause gewinnen", sagte Stürmer Max Kruse (33) nach der Partie.

Doch es war mehr Krampf als Kampf: nach einer fehlerbehafteten ersten Halbzeit von beiden Teams haben die Eisernen im zweiten Durchgang noch einmal einen Gang hochgeschaltet und wurden schließlich durch das goldene Tor von Julian Ryerson (24) in der 66. Minute erlöst.

Der Norweger sollte seinen Siegtreffer jedoch noch teuer bezahlen, denn elf Zeigerumdrehungen nach seinem Kopfballtor wurde er von seinem Gegenspieler mit offener Sohle am Schienbein erwischt und musste angeschlagen ausgewechselt werden.

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Beinahe hätten die Berliner den Sieg aber noch aus der Hand gegeben, doch letztendlich war es dem Unvermögen der Maccabi-Stürmer und einer Parade von Torhüter Frederik Rönnow (29) zu verdanken, dass sie den wichtigen Erfolg über die Ziellinie retteten.

"Es war sicher nicht schön, aber das muss es auch nicht sein. Es ist auch mal wichtig, ein Spiel unter solchen Umständen zu gewinnen", konstatierte Union-Coach Urs Fischer (55) nach Spielende.

Die Spieler des 1. FC Union Berlin jubeln nach Schlusspfiff mit den mitgereisten Fans

Endspiel zwischen dem 1. FC Union Berlin und Slavia Prag steigt am 9. Dezember im Olympiastadion

Die Union-Kicker bedanken sich nach dem Spiel bei den mitgereisten Fans für die tolle Unterstützung.
Die Union-Kicker bedanken sich nach dem Spiel bei den mitgereisten Fans für die tolle Unterstützung.  © Ariel Schalit/AP/dpa

Und da im Parallelspiel von Gruppe E Feyenoord Rotterdam den Eisernen noch einen großen Gefallen tat und in der dritten Minute der Nachspielzeit das 2:2 gegen Slavia Prag erzielte, winkt den Köpenickern am 9. Dezember (21 Uhr) nun ein echtes Endspiel um den zweiten Platz, der gleichbedeutend mit einem Play-off fürs Achtelfinale ist.

Im Olympiastadion würde dem FCU dann sogar ein neuerlicher 1:0 Sieg reichen, um in letzter Sekunde noch an Slavia vorbeizuziehen.

Dabei kann sich Union sicherlich einmal mehr auf die Unterstützung der getreuen Fans verlassen, die am Donnerstagabend mit einer etwa 600-köpfigen Reisegruppe für eine Heimspielatmosphäre im mit 23.000 Zuschauern gefüllten Sammy Ofer Stadion sorgten.

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"Große Anerkennung an die, die es geschafft haben, herzukommen. Die Unterstützung ist einfach genial", bedankte sich Kruse bei den mitgereisten Schlachtenbummlern. Gegen Prag müssen die Union-Fans wieder mit dem verhassten "Hertha-Stadion" vorlieb nehmen aber vielleicht gibt es ja eine neuerliche Rekordkulisse, die der Fischer-Truppe dann ins Play-off verhilft.

Zuvor steht aber erst einmal wieder der Bundesliga-Alltag an. Am 13. Spieltag müssen die Eisernen am Sonntag (15.30 Uhr/DAZN) bei Eintracht Frankfurt antreten, die am Donnerstagabend mit einem Last-Minute-Remis (2:2) in der Europa League den ersten Tabellenplatz in Gruppe D verteidigten.

Titelfoto: Ariel Schalit/AP/dpa

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