Monatelange Kurzarbeit droht: So will Union das TV-Geld nutzen

Berlin - Fußball-Bundesligist 1. FC Union Berlin will mit dem durch die Deutsche Fußball Liga angekündigten TV-Geld das Kurzarbeitergeld der Clubmitarbeiter aufstocken.

Dirk Zingler sieht Union nicht in der Existenz bedroht.
Dirk Zingler sieht Union nicht in der Existenz bedroht.  © Andreas Gora/dpa

Keiner wisse derzeit, wie lange in der Bundesliga durch die Corona-Pandemie ohne Zuschauer gespielt werden müsse. "Es droht die Gefahr, dass unsere Mitarbeiter mehrere Monate in Kurzarbeit sind", sagte Union-Präsident Dirk Zingler in einem Interview auf der Homepage der Eisernen.

Daher werde der 1. FC Union einen Teil des bald erwarteten Fernsehgeldes für den Rest der Saison nutzen, bei den Mitarbeitern "die Lücke zu schließen zwischen Kurzarbeit und ursprünglichem Gehalt", kündigte Zingler an.

Der Aufsteiger gehöre nicht zu den Vereinen, "die in ihrer Existenz bedroht sind", versicherte Zingler. 

"Alle wissen, das es ein schweres Brett ist, das wir da bohren", sagte er zu den derzeitigen Bemühungen, trotz der Corona-Krise die Meisterschaft zu Ende zu spielen. 

Der Fußball müsse dabei alles tun, "um in der gesellschaftlichen Akzeptanz zu bleiben". Eine Task Force "Sportmedizin/Sonderspielbetrieb" hat ein Konzept erarbeitet, das die medizinischen und organisatorischen Rahmenbedingungen für Geisterspiele vorgibt. 

Über eine Wiederaufnahme des Spielbetriebes müssen nun Politik und die Gesundheitsexperten entscheiden.

"Wir sind gerade dabei, das Bestmögliche unter den schlechtesten Fälle zu organisieren, weil wir uns verantwortlich fühlen für unsere Mitarbeiter und unseren Club", erklärte Zingler zu den möglichen Spielen ohne Fans, die bei Union einen besonderen Stellenwert besitzen.

"Deshalb denke ich, dass einige Meinungsäußerungen zu kurz gedacht sind", entgegnete der Clubchef den Kritikern der Saison-Fortsetzung. "Ich kenne keinen Spieler, der eine Sonderrolle spielen möchte. Sie freuen sich nicht darauf, ihren Beruf so auszuüben wie sie ihn jetzt ausüben", ergänzte Zingler.

Titelfoto: Andreas Gora/dpa

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