Union Berlin stürmt nach Kantersieg "Wie Leicester City" an die Spitze der Bundesliga

Berlin - Der 1. FC Union Berlin hat am Samstag mit einem krachenden 6:1-Kantersieg beim FC Schalke 04 kurzzeitig die Tabellenführung in der Bundesliga übernommen.

Die Unioner feiern nach dem 6:1 bei Schalke 04 den dritten Saisonsieg und bleiben nach vier Spieltagen weiter ungeschlagen in der Bundesliga.
Die Unioner feiern nach dem 6:1 bei Schalke 04 den dritten Saisonsieg und bleiben nach vier Spieltagen weiter ungeschlagen in der Bundesliga.  © INA FASSBENDER / AFP

Am Samstagabend trennte sich der FC Bayern München mit einem 1:1-Unentschieden von Borussia Mönchengladbach, sodass der deutsche Rekordmeister am kommenden Samstag (15.30 Uhr/Sky) zum absoluten Spitzenspiel in der Alten Försterei erwartungsgemäß als Klassenprimus antreten wird.

Allerdings sind die Köpenicker punktgleich mit dem FCB, der lediglich dank des besseren Torverhältnisses die Nase vorn hat. Besonders mit der frenetischen Heimkulisse im Rücken, werden die Unioner versuchen, den Münchnern das Leben so schwer wie möglich zu machen.

Und wer weiß, vielleicht glückt dem Hauptstadtklub dann ja doch der Lucky Punch nach einem Standard oder ein schneller Ballgewinn kann nach einem Konter zur Führung umgemünzt werden.

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1. FC Union Berlin Union-Berlin-Blog: Mach’s gut, Katzentisch!

Zugegeben, es ist erst der 4. Spieltag absolviert, aber so ein klein wenig erinnert dieses Szenario doch an eines der größten Wunder der jüngeren Fußball-Geschichte.

Der 1. FC Union Berlin feiert bei Twitter den allerersten Sieg gegen Schalke 04

Der Schalker Abwehrchef Maya Yoshida vergleicht den 1. FC Union Berlin mit Leicester City

Maya Yoshida (34, r.) im Zweikampf mit Unions Rani Khedira (28). Der Schalker Abwehrmann hat nach der krachenden Niederlage einen Vergleich zwischen den Eisernen und Leicester City angestellt.
Maya Yoshida (34, r.) im Zweikampf mit Unions Rani Khedira (28). Der Schalker Abwehrmann hat nach der krachenden Niederlage einen Vergleich zwischen den Eisernen und Leicester City angestellt.  © David Inderlied/dpa

In der Saison 2015/16 gewann Leicester City völlig überraschend die Krone in der Premier League und ließ die favorisierten Klubs aus London, Manchester und Liverpool hinter sich.

Daran erinnerte nach der krachenden Niederlage auch der Schalker Abwehr-Veteran Maya Yoshida (34), der diesen Überraschungs-Coup dereinst hautnah beim Liga-Konkurrenten FC Southampton miterlebt hatte.

"Sie haben nicht die Qualität wie Bayern München, aber sie folgen ihrer Struktur sehr streng und spielen gut - genau wie Leicester City vor ein paar Jahren", stellte der japanische Nationalspieler fest.

Union Berlin hat Klassenerhalt (fast) im Sack, neue Ziele braucht die Alte Försterei!
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Zwar haben die Eisernen keinen Jamie Vardy (35), der in der Meistersaison mit seinen 24 Treffern maßgeblich zum Erfolg der "Foxes" beitrug, in ihren Reihen.

Aber das Sturmduo Jordan (26), wie Neuzugang Siebatcheu neuerdings genannt werden möchte, und Sheraldo Becker (27) harmoniert bislang bestens und bringt es zusammen auf sechs Tore und fünf Vorlagen in den ersten vier Ligaspielen.

Fans und Spieler feiern gemeinsam den 6:1-Sieg des 1. FC Union Berlin auf Schalke

Union-Coach Urs Fischer lässt die zwischenzeitliche Tabellenführung kalt

Urs Fischer (56, r.) begrüßt vor der Partie Schalke-Coach Frank Kramer (50). Nach dem Sieg gegen die Knappen drückte der Union-Trainer umgehend auf die Euphorie-Bremse.
Urs Fischer (56, r.) begrüßt vor der Partie Schalke-Coach Frank Kramer (50). Nach dem Sieg gegen die Knappen drückte der Union-Trainer umgehend auf die Euphorie-Bremse.  © David Inderlied/dpa

Wie gesagt, die Saison ist noch sehr jung. Aber die Roten haben mit zehn Punkten auf jeden Fall schon einmal den besten Bundesliga-Start der Vereinsgeschichte hingezaubert und wo die beiden vergangenen Spielzeiten endeten, ist hinlänglich bekannt.

Als Träumer ist Union-Coach Urs Fischer (56) aber nun wahrlich nicht bekannt und so drückte der Schweizer nach dem Erfolg bei den Knappen auch sofort wieder auf die Euphorie-Bremse: "Wichtig ist für uns, das richtig einzuordnen", konstatierte der 56-Jährige nüchtern und sachlich.

"Es war ein sicherlich am Schluss zu hohes Resultat nach 90 Minuten", gab er zu bedenken. Auch die zwischenzeitliche Tabellenführung ließ ihn kalt, denn "mich interessiert es nach dem 34. Spieltag", gab er im Interview nach Spielschluss zu verstehen.

Das Duell gegen den FC Bayern wird sicherlich Aufschluss geben, wo die Fischer-Truppe tatsächlich steht. Sollte es dem Hauptstadtklub gelingen, dem Rekordmeister Paroli zu bieten, bekommt der Traum vieler Fans wohl neue Nahrung.

Titelfoto: INA FASSBENDER / AFP

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