2500 Fans auf dem Weg nach Rotterdam: Union-Delegation von Hooligans angegriffen

Berlin/Rotterdam - Der 1. FC Union Berlin peilt die nächste rauschende Europapokal-Party an: Am Donnerstagabend (18.45 Uhr/TVNow) treten die Eisernen in der Europa Conference League beim holländischen Traditionsklub Feyenoord Rotterdam an. Im Vorfeld ist es jedoch zu einer fiesen Attacke auf eine Union-Delegation gekommen.

Rund 2500 Fans des 1. FC Union Berlin haben sich auf den Weg nach Rotterdam gemacht, um ihre Lieblinge im Conference-League-Duell mit Feyenoord Rotterdam anzufeuern.
Rund 2500 Fans des 1. FC Union Berlin haben sich auf den Weg nach Rotterdam gemacht, um ihre Lieblinge im Conference-League-Duell mit Feyenoord Rotterdam anzufeuern.  © Matthias Koch/dpa

Auch auf der nächsten Station seiner Europa-Tournee kann der Hauptstadtklub einmal mehr auf die Unterstützung seiner treuen Fans bauen. Wie schon bei der 1:3-Auftaktniederlage gegen Slavia Prag haben sich erneut rund 2500 Schlachtenbummler auf den Weg in die niederländische Hafenstadt gemacht.

Allerdings erwartet die Fischer-Truppe im legendären De Kuip eine hitzige Atmosphäre vor mehr als 40.000 Zuschauern - eine Kulisse, vor der die Berliner seit dem Beginn der Corona-Pandemie nicht mehr aufgelaufen sind.

Die Unioner werden ihre Lieblinge sicherlich auch diesmal wieder ununterbrochen mit Gesängen während der gesamten 90 Minuten anfeuern, aber, ob sie sich gegen die Übermacht der Feyenoord-Fans behaupten können, bleibt abzuwarten.

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Union-Coach Urs Fischer (55) ist sich der "außergewöhnlichen Stimmung" bewusst, auf die sich seine Mannschaft einstellen muss. Allerdings ist er auch der Meinung, "dass wir die Stimmung ein bisschen genießen sollten".

Der 1. FC Union Berlin beim Abschlusstraining im legendären De Kuip von Rotterdam

Union-Delegation von Hooligans vor Bar in Rotterdam angegriffen

Vor dem Conference-League-Spiel in Rotterdam ist eine Union-Delegation angegriffen worden, der unter anderem Präsident Dirk Zingler (57, v.l.n.r.), Präsidiumsmitglied Oskar Kosche (54) und Pressesprecher Christian Arbeit (47) angehörten.
Vor dem Conference-League-Spiel in Rotterdam ist eine Union-Delegation angegriffen worden, der unter anderem Präsident Dirk Zingler (57, v.l.n.r.), Präsidiumsmitglied Oskar Kosche (54) und Pressesprecher Christian Arbeit (47) angehörten.  © Jörg Carstensen/dpa, Matthias Koch/dpa (Bildmontage)

Die Hitzige Stadionatmosphäre ist eine Sache, aber am Mittwochabend wurde eine Union-Delegation, der unter anderem Präsident Dirk Zingler (57), Pressesprecher Christian Arbeit (47) und Präsidiumsmitglied Oskar Kosche (54) angehörten, von Hooligans angegriffen.

Der "Berliner Kurier" hatte zuerst von dem Vorfall berichtet.

"Zum Glück gab es keine ernsthaften Verletzungen. Mit sowas rechnet man nicht. Es waren ja auch rund ein Drittel Frauen und auch ältere Personen darunter", teilte Arbeit am Donnerstagmorgen mit.

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Demnach wollte eine Gruppe von insgesamt 25 Personen den Abend gemütlich in einer Bar unweit des Mannschaftshotels ausklingen lassen, als sie auf einer Terrasse sitzend von einer mehrköpfigen Meute angegriffen wurde.

Wie die Rotterdamer Polizei bei Twitter mitteilte, sei eine Person nach der Attacke ins Krankenhaus gebracht und ein Angreifer festgenommen worden. "Die Person ist aus dem Krankenhaus raus. Es war wohl vor allem der Schock. Es ging ja alles relativ schnell", gab Arbeit mittlerweile Entwarnung.

Dennoch hat der Verein bei Twitter die anreisenden Fans gebeten, sich möglichst direkt am Treffpunkt Oude Haven einzufinden, um von dort mit Shuttlebussen zum Stadion zu fahren. Zudem sollen sich die Schlachtenbummler am besten in großen Gruppen aufhalten, um weiteren Angriffen vorzubeugen.

Die Polizei von Rotterdam berichtet bei Twitter von dem Angriff auf die Union-Delegation

Der 1. FC Union Berlin gibt bei Twitter eine Warnung an seine Fans heraus

Union Berlin muss gegen Feyenoord Rotterdam auf Abwehrsäule Marvin Friedrich verzichten

Union Berlin muss am Donnerstag auf Innenverteidiger Marvin Friedrich (25) verzichten, weil er sich mit Corona infiziert hat.
Union Berlin muss am Donnerstag auf Innenverteidiger Marvin Friedrich (25) verzichten, weil er sich mit Corona infiziert hat.  © Matthias Koch/dpa

Aus rein sportlicher Sicht muss den Köpenickern vor dem Duell mit dem aktuell Tabellenfünften der Eredivisie nicht Bange sein, schließlich hat der FCU die letzten vier Pflichtspiele allesamt gewonnen, so auch die zweite Partie in der Conference League.

Nach dem ungefährdeten 3:0-Sieg gegen Maccabi Haifa rangiert der 1. FC Union auf Rang drei in Gruppe E, kann bei einem Sieg jedoch an Tabellenführer Feyenoord vorbeiziehen.

Bei dem Unterfangen muss der Schweizer Übungsleiter jedoch auf Co-Abwehrchef Marvin Friedrich (25) verzichten, der sich aufgrund einer Corona-Infektion in häuslicher Quarantäne befindet.

"Er fehlt uns. Wie sehr, werden wir sehen. Der Spieler, der seinen Platz einnimmt, wird seine Sache gut machen", sagte Fischer über den Ausfall des 25-Jährigen, für den aller Voraussicht nach Timo Baumgartl (25) in die Innenverteidigung rücken dürfte.

Pikant: Ausgerechnet ein Niederländer könnte Schuld am Ausfall der Abwehrsäule sein, denn Gäste-Stürmer Wout Weghorst (29) wurde nach dem 2:0-Bundesliga-Heimsieg gegen den VfL Wolfsburg positiv auf das Coronavirus getestet.

Titelfoto: Matthias Koch/dpa

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