Jetzt wird Union Berlin zu Werders letzter Hoffnung!

Berlin -  Jetzt muss der 1. FC Union unfreiwillig als Abstiegsmacher ran. Am letzten Geisterspieltag einer speziellen Fußball-Saison ist das Brennglas plötzlich nochmal auf den Aufsteiger aus Berlin-Köpenick gerichtet, obwohl auch das jüngste 0:4 bei 1899 Hoffenheim am insgesamt guten Eindruck des vorzeitig geretteten Neulings nichts geändert hat.

Werder Bremens Trainer Florian Kohfeldt (l.) braucht die Unterstützung von Grischa Prömel (r.) und Co.
Werder Bremens Trainer Florian Kohfeldt (l.) braucht die Unterstützung von Grischa Prömel (r.) und Co.  © Thomas Kienzle/AFP Pool/dpa. Arne Dedert/dpa

Die Eisernen versprechen zum Halali am kommenden Samstag gegen Fortuna Düsseldorf nochmals einen aufopferungsvollen Kampf. 

"Wir werden unter der Woche wieder alles unternehmen, dass es so kommt", erklärte Trainer Urs Fischer nach der hohen Niederlage gegen die TSG.

Nur wenn Fortuna nicht bei Union gewinnt, hat Werder Bremen bei einem eigenen Sieg gegen den 1. FC Köln noch die Chance, dem direkten Absturz in die 2. Liga zu entgehen und noch die Abstiegs-Relegation zu erreichen. 

Den Unionern ist die Brisanz schon jetzt bewusst. "Es gilt nochmals zuzulegen, um dieses letzte Spiel nach Möglichkeit zu gewinnen", betonte Coach Fischer. "Ich glaube nicht, dass die Mannschaft schon im Urlaub ist", erklärte Manager Oliver Ruhnert.

In Hoffenheim fehlten dem Team die Konzentration und der letzte Biss. "Auf der einen Seite hat man die letzte Konsequenz gesehen, auf der anderen nicht", bemerkte Fischer deutlich. 

"Logisch, wenn du nach diesem Marathon über die Ziellinie läufst, dass da auch Spannung abfällt", schloss der Schweizer an. "Es kann schon sein, dass die Feier ein paar Körner gekostet hat. Aber die wird es jetzt nicht geben - vielleicht reicht es dann ja für das Wochenende", ergänzte Mittelfeldspieler Robert Andrich.

Union kann Hertha nicht mehr überholen

Michael Parensen (l.) vom 1. FC Union Berlin und Pavel Kaderabek von 1899 Hoffenheim kämpfen um den Ball.
Michael Parensen (l.) vom 1. FC Union Berlin und Pavel Kaderabek von 1899 Hoffenheim kämpfen um den Ball.  © Thomas Kienzle/AFP Pool/dpa

Die spielfreudigen Hoffenheimer nutzten Unions Auszeiten zu einem verdienten Erfolg. Die Tore von Ihlas Bebou (11. Minute), Andrej Kramaric (39.), Munas Dabbur (45.+2) und Christoph Baumgartner (68.) sicherten der TSG bereits den siebten Platz. 

Nun geht es am 34. Spieltag beim feststehenden Vizemeister Borussia Dortmund darum, Rang sechs und damit die direkte Europa-League-Qualifikation zu erreichen.

Union steht mit 38 Punkten auf Rang zwölf, drei Zähler und zehn Tore schlechter als Hertha. Doch auch, wenn die Eisernen den Stadtrivalen praktisch nicht mehr überholen können, wollen sie als nun einjähriger Erstligist ihre Reife beweisen. 

"Man hat ja die Ergebnisse jetzt mitbekommen. Bremen wird schon auf uns hoffen. Klar, das muss uns bewusst sein. Da werden wir nochmal versuchen, den Fokus so gut es geht auf das Spiel zu bekommen", betonte Andrich.

Ob Fischer wie in Hoffenheim erneut den Gladbacher Leihspieler Moritz Nicolas ins Tor stellt, ließ er offen. Eine Belohnung sei es gewesen, aber kein Geschenk, sagte der Trainer zum Union-Debüt des 22 Jahre jungen Keepers, "weil er es sich verdient hat mit seiner Arbeit. Er hat auch Rafal immer wieder gepusht, darum hat er sich dieses Spiel mehr als verdient". Stammkeeper Rafal Gikiewicz wird Union nach der Saison verlassen, eine neue Nummer 1 wird gesucht.

"Ich empfand es als gut, er war von der ersten Sekunde an bereit, sonst wären wir noch früher in Rückstand geraten", sagte der Trainer zur Leistung von Nicolas. "Er hatte gute Momente, aber natürlich das eine oder andere, an dem er noch arbeiten muss." Den Ausschlag, ob das letzte Saisonspiel gelingt oder nicht, werden für Fischer aber andere Punkte geben: "Wenn wir nicht auf ganz hohem Niveau spielen, wird es schwierig."

Titelfoto: Thomas Kienzle/AFP Pool/dpa, Arne Dedert/dpa

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