Vom Eisernen Thron zum wackligen Fohlen: Die zwei Welten von Marvin Friedrich

Berlin - Manchmal geht alles ganz fix: So blitzartig wie sein Abschied vom 1. FC Union Berlin erfolgte, so schnell sehen sich Marvin Friedrich (26) und seine alte Liebe auch schon wieder. Für den Neu-Gladbacher dürfte es aber keine entspannte Zusammenkunft geben.

Nach seinem Wechsel vom 1. FC Union Berlin zu Borussia Mönchengladbach hätte es für Marvin Friedrich (26, Vordergrund) kaum einen schlimmeren Start geben können.
Nach seinem Wechsel vom 1. FC Union Berlin zu Borussia Mönchengladbach hätte es für Marvin Friedrich (26, Vordergrund) kaum einen schlimmeren Start geben können.  © Swen Pförtner/dpa

Noch nicht mal zwei Wochen ist es her, da packte der 26-Jährige seine Koffer und machte sich auf den Weg zu Borussia Mönchengladbach. Über eine ruhige Zeit der Eingewöhnung konnte er sich allerdings nicht freuen.

Sein neues Abenteuer fängt nämlich direkt mit einem Sprung ins kalte Wasser an. Kaum beim neuen Verein angekommen, wird er schon in der Startelf gebraucht, weil die Fohlen den eigenen Ansprüchen hinterher rennen und im unteren Mittelfeld der Bundesliga herumdümpeln.

Seine beiden ersten Einsätze im neuen Trikot - jeweils über die kompletten 90 Minuten - gingen jedoch komplett in die Hose! Erst verlor man in der Liga zuhause mit 1:2 gegen Bayer 04 Leverkusen und dann erlebte er im DFB-Pokal auch noch eine böse 0:3-Blamage bei Hannover 96 mit.

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Ob der Schritt zur Borussia für ihn der Richtige war, kann man nach nur zwei Partien natürlich noch nicht sagen.

Dennoch muss Friedrich ein Pokaldesaster verkraften, während seine früheren Kollegen in Berlin einen irren 3:2-Derbysieg gegen Hertha BSC und den Einzug ins Viertelfinale feierten.

Marvin Friedrich und die wackelige Fohlen brauchen Punkte gegen den 1. FC Union Berlin

Im Trikot des 1. FC Union Berlin hatte Marvin Friedrich (26, l.) oft Grund zur Freude.
Im Trikot des 1. FC Union Berlin hatte Marvin Friedrich (26, l.) oft Grund zur Freude.  © Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa

Über den Stadtderby-Triumph seiner alten Truppe dürfte sich der ehemalige FCU-Abwehrboss sicher gefreut haben. Im Duell zwischen Gladbach und Union am heutigen Samstag (15.30 Uhr/Sky) gönnt er ihnen auf dem Rasen aber sicher nicht einen einzigen Zentimeter.

Schließlich will er zeigen, dass sein Schritt an den Niederrhein kein persönlicher Abstieg vom Eisernen Thron zum wackeligen Fohlen war.

Wie Letzteres präsentieren sich die Schützlinge von Trainer Adi Hütter (51) allerdings immer wieder.

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Nach einem 2:1-Sieg über den großen FC Bayern München schien sich die Fohlenelf aufzurappeln und einen wilden Ritt in Richtung Europapokal-Plätze in Angriff zu nehmen.

Aber nix da! Stattdessen folgten die zwei genannten Pleiten mit dem Neuzugang aus Köpenick, weswegen der Traditionsklub mittlerweile nur noch vier Zähler vor Abstiegsplatz 17 steht.

Wird also allerhöchste Eisenbahn, dass Friedrich und seine Mitspieler Punkte sammeln - auch wenn der Abschied von der schönen Union-Zeit erst so kurz her ist.

Titelfoto: Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa, Swen Pförtner/dpa (Bildmontage)

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