Union verliert Wasserschlacht gegen Feyenoord nach Mega-Patzer von Luthe!

Berlin - Ein Ausrutscher mit Folgen! Der 1. FC Union Berlin hat nach einem Patzer von Andreas Luthe in der Europa Conference League die Wasserschlacht gegen Feyenoord Rotterdam mit 1:2 (1:1) verloren.

Unions Tempodribbler Sheraldo Becker (l.) hat die frühe Führung auf dem Fuß, scheitert hier aber an Gästekeeper Justin Bijlow.
Unions Tempodribbler Sheraldo Becker (l.) hat die frühe Führung auf dem Fuß, scheitert hier aber an Gästekeeper Justin Bijlow.  © Andreas Gebert/dpa, Andreas Gora/dpa (Bildmontage)

Luis Sinisterra hatte die Gäste vor 30.000 Zuschauer im Olympiastadion in Führung gebracht (15. Minute), doch Christopher Trimmel glich noch vor der Pause zum 1:1 aus (41.), ehe Cyriel Dessers für Rotterdam den 2:1-Siegtreffer erzielte.

Zudem flog erst Trimmel (87.) mit Gelb-Rot und dann Cedric Teuchert mit Rot vom Platz (89.).

FCU-Coach Urs Fischer hatte seine Elf nach dem 2:5 gegen den FC Bayern München auf vier Positionen verändert. Innenverteidiger Marvin Friedrich gab nach seiner Corona-Infektion sein Comeback. Statt des verletzten Max Kruse setzte der Schweizer auf den formstarken Kevin Behrens.

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Zudem durften Tymoteusz Puchacz und Levin Öztunali von Beginn an ran. Top-Torjäger Taiwo Awoniyi saß zunächst nur auf der Bank.

Feyenoord-Coach Arne Slot nahm nach dem 1:0 im Stadtderby gegen Sparta Rotterdam nur zwei Wechsel vor. Lutsharel Geertruida und Fredrik Aursnes erhielten den Vorzug vor Alireza Jahanbakhsh und Marcus Holmgren Pedersen.

Die 5200 mitgereisten Feyenoord-Anhänger machten ihrem Ruf alle Ehre und nebelten durch mitgebrachte Pyrotechnik noch vor Anpfiff das Olympiastadion ein. Kaum hatte sich der Rauch verzogen, hatte Sheraldo Becker auch schon das 1:0 auf dem Fuß. Der schnelle Angreifer profitierte von einem Stockfehler, scheiterte aber völlig frei an Keeper Justin Bijlow (6.).

Die Aufstellung des 1. FC Union Berlin

Die Startelf von Feyenoord Rotterdam

Christopher Trimmel bringt den 1. FC Union Berlin zurück ins Spiel

Die Feyenoord-Fans brannten vor dem Anpfiff ein ordentliches Feuerwerk ab.
Die Feyenoord-Fans brannten vor dem Anpfiff ein ordentliches Feuerwerk ab.  © Andreas Gora/dpa

Den besseren Start erwischten allerdings die Gäste. Waren die ersten beide Warnschüsse für Luthe noch kein Problem, musste der Köpenicker Schlussmann schon früh hinter sich greifen.

Bryan Linssens Versuch klatschte noch an den Pfosten, doch Sinisterra schaltete am schnellsten und drückte die Kugel über die Linie - 0:1 (15.). Schon in Rotterdam bereitete der Außenstürmer den Eisernen eine Menge Probleme.

Beiden Teams machten die extrem schwierigen Platzverhältnisse (es hatte den ganzen Tag geregnet) zu schaffen. In der Wasserschlacht von Berlin war der niederländische Traditionsverein aber die reifere Truppe.

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Sie kontrollierten das Spiel, während Union auf Umschaltmomente lauerte. Beinahe wäre Puchacz auch die schnelle Antwort gelungen. Nach einem Doppelpass mit Behrens rauschte sein Schuss jedoch knapp am rechten Pfosten vorbei (20.). 18 Minuten später stand der Pole erneut im Mittelpunkt, diesmal aber als Vorlagengeber. Seine flache Hereingabe landete bei Behrens, dessen Schuss im letzten Moment noch geblockt werden konnte.

Union wurde nun von Minute zu Minute stärker. Erneut war es Puchacz, der das Spielgerät zu Trimmel weiterleite. Rund 20 Meter vor dem Kasten fasste sich der 34-Jährige ein Herz und zimmerte die Kugel in den rechten Winkel. Was für ein Traumtor des Standard-Spezialisten, 1:1 (41.)!

Union Berlins Keeper Andreas Luthe patzt schwer und kostet die Eisernen einen Punkt

Abklatschen mit dem Torschützen. Levin Öztunali jubelt mit Christopher Trimmel über dessen Treffer zum 1:1.
Abklatschen mit dem Torschützen. Levin Öztunali jubelt mit Christopher Trimmel über dessen Treffer zum 1:1.  © Andreas Gora/dpa

Nach dem Seitenwechsel wollten die Gastgeber da weitermachen, wo sie vor dem Pausenpfiff aufgehört haben. Erst war Genki Haraguchis Abschluss zu zentral (46.), dann versuchte es Behrens aus der zweiten Reihe (48.).

Von Rotterdam war bis dato wenig zu sehen. Dann aber leistete sich Puchacz einen Aussetzer. An der Außenbahnlinie spielte er den Ball in die Mitte, direkt in die Füße von Linssen. Luthe eilte jedoch aus dem Kasten und konnte den erneuten Rückstand verhindern (57.).

Dennoch ging der zweite Durchgang klar an die Hausherren. Ein Punkt reichte den Eisernen nicht. Sie wollten den Sieg, auch wenn das Fußballspielen beim Berliner Dauerregen weiter schwierig blieb.

Wenn die Gäste aber mal nach vorne kamen, blieben sie gefährlich. Toornstra versuchte es aus ähnlicher Position wie Trimmel, verfehlte das Tor aber knapp. Dann sollten die Platzverhältnisse Union zum Verhängnis werden. Nach einem Rückpass hatte Luthe die Kugel eigentlich schon unter Kontrolle, rutschte dann aber plötzlich aus. Dessers umkurvte den Keeper und musste nur noch einschieben - 1:2 (72.). Was für ein bitterer Patzer.

Der Treffer zeigte Wirkung. Die Eisernen mussten den Schock erstmal verdauen, hatten sie doch eigentlich alles im Griff, mussten die Schlussphase aber plötzlich zu neunt zu Ende spielen. Erst flog Trimmel wegen Ballwegschlagens mit Gelb-Rot vom Platz (87.), dann sah nur kurze Zeit später der eingewechselte Teuchert (89.) glatt Rot. Er hatte im Liegen leicht nachgetreten. Eine vertretbare Entscheidung.

Auch mit zwei Mann weniger warfen die Köpenicker noch einmal alles nach vorne, konnten sich aber keine gute Gelegenheit mehr erspielen. Damit bleibt Union bei drei Punkten, kann aber dennoch mit zwei Siegen zum Abschluss doch noch Weiterkommen.

Für den die Eisernen geht es am Sonntag zum 1. FC Köln (17.30 Uhr/DAZN), während Feyenoord Rotterdam nur kurz zuvor AZ Alkmaar empfängt (16.45 Uhr).

Titelfoto: Andreas Gora/dpa

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