Union verschlottert Abstiegskracher in Mainz und verschärft Hertha-Krise!

Berlin - Diesen Nachmittag dürfte Nico Schlotterbeck (21) womöglich nicht vergessen! Erst hatte die Freiburg-Leihgabe den entscheidenden Elfmeter verursacht, sah dafür noch die Gelbe Karte und flog kurz nach dem Seitenwechsel auch noch mit Gelb-Rot vom Feld.

Schiedsrichter Sascha Stegemann (r.) zeigt Unions Nico Schlotterbeck (M) die Gelb-Rote-Karte. Florian Hübner (l.) und Marcus Ingvartsen
Schiedsrichter Sascha Stegemann (r.) zeigt Unions Nico Schlotterbeck (M) die Gelb-Rote-Karte. Florian Hübner (l.) und Marcus Ingvartsen  © Thomas Frey/dpa

Konnte der 1. FC Union Berlin lange von Europa träumen, sind sie im neuen Jahr langsam auf dem Boden der Tatsachen gelandet. Das 0:1 beim abstiegsbedrohten 1. FSV Mainz 05 ist schon die dritte Niederlage auf fremden Platz in Folge.

"Wir waren erst ab der 35. Minute im Spiel, hatten dann auch unsere Möglichkeiten. Mainz war um eine Aktion effizienter als wir", erklärte Union-Coach Urs Fischer (54) nach der Partie.

Es war das erwartete umkämpfte Spiel, in dem Chancen zunächst ausblieben. Erst durch den unnötigen Elfmeter nahm die Partie langsam Fahrt auf. Pechvogel Schlotterbeck kam zu spät und stieg Karim Onisiwo (28) voll auf den Fuß.

Den fälligen Strafstoß verwandelte Moussa Niakhaté (24) mit etwas Glück und dem Innenpfosten. Andreas Luthe (33) hatte die Ecke geahnt, konnte den Einschlag aber nicht verhindern. "Wenn er ihn ein bisschen schlechter schießt, hab ich ihn", sagte Unions Schlussmann am Sky-Mikrofon.

Union tat sich gegen aggressive Hausherren weiterhin schwer. Erst nach dem Seitenwechsel spielten die Köpenicker konsequenter nach vorne, schwächten sich aber erneut selbst. Schlotterbeck hatte im Mittelfeld das Bein zu hoch, traf Onisiwo nur im Gesicht und musste neun Minuten nach Wiederanpfiff schon wieder vom Platz.

1. FC Union Berlin verliert drittes Auswärtsspiel in Folge

Unions Marvin Friedrich im Zweikampf mit dem Mainzer Adam Szalai (vorn).
Unions Marvin Friedrich im Zweikampf mit dem Mainzer Adam Szalai (vorn).  © Thomas Frey/dpa -

"Das muss man akzeptieren. Solche Dinge passieren in einer solchen Geschwindigkeit. Da zurückzuziehen ist fast nicht möglichen", haderte der Schweizer viel mehr mit der Entstehung des Platzverweises. "Wir gewinnen den Ball, dann sind zwei von uns nicht einig. Das hat uns sicherlich nicht geholfen."

Union bewies zwar auch in Unterzahl Moral und suchte den Ausgleich, konnte die Mainzer Abwehr aber vor keine großen Probleme stellen. Lediglich bei einem Schuss von Marcus Ingvartsen (24) musste Robin Zentner (26) sein ganzes Können zeigen. "Es hängt an Kleinigkeiten und im Moment machen wir diese Kleinigkeiten nicht gut."

Wie schon zwei Wochen zuvor in Augsburg (1:2) stand am Ende die nächste Niederlage gegen einen vermeintlich Kleinen fest. Von Abstiegssorgen kann in Köpenick angesichts von 29 Punkten aber nicht die Rede sein. Ganz anders beim Stadtnachbarn Hertha BSC.

Ausgerechnet die Union-Pleite verschärft noch einmal die Situation in Charlottenburg. Der Vorletzte aus Mainz verkürzt den Rückstand auf die Alte Dame damit auf nur noch vier Punkte. Punktet Arminia Bielefeld am heutigen Sonntag gegen den SV Werder Bremen (18 Uhr/Sky) rutscht Hertha sogar auf den Relegationsplatz ab.

Titelfoto: Thomas Frey/dpa

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