Union Berlin und die Torwart-Leiden des Loris Karius

Berlin - Er war gekommen, vielleicht nicht um zu bleiben, aber definitiv, um sich anderen Vereinen zu präsentieren: FC-Liverpool-Leihgabe Loris Karius (27) konnte sich nach seinem Wechsel zum 1. FC Union Berlin noch immer nicht auszeichnen - ein Drama in zwei Akten.

Loris Karius (27) durfte die beiden zurückliegenden Bundesliga-Partien aufgrund des Fehlens von Stammkeeper Andreas Luthe zwar von Beginn an für Union bestreiten, bekam in den Spielen aber kaum eine Gelegenheit, um sich auszuzeichnen.
Loris Karius (27) durfte die beiden zurückliegenden Bundesliga-Partien aufgrund des Fehlens von Stammkeeper Andreas Luthe zwar von Beginn an für Union bestreiten, bekam in den Spielen aber kaum eine Gelegenheit, um sich auszuzeichnen.  © Andreas Gora/dpa

Am kommenden Sonntag (13.30 Uhr/DAZN) wird wahrscheinlich wieder Andreas Luthe (33) gegen die TSG 1899 Hoffenheim zwischen den Pfosten im Stadion An der Alten Försterei stehen und für Karius geht die Leidenszeit auf der Ersatzbank nach kurzem Intermezzo weiter, bis im Sommer wohl zunächst die Rückkehr zu seinem Stammverein FC Liverpool ansteht - Zukunft ungewiss.

Im vergangenen Herbst riet ihm sogar sein Trainer Jürgen Klopp (53) zu einem (Tapeten-)Wechsel nach Berlin, da Karius seit seinen verhängnisvollen Patzern im Champions-League-Finale 2018 keinen guten Stand mehr bei den Engländern hatte.

Der Wechsel an die Spree sollte seine Karriere endlich wieder in Schwung bringen, denn er trat bei den Eisernen an, um sich als Stammkeeper zu etablieren.

Doch es sollte anders kommen. Die Berliner hatten zuvor Andreas Luthe (33) vom Liga-Konkurrenten FC Augsburg verpflichtet und der Routinier dachte gar nicht daran, dem zugegeben prominenten Neuling seinen Platz zu räumen.

Er zeigte von Saisonbeginn an eine solide Leistung und leistete sich keine groben Patzer, sodass er Union-Coach Urs Fischer (55) keinen Anlass zu einem Torwartwechsel gab. Dieser betonte auch immer wieder, dass Andi das gut mache und er deshalb nichts ändern wolle.

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Das Karius-Dilemma, 1. Akt: Startelf-Debüt für den 1. FC Union Berlin bei überraschendem Pokal-Aus

Im Dezember 2020 besuchten Loris Karius (27) und seine Freundin Sophia Thomalla (31) die TV-Spendengala "Ein Herz für Kinder".
Im Dezember 2020 besuchten Loris Karius (27) und seine Freundin Sophia Thomalla (31) die TV-Spendengala "Ein Herz für Kinder".  © Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa

Die guten Leistungen der Köpenicker hielten an. Die Mannschaft blieb nach der 1:3-Auftakt-Schlappe gegen Luthes Ex-Klub FC Augsburg sogar acht Spiele nacheinander ungeschlagen in der Bundesliga. Und wie heißt es so schön: "Never change a winning team!"

Obendrein verletzte sich Loris im Oktober dann auch noch im Training.

Schließlich sollte er endlich seine Chance im DFB-Pokal erhalten, doch gegen den Zweitligisten SC Paderborn 07 zeigten die Unioner kurz vor Weihnachten ausgerechnet eine ihrer schwächsten Saisonleistungen und schieden letztendlich nach einem 2:3 aus dem Wettbewerb aus.

Auch wenn er keinen Gegentreffer verschuldet hatte, war diese Niederlage natürlich trotzdem kein gutes Bewerbungsvideo für einen Stammplatz, sodass Fischer in der Liga wieder auf Altbewährtes zurückgriff. Für Karius blieb erneut nur der ungeliebte Platz auf der Bank.

Sein kurzfristiger Umzug in die deutsche Hauptstadt hatte für den 27-Jährigen bis dato eigentlich nur "den Vorteil, dass er zu Hause kuscheln kann mit seiner Sophia Thomalla (31)", wie der Sky-Kommentator Jörg Dahlmann (62) in einem verhängnisvollen Kommentar während seiner Moderation der Pokal-Schlappe bemerkte.

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Das Karius-Dilemma, 2. Akt: Zwei Startelf-Einsätze ohne große Möglichkeit sich auszuzeichnen

Loris Karius hat den Kampf um den Stammplatz im Tor von Union Berlin verloren.
Loris Karius hat den Kampf um den Stammplatz im Tor von Union Berlin verloren.  © Christophe Gateau/dpa

So verging die Zeit, bis Ende Januar endlich sein erster Einsatz in der Bundesliga auf ihn wartete. Gegen Borussia Mönchengladbach durfte Karius endlich sein Debüt für den 1. FC Union feiern, nachdem Luthe verletzt ausgewechselt werden musste. In der Nachspielzeit konnte er seinem Team mit einer starken Parade sogar einen Punkt retten.

Doch auch das brachte ihn bei der Jagd nach der Torwart-Position nicht weiter. Erst ein Krankheitsfall in der Familie von Andreas Luthe bescherte ihm schließlich seinen ersten Startelf-Einsatz beim 0:0 gegen den FC Schalke 04, gefolgt von einer weiteren Bewährungsprobe während des 1:0-Sieges beim SC Freiburg.

Sein Dilemma setzte sich jedoch fort: In beiden Spielen waren die Berliner entweder zu abwehrstark oder der Gegner so schwach in der Offensive, dass kaum ein Ball auf seinen Kasten zuflog und er sich schlicht und einfach überhaupt nicht auszeichnen konnte.

Immerhin, bei Standardsituationen agierte er sehr souverän und zeigte eine gute Strafraumbeherrschung auf. Auch im Aufbauspiel konnte er mit hoher Passgenauigkeit überzeugen.

Doch das allein wird wohl nicht reichen, um seinen Schweizer Trainer von einem Torwartwechsel zu überzeugen. Zumal ein dauerhafter Tausch in dieser Situation auch ziemlich ungerecht gegenüber seinem 33-jährigen Konkurrenten wäre, der das Tor schließlich nur aufgrund einer Privatangelegenheit räumen musste.

Titelfoto: Andreas Gora/dpa

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