Union Berlin bucht Europa: Mit rauschender Fan-Party in die Gruppenphase

Berlin - Was für ein Fest in Rot: Dem 1. FC Union Berlin reichte am Donnerstagabend ein mageres 0:0-Unentschieden gegen Kuopion PS, um in die Gruppenphase der UEFA Conference League einzuziehen.

Der Innenraum des Berliner Olympiastadions wird im Vorfeld der Partie in rotes Licht getaucht. Mehr als 22.000 Union-Fans haben den Weg in den Westteil Berlins gefunden und für eine Gänsehaut-Atmosphäre gesorgt.
Der Innenraum des Berliner Olympiastadions wird im Vorfeld der Partie in rotes Licht getaucht. Mehr als 22.000 Union-Fans haben den Weg in den Westteil Berlins gefunden und für eine Gänsehaut-Atmosphäre gesorgt.  © Andreas Gora/dpa

Den Grundstein für das Weiterkommen legten die Eisernen bereits eine Woche zuvor beim überzeugenden 4:0-Hinspielsieg in Helsinki. Diesen Vorsprung gaben sie sich nicht mehr aus der Hand.

Das Geschehen auf dem grünen Rasen ist dabei schnell erzählt. Union war besonders in der ersten Halbzeit die überlegene Mannschaft, konnte die erspielten Torchancen aber nicht nutzen.

In der zweiten Halbzeit kamen die Underdogs aus Finnland noch einmal auf und zwangen Union-Keeper Andreas Luthe (34) mit ihren Abschlüssen mehrmals zu Paraden. Am Ende konnten die Gäste sich mit erhobenem Haupt aus dem Wettbewerb verabschieden.

Union Berlin mit Euro-Party ohne Happy End: Fans feiern Spieler trotz Niederlage
1. FC Union Berlin Union Berlin mit Euro-Party ohne Happy End: Fans feiern Spieler trotz Niederlage

Union-Coach Urs Fischer (55) gönnte in der Partie unter anderem Max Kruse (33) eine Pause vor dem wichtigen Heimspiel am Sonntag (15.30 Uhr/DAZN) gegen Borussia Mönchengladbach.

Noch eine kleine Randnotiz: Ein Boateng absolvierte im Olympiastadion doch noch einmal einen Einsatz auf europäischer Bühne. Allerdings handelte es sich dabei um den KuPS-Kicker Nana Boateng (27), der nicht verwandt oder verschwägert mit den Berliner Boatengs ist.

Die Spieler von Union Berlin drehen eine Ehrenrunde im Berliner Olympiastadion

Rauschende Union-Fan-Party im Olympiastadion, die selbst den Gegner begeistert

Die Spieler von Union Berlin feiern nach dem Spiel den Einzug in die Gruppenphase der UEFA Conference League mit ihren Fans.
Die Spieler von Union Berlin feiern nach dem Spiel den Einzug in die Gruppenphase der UEFA Conference League mit ihren Fans.  © Andreas Gora/dpa

Das eigentliche Highlight der Begegnung spielte sich jedoch auf den Rängen ab, denn die Union-Fans brannten ein wahres Stimmungsfeuerwerk ab und das im verhassten Olympiastadion von Lokalrivale Hertha BSC.

Dennoch machten sich 22.159 Zuschauer in den Westteil Berlins auf, um ihren Lieblingen eine Gänsehaut-Atmosphäre zu bereiten. Die Anhänger schmetterten über die vollen 90 Minuten ihre Gesänge, ohne eine Pause einzulegen.

Nach dem Spiel bedankte sich das Team für die tolle Unterstützung und feierte den Einzug in die Gruppenphase gemeinsam mit ihren Schlachtenbummlern.

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Die Kicker aus dem hohen Norden zeigten sich sichtlich beeindruckt von der rauschenden Fan-Party, denn sie verharrten nach dem Abpfiff noch lange Zeit am Spielfeldrand und schauten der Feier aus der Ferne zu. Einige zückten sogar ihr Handy, um das bunte Treiben festzuhalten.

Kleiner Wermutstropfen: Zu Beginn der zweiten Halbzeit übertrieben es die Getreuen der Köpenicker jedoch ein wenig und vernebelten mit einer Pyro-Einlage das gesamte Spielfeld - ein Vorfall, der die Eisernen seitens der UEFA wohl noch teuer zu stehen kommen dürfte.

Union-Coach Urs Fischer äußert sich auf der Pressekonferenz zum Einzug in die Gruppenphase

In der Gruppenphase könnte der 1. FC Union Berlin auf hochkarätige Gegner treffen

Union-Coach Urs Fischer (55, r.) verschiedet sich nach dem Spiel von dem Gegner aus Finnland. Die KuPS-Kicker verweilten nach Abpfiff noch lange am Spielfeldrand und wohnten der Union-Fan-Party bei.
Union-Coach Urs Fischer (55, r.) verschiedet sich nach dem Spiel von dem Gegner aus Finnland. Die KuPS-Kicker verweilten nach Abpfiff noch lange am Spielfeldrand und wohnten der Union-Fan-Party bei.  © Andreas Gora/dpa

Die Unioner können sich also auf drei weitere "Schüsselspiele" in der Conference League freuen - so tauften die Fans die Begegnung im fremden Stadion nämlich kurzerhand.

Und wer weiß wie viele Anhänger den Weg dann noch in die Arena finden, wenn möglicherweise ein echter Top-Gegner nach Berlin kommt: Man stelle sich ein Union-Spiel vor 50.000 oder mehr Zuschauern vor, wenn die Corona-Regeln dies in naher Zukunft wieder zulassen sollten.

Und Top-Gegner sind durchaus im Bereich des Möglichen, denn die Fischer-Truppe findet sich bei der Auslosung der Gruppenphase am Freitag in Lostopf drei wieder.

Im ersten Topf lauern dabei unter anderem Kracher wie Tottenham Hotspur, AS Rom, FC Basel, FC Kopenhagen, KAA Gent oder AZ Alkmaar, die allesamt über Champions-League-Erfahrung verfügen.

Selbst Topf zwei ist mit Feyenoord Rotterdam, Maccabi Tel Aviv, PAOK Thessaloniki, Stade Rennes oder FK Partizan Belgrad noch hochgradig besetzt.

Am Freitagmittag wissen Verein und Fans, was das Abenteuer Europa noch für sie parat hält und seien wir doch einmal ehrlich: London oder Rom sind doch immer eine Reise wert, nicht wahr?

Titelfoto: Andreas Gora/dpa

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