Union Berlin vergibt Heimsieg: Fans sorgen trotz Corona für Spiel "mit Stimmung"!

Berlin - Spiel mit Vorbildcharakter? Beim 1:1-Unentschieden zwischen dem 1. FC Union Berlin und dem SC Freiburg waren 4300 Fans im Stadion An der Alten Försterei zugelassen. Die mussten während der gesamten Spielzeit einen Mund-Nasen-Schutz tragen und durften nicht singen oder ihr Team mit Sprechchören anfeuern. 

Die Spieler des 1. FC Union Berlin bedankten sich nach dem Spiel gegen den SC Freiburg bei ihren Fans für die Unterstützung.
Die Spieler des 1. FC Union Berlin bedankten sich nach dem Spiel gegen den SC Freiburg bei ihren Fans für die Unterstützung.  © Andreas Gora/dpa-Pool/dpa

Da hieß es vonseiten der Anhänger kreativ zu werden und trotz aller Umstände entwickelte sich ein "Fußballspiel mit Stimmung", wie Union-Coach Urs Fischer (54) im Nachhinein befand.

Ob es mit tausenden Fans im Fußballstadion bald vorbei ist und nicht nur der Bundesliga wieder nur Geisterspiele drohen, wollte Christian Streich (55) lieber nicht vorhersagen.

"Die Befürchtung ist da, aber man soll den Teufel nicht an die Wand malen", sagte der Trainer des SC Freiburg nach dem Spiel.

"Das mit dem Klatschen tat wirklich gut", lobte Fischer. Die Fans zeigten sich kreativ und klatschten nicht nur rhythmisch. Sie brachten Rasseln, Trommeln oder sogar Kochtöpfe mit, um ihr Team trotz aller Beschränkungen lautstark anzufeuern. 

Für die Zulassung von Fans gab es Kritik auch aus der Berliner Politik - und es wurde deutlich, wo die Schwachstellen dieses Konzepts liegen.

Auch wenn sich die große Mehrheit an die Regeln hielt und im Stadion nur vereinzelt Fans zum Aufsetzen ihres Mund-Nasen-Schutzes ermahnt werden mussten, sah es im Umfeld schon anders aus.

Andreas Luthe: "Die Fans haben das Beste daraus gemacht. An den Fans hat es nicht gelegen!"

Die Union-Fans mussten das Spiel mit angelegtem Mund-Nasen-Schutz verfolgen und durften weder singen, noch ihr Team mit Sprechchören anfeuern.
Die Union-Fans mussten das Spiel mit angelegtem Mund-Nasen-Schutz verfolgen und durften weder singen, noch ihr Team mit Sprechchören anfeuern.  © Andreas Gora/dpa-Pool/dpa

Gedränge an der S-Bahn-Station, dicht bevölkerte Wege zum Stadion, voll besetzte Züge und Zusammenkünfte größerer Gruppen ohne Masken an Bierständen waren vor und nach der Partie im Stadtbezirk Köpenick zu erleben.

In einer Stadt, in der die Corona-Situation mit aktuell weit mehr als 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern außer Kontrolle zu geraten droht, sind das Situationen, die eigentlich vermieden werden sollten.

Ob bei Unions nächstem Heimspiel in zwei Wochen gegen Arminia Bielefeld Zuschauer zugelassen werden, ist noch unklar. "Die Fans haben das Beste daraus gemacht. An den Fans hat es nicht gelegen", resümierte der Berliner Torhüter Andreas Luthe (33) nach einer Begegnung, in der sein Team trotz langer Überlegenheit zwei Punkte vergab.

"Das ärgert uns schon, dass wir nicht drei Punkte hier behalten. Wir waren über 90 Minuten die bessere Mannschaft", sagte Union-Profi Marvin Friedrich (24). Coach Fischer resümierte: "Du musst dich belohnen, haben wir aber nicht. Auf die Leistung dürfen wir stolz sein, auf das Ergebnis nicht. Wir haben schon noch ein bisschen was zu trainieren."

Vor allem, dass 22 Torschüsse - ein Union-Rekordwert in der Bundesliga - nicht für mehr reichten, ärgerte die Eisernen. Schon in der Vorwoche beim 1:1 beim FC Schalke 04 wäre noch mehr drin gewesen. Deswegen musste Fischer zugeben: "Der eine oder andere Punkt fehlt uns auf dem Konto, mit den Leistungen bin ich aber zufrieden."

Titelfoto: Andreas Gora/dpa-Pool/dpa

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