Union Berlin: Taiwo Awoniyi kurz vor Wechsel zu englischem Meister?

Berlin - Geht sein Traum doch noch in Erfüllung? Taiwo Awoniyi (24) steht kurz vor einem Transfer in die Premier League. Dem 1. FC Union Berlin winkt eine Rekordablöse, doch wäre es auch der Abgang eines wichtigen Leistungsträgers.

Taiwo Awoniyi (24) träumt von einem Wechsel in die Premier League.
Taiwo Awoniyi (24) träumt von einem Wechsel in die Premier League.  © Sven Hoppe/dpa

"Die Premier League ist mein Traum. Das weiß jeder, auch hier im Klub", äußerte der 24-Jährige bereits im Februar in einem "Kicker"-Interview seine Sehnsucht nach einem Wechsel auf die Insel.

In England zu leben, wäre für seine Frau und Kinder schon aufgrund der Sprache einfacher, äußerte er damals einen seiner Beweggründe für eine erneute Luftveränderung. Außerdem leben seine Schwester und ein Bruder in England.

Zudem ist der nigerianische Nationalspieler beim FC Liverpool ausgebildet worden. 2015 war der Sturmtank im Alter von 18 Jahren aus seiner Heimat zu den Reds gewechselt.

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Den Durchbruch schaffte er an der Anfield Road unter Jürgen Klopp (55) jedoch nie. Stattdessen wurde er zum Wandervogel.

Innerhalb von vier Jahren wurde er an fünf verschiedene Vereine in Deutschland, Belgien und den Niederlanden verliehen, bevor er bei den Eisernen endlich Fuß fasste und sich zum Stamm- und sogar Nationalspieler entwickelte.

Mit seinen 25 Scorerpunkten (20 Tore, 5 Vorlagen) in 43 Pflichtspielen für die Köpenicker weckte der Sturmtank in der vergangenen Saison natürlich Begehrlichkeiten bei anderen Klubs - auch im gelobten England.

Trainingsauftakt beim 1. FC Union Berlin ohne Taiwo Awoniyi

Premier-League-Aufsteiger Nottingham Forest will Union Berlins Taiwo Awoniyi auf die Insel holen

Der englische Traditionsklub Nottingham Forest ist nach 23 Jahren Premier-League-Abstinenz ins englische Fußballoberhaus zurückgekehrt.
Der englische Traditionsklub Nottingham Forest ist nach 23 Jahren Premier-League-Abstinenz ins englische Fußballoberhaus zurückgekehrt.  © Mike Egerton/PA Wire/dpa

Awoniyis Fehlen beim Saisonauftakt am Montag deutet sehr stark auf einen Abgang hin. Die Verantwortlichen bei Union wollten sich am Montag zunächst nicht zu der Causa äußern.

Ein ganz heißer Favorit auf einen Transfer ist derzeit der Traditionsklub Nottingham Forest. Die Mittelengländer sind gerade erst nach sage und schreibe 23 Jahren ins englische Fußballoberhaus zurückgekehrt und können jetzt mit Millionen um sich werfen.

Nicht umsonst gilt die Play-off-Partie um den Aufstieg von der Championship in die Premier League als das lukrativste Fußballspiel der Welt. Mittlerweile verdient der Sieger auf einen Schlag rund 200 Millionen Euro.

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Die Engländer können Awoniyi daher sicherlich auch ein deutlich höheres Gehalt anbieten als die Berliner. Allerdings sollte der bullige Angreifer sich fragen, ob er dafür den sportlichen Erfolg eintauschen will?

Mit Union würde der Nigerianer in der kommenden Spielzeit in der Europa League antreten und auch in der Bundesliga hat sich die Mannschaft von Coach Urs Fischer (56) ein gutes Standing erarbeitet.

In Sachen Stimmung können die Fans im altehrwürdigen City Ground den Unionern das Wasser reichen

1. FC Union Berlin winkt Rekordablöse für Sturmtank Taiwo Awoniyi

Taiwo Awoniyi (4. v. l.) bejubelt den Einzug von Union Berlin in die Europa League mit seinem Team. In Nottingham wäre der Klassenerhalt das oberste Ziel für den Nigerianer.
Taiwo Awoniyi (4. v. l.) bejubelt den Einzug von Union Berlin in die Europa League mit seinem Team. In Nottingham wäre der Klassenerhalt das oberste Ziel für den Nigerianer.  © Andreas Gora/dpa

Forest verfügt über jede Menge Tradition, war 1978 Meister in England und gewann in den beiden darauffolgenden Spielzeiten sogar den Europapokal der Landesmeister, den Vorgänger der Champions League. Der Verein wird in seiner ersten Premier-League-Saison seit langem aber wohl vornehmlich um den Klassenerhalt kämpfen, was schwer genug werden dürfte.

Dem Hauptstadtklub winkt bei Taiwos Abgang auf jeden Fall eine Rekordablöse, denn der Knipser soll in seinem Vertrag eine Ausstiegsklausel in Höhe von 20 Millionen Euro verankert haben. Freilich fließen zehn Prozent der Summe bei einem Verkauf an den LFC.

Allerdings müssen Fischer und Manager Oliver Ruhnert (50) sich dann auch nach einem adäquaten Ersatz umsehen. Mit Andreas Voglsammer (30), Kevin Behrens (31) und Sven Michel (31) ist der Angriff in der Breite zwar gut aufgestellt, aber keiner der drei verfügt über die Abschlussqualitäten Awoniyis. Wenigstens hat Flügelflitzer Sheraldo Becker (27) jüngst seinen Verbleib An der Alten Försterei angekündigt.

Immerhin bliebe Taiwo Awoniyi bei einem Wechsel zu Nottingham seinen Vereinsfarben treu, denn von den "Reds" aus Liverpool ginge es über die Roten aus Köpenick nun zu den "Garibaldi Reds".

Titelfoto: Mike Egerton/PA Wire/dpa, Sven Hoppe/dpa (Bildmontage)

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