Wird den Fans von Union Berlin jetzt das Singen verboten?

Berlin - Lohnt sich da überhaupt noch ein Stadionbesuch? Laut der Berliner Infektionsschutzverordnung sind Fan-Gesänge im Stadion verboten. Klatschen ja, aber singen Nein. Dabei ist das Anfeuern einer der Gründe, um überhaupt ins Stadion zu gehen.

Fans von Union Berlin verfolgen das Spiel gegen Mainz 05 mit Abstand zueinander auf der Stehtribüne des Stadions.
Fans von Union Berlin verfolgen das Spiel gegen Mainz 05 mit Abstand zueinander auf der Stehtribüne des Stadions.  © Andreas Gora/dpa

Von dem Verbot weiß auch der 1. FC Union Berlin. Gesungen wurde beim Testspiel gegen Zweitligist Hannover 96 aber dennoch. Konsequenzen fürchten die Köpenicker aber nicht.

Kommunikations-Geschäftsführer Christian Arbeit kritisierte vielmehr beim Sender RBB: "Die Frage ist: Bleiben eigentlich die Regeln nachvollziehbar für die Menschen oder kommen wir langsam an seltsame Grenzen."

Am vergangenen Freitag, als Union mit 4:0 das Bundesligaspiel gegen den FSV Mainz 05 gewonnen hatte, seien die Fangesänge noch erlaubt gewesen. 

"Und es sind ja keine anderen Menschen, die fünf Tage später hier sind, ein ganz ähnliches Erlebnis erleben und sich viel Mühe geben, alle bisher bekannten Regeln einzuhalten", meinte Arbeit und kritisierte: "Singen in geschlossenen Räumen ist bei Abstand nach wie vor erlaubt, Singen im Freien plötzlich nicht mehr."

Vor 1795 Zuschauern gelang der Mannschaft von Trainer Urs Fischer auch am Donnerstagabend wieder ein Kantersieg. Am Ende stand ein 4:1 auf der Anzeigetafel. Gegner war Zweitligist Hannover 96. Dabei hatten die Anhänger der Köpenicker auch wieder gesungen.

Unter Paragraf 5 der sechsten Corona-Infektionsschutzverordnung heißt es allerdings unter Punkt neun: "Fan-Gesänge und Sprechchöre sind zu unterlassen." Union-Kommunikationschef Arbeit: "Wir haben ja niemanden aufgefordert, hier zu singen."

Titelfoto: Andreas Gora/dpa

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