Endstation Slavia Prag: Union Berlin steht sich selbst im Weg und verspielt Play-off-Ticket

Berlin - Play-off-Hoffnungen geplatzt! Der 1. FC Union Berlin hat am 6. Spieltag der UEFA Europa Conference League nach einem 1:1 (0:0)-Unentschieden gegen Slavia Prag den begehrten zweiten Platz in Gruppe E verpasst. Unions Europa-Reise ist damit beendet.

Aufgrund der Coronapandemie waren für das Spiel lediglich 5000 Zuschauer im Berliner Olympiastadion zugelassen.
Aufgrund der Coronapandemie waren für das Spiel lediglich 5000 Zuschauer im Berliner Olympiastadion zugelassen.  © Andreas Gora/dpa

Ivan Schranz schoss Slavia vor 5000 Zuschauern im Berliner Olympiastadion in der zweiten Hälfte mit 1:0 in Führung (50. Minute). Max Kruse glich nach einer Ecke aus (64.).

Für Union-Coach Urs Fischer gab es im Endspiel der Gruppenphase kein Taktieren. Der Schweizer stellte sein Team im Vergleich zum 2:1-Sieg gegen RB Leipzig lediglich auf zwei Positionen um.

Stammkeeper Andreas Luthe musste für Frederik Rönnow weichen und auf der Bank Platz nehmen. Zudem kehrte Kapitän Christopher Trimmel in die Startelf zurück und verdrängte Julian Ryerson auf die Reservebank.

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Gäste-Trainer Jindrich Trpisovsky plagten große Personalsorgen. Den Tschechen fehlten insgesamt elf Kicker und nicht einmal die Reservebank konnte voll besetzt werden.

Die Eisernen wollten in ihrem Endspiel von Beginn an zeigen, wer Herr im Haus ist, schließlich war ein Sieg Pflicht. Die in Blau gekleideten Prager versuchten das Spiel zu beruhigen und die Kugel in den eigenen Reihen zu halten, wurden von den Berlinern aber immer wieder erfolgreich im Aufbau gestört.

Anfangself des 1. FC Union Berlin im Conference-League-Heimspiel gegen Slavia Prag am 6. Spieltag

Startformation von Slavia Prag im Conference-League-Duell beim 1. FC Union Berlin

Max Kruse verpasst Führung für den 1. FC Union Berlin, Slavia Prag trifft die Latte

In der ersten Halbzeit hat sich ein zweikampfbetontes Spiel zwischen Union Berlin und Slavia Prag entwickelt.
In der ersten Halbzeit hat sich ein zweikampfbetontes Spiel zwischen Union Berlin und Slavia Prag entwickelt.  © Andreas Gora/dpa

Mit zunehmender Dauer fand Slavia aus einer überraschend defensiv ausgerichteten Grundordnung heraus immer besser in die Partie. Gefährliche Torchancen waren zunächst jedoch auf beiden Seiten Mangelware.

In der 14. Minute ergab sich nach einem Ballgewinn im Mittelfeld eine vielversprechende Drei-gegen-Zwei-Situation für Union, doch Taiwo Awoniyi schaffte es nicht, das Spielgerät auf den rechts mitgelaufenen Kruse querzulegen.

Vier Zeigerumdrehungen später war es Kruse selbst, der aus rund 18 Metern zum Abschluss kam. Sein Linksschuss wurde noch abgefälscht und flog knapp am linken Pfosten vorbei - Gäste-Goalie Ales Mandous wäre machtlos gewesen (18.).

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Die Köpenicker kamen in der Folge wieder besser ins Spiel, ließen es jedoch weiterhin an Durchschlagskraft vermissen. Nach einer halben Stunde kam dann Hektik auf, nachdem die Prager nach einem vermeintlichen Ellenbogenschlag einen Platzverweis für Sheraldo Becker gefordert hatten. Der slowenische Schiedsrichter Rade Obrenovic beließ es aber zurecht bei Gelb.

Die vorübergehende Zerfahrenheit nutzten die Gäste im Anschluss beinahe zur Führung. Oscar Dorley übertölpelte Trimmel an der Grundlinie und legte auf Tomas Holes zurück, der die Pille aus etwa 14 Metern per Direktabnahme mit links an den Querbalken nagelte - Glück für den FCU (34.). Bis zur Halbzeit gab es dann keine weiteren Höhepunkte.

Ivan Schranz bringt Slavia Prag nach Fehlpass von Timo Baumgartl in Führung, Max Kruse gleicht aus

Max Kruse (l.) zieht nach einer Ecke aus dem Rückraum ab und erzielt den 1:1-Ausgleich mit seinem schwächeren rechten Fuß.
Max Kruse (l.) zieht nach einer Ecke aus dem Rückraum ab und erzielt den 1:1-Ausgleich mit seinem schwächeren rechten Fuß.  © Andreas Gora/dpa

Kurz nach Wiederanpfiff brachten die Hausherren sich quasi selbst ins Hintertreffen. Timo Baumgartl spielte vom linken Flügel einen Rückpass ins Zentrum genau in den Lauf von Schranz, der von der Sechzehnerkante eiskalt abzog und Rönnow mit seinem satten Rechtsschuss ins linke Dreiangel keine Chance ließ - 0:1 (50.)!

Die Trpisovsky-Truppe blieb dran und hätte fünf Zeigerumdrehungen später schon für die Vorentscheidung sorgen können. Robin Knoche rutschte im Abwehrzentrum aus, doch Peter Olayinka setzte die Kugel an den rechten Pfosten (55.).

Die Roten schlugen schließlich nach einem Eckball von Trimmel zurück. Kruse kam nach einem Klärungsversuch im Rückraum in zentraler Position an das Spielgerät und hielt aus knapp 12 Metern mit seinem schwächeren rechten Fuß einfach drauf. Sein Schuss wurde noch abgefälscht und schlug unhaltbar für Mandous in den Maschen ein - 1:1 (64.)!

Nach dem Ausgleich zogen die Slavia-Kicker sich zunehmend zurück und lauerten auf Konter. Die Fischer-Truppe rannte in der Folgezeit immer wieder an, konnte sich jedoch auch aufgrund schwindender Kräfte keine gefährlichen Torchancen mehr erspielen. Slavia nahm in der Schlussphase geschickt Zeit von der Uhr und rettete das Unentschieden schließlich über die Ziellinie.

Für den 1. FC Union geht es am kommenden Sonntag (15.30 Uhr/DAZN) mit dem Bundesliga-Alltag im Auswärtsspiel bei der akut abstiegsbedrohten SpVgg Greuther Fürth weiter. Der aktuelle Tabellenführer der tschechischen Fortuna Liga empfängt ebenfalls am Sonntag (15 Uhr) den FK Mlada Boleslav in der heimischen Eden Arena.

Titelfoto: Andreas Gora/dpa

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