Union Berlins Europa-League-Showdown in Belgien: Fan-Ärger und ein großer Traum

Berlin - Es wäre der nächste Höhepunkt dieser bislang so erfolgreichen Saison des 1. FC Union Berlin: Gegen Royale Union Saint-Gilloise kann das Team das Überwintern in der Europa League sichern - hat aber keine eigenen Fans im Rücken.

Weil sich beim Auswärtsspiel in Malmö einige Union-Anhänger daneben benahmen, durfte der Verein keine Tickets für das anstehende Auswärtsspiel in Belgien verkaufen.
Weil sich beim Auswärtsspiel in Malmö einige Union-Anhänger daneben benahmen, durfte der Verein keine Tickets für das anstehende Auswärtsspiel in Belgien verkaufen.  © Matthias Koch/dpa

Wer am Sonntag beim Last-Minute-Sieg gegen Borussia Mönchengladbach mal wieder gesehen hat, wie sich bei den Eisernen Mannschaft und Fans gegenseitig zu Höchstleistungen anstacheln, muss das als Nachteil sehen.

Wegen Verfehlungen von Teilen des Anhangs bei der Partie in Malmö (1:0) durften die Köpenicker für das Spiel am Donnerstag (21 Uhr/RTL+) keine Tickets verkaufen, so viel war schon seit Wochen klar.

Doch am Dienstag zog die Stadt Leuven, wo Saint-Gilloise seine Europapokalspiele austragen muss, nach: Für die ganze Stadt und Umgebung wurde ein Betretungsverbot für Union-Fans erhoben, mit Festnahmen gedroht.

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Zum großen Ärger der Berliner: "Ich halte diese Maßnahme der belgischen Behörden für unverhältnismäßig und falsch. Sie bestraft mal wieder nicht die Täter, sondern viele friedliche Fußballfans", sagte Union-Präsident Dirk Zingler.

Wohl oder übel musste Union seinen Anhängern empfehlen, die Reise nicht anzutreten. Nach Berichten in sozialen Medien waren einige allerdings am Dienstag schon auf dem Weg.

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Union Berlin im sportlichen Höhenflug, aber nur die Fans dürfen träumen

Urs Fischer (56) schwimmt mit seinem Team in der Bundesliga gerade auf einer Erfolgswelle und will diesen Kurs auch in der Europa League fortsetzen.
Urs Fischer (56) schwimmt mit seinem Team in der Bundesliga gerade auf einer Erfolgswelle und will diesen Kurs auch in der Europa League fortsetzen.  © Andreas Gora/dpa

Sportlich dagegen ist die Mannschaft von Urs Fischer (56) obenauf: Auf die enttäuschende Niederlage beim damaligen Liga-Schlusslicht Bochum ließen die Eisernen einen Arbeitssieg gegen Braga und einen emotionalen Kraftakt gegen Mönchengladbach folgen.

"Es spricht für den Charakter und die Mentalität der Mannschaft, wenn du solch eine Wucht erzeugen kannst", sagte der Schweizer. Mehrere englische Wochen in den Beinen merkte man der Mannschaft nicht an.

Dabei zahlte sich auch die verbesserte Breite des Kaders aus. Nach zähen 60 Minuten konnte Fischer nachlegen. Jamie Leweling (21) und Kevin Behrens (31) machten ordentlich Werbung für sich. "Die Fans träumen, aber wir reden nicht darüber. Wir geben einfach Gas", sagte Torschütze Behrens.

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Dazu ist das Ende der Strapazen absehbar: Noch vier Spiele stehen für die Köpenicker vor der WM-Pause an.

Union Berlin braucht Sieg gegen Saint-Gilloise, um sicher in Europa League zu überwintern

Besonders ohne den Rückhalt ihrer Fans müssen die Union-Kicker am Donnerstag noch einmal starken Zusammenhalt demonstrieren, um den Verbleib in der Europa League zu sichern.
Besonders ohne den Rückhalt ihrer Fans müssen die Union-Kicker am Donnerstag noch einmal starken Zusammenhalt demonstrieren, um den Verbleib in der Europa League zu sichern.  © Andreas Gora/Deutsche Presse-Agentur GmbH/dpa

Bei aller Demut würde sich bei den Eisernen wohl niemand beschweren, als Bundesliga-Primus und mit dem Weiterkommen in der Europa League als verfrühtes Geschenk in den Weihnachtsurlaub zu fahren.

In Belgien haben die Berliner ihr Schicksal in der eigenen Hand. Nach zwei Niederlagen zum Start und drei darauffolgenden Siegen am Stück stehen sie in der Gruppe D auf Platz zwei. Mit neun Punkten liegt der Fußball-Bundesligist zwei Zähler vor Braga.

Ein Sieg gegen Saint-Gilloise - sicherer Gruppenerster - und Union steht in der K.-o.-Runde mit Chance auf einen besonders attraktiven Gegner.

Bei einem Remis oder einer Niederlage in Leuven dürfte Braga dagegen gegen das punktlose Schlusslicht Malmö FF nicht gewinnen. Ansonsten würde es für die Köpenicker im neuen Jahr in der Conference League weitergehen.

Titelfoto: Andreas Gora/Deutsche Presse-Agentur GmbH/dpa, Andreas Gora/dpa (Bildmontage)

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