Der Traum vom Weiterkommen lebt: Union Berlin ringt Maccabi Haifa nieder!

Haifa/Berlin - Nochmal gut gegangen: Der 1. FC Union Berlin riss sich nach schwacher erster Halbzeit gegen Maccabi Haifa zusammen und erkämpfte sich im zweiten Durchgang ein 1:0 (0:0). So können die Eisernen in der Europa Conference League noch auf das Weiterkommen hoffen.

Der 1. FC Union Berlin entschied ein hart umkämpftes Conference-League-Spiel gegen Maccabi Haifa für sich.
Der 1. FC Union Berlin entschied ein hart umkämpftes Conference-League-Spiel gegen Maccabi Haifa für sich.  © Matthias Koch/dpa

Im Sammy Ofer Stadion erzielte Julian Ryerson den einzigen und damit goldenen Treffer des Tages (66.). Für eine unschöne Szene sorgte Hausherren-Angreifer Omer Atzili, der dem Torschützen mit offener Sohle übel gegen das Schienbein trat. Der Israeli sah nur Gelb, obwohl ein Platzverweis angemessen gewesen wäre.

Trainer Urs Fischer stellte sein Team im Vergleich zum 2:0-Derby Sieg gegen Hertha BSC auf vier Positionen um. Neben Frederik Rönnow durften auch Ryerson, Tymoteusz Puchacz und Kevin Möhwald von Beginn an ran. Dafür nahmen Stammkeeper Andreas Luthe, Niko Gießelmann und Grischa Prömel auf der Bank Platz. Zudem fehlte Kapitän Christopher Trimmel Gelb-Rot-gesperrt.

Maccabi-Coach Barak Bakhar entschied sich für drei Änderungen. Rami Gershon, José Rodríguez und Godsway Donyoh rückten anstelle von Taleb Tawatha, Ali Mohamed und Atzili in die Anfangself.

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Die Begegnung entpuppte sich vom Start weg nicht gerade als fußballerischer Leckerbissen, weil die Kicker insbesondere in den ersten 20 Minuten ausschließlich mit Ungenauigkeiten auffielen.

Fans beider Lager warteten vergebens auf vernünftige Angriffe oder gar Abschlüsse. Ein Hauch von Gefahr kam immer nur dann auf, wenn der FCU-Abwehr leichtsinnige Fehlpässe im Aufbau unterliefen.

Startelf vom 1. FC Union Berlin für die Auswärtspartie in der Conference League bei Maccabi Haifa

Maccabi Haifa und der 1. FC Union Berlin starten verheißungsvoll in die zweite Hälfte

Die rund 600 mitgereisten Union-Fans sahen eine langweilige erste Halbzeit zwischen Maccabi Haifa und dem 1. FC Union Berlin.
Die rund 600 mitgereisten Union-Fans sahen eine langweilige erste Halbzeit zwischen Maccabi Haifa und dem 1. FC Union Berlin.  © Matthias Koch/dpa

Auch der Rest der ersten Halbzeit sollte schwere Kost bleiben. Ausrutscher und verkorkste Annahmen auf beiden Seiten prägten das Bild.

Vor allem von den Jungs in den rot-weißen Trikots hatte man mehr erwartet, aber weder über Spielmacher Max Kruse noch mit langen Bällen auf Sturmtank Taiwo Awoniyi konnten sie gefährlich werden. Deswegen ging es wenig überraschend mit einem 0:0 in die Kabinen.

Der Pausentee schien beiden Teams geschmeckt zu haben. Erst schloss Haifa-Angreifer Din David im Sechzehner ab und verpasste das Gästegehäuse nur um wenige Zentimeter (48.).

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Wenig später versuchten es auch die Unioner mal mit Offensivdrang. Allerdings konnten weder Kruse (56.) noch Linksverteidiger Puchacz (58.) ihre Distanzschüsse aufs Tor bringen.

Der Linksschuss blieb die einzige nennenswerte Aktion des Polen, der dann genauso wie zwei seiner Kollegen ausgewechselt wurde.

Coach Fischer belebte seine Truppe mit drei frischen Akteuren.

Julian Ryerson köpft den 1. FC Union Berlin gegen Maccabi Haifa zum Auswärtssieg

Im zweiten Durchgang gelang dem 1. FC Union Berlin durch den Norweger Julian Ryerson das goldene Tor gegen Maccabi Haifa.
Im zweiten Durchgang gelang dem 1. FC Union Berlin durch den Norweger Julian Ryerson das goldene Tor gegen Maccabi Haifa.  © Matthias Koch/dpa

Einer der Eingewechselten stand dann gleich im Mittelpunkt. Außenstürmer Sheraldo Becker flankte einen Ball von der Torauslinie an den Elfmeterpunkt, wo Außenverteidiger Ryerson heranrauschte und das Leder zur 1:0-Führung einköpfte (66.).

Durch den Treffer wurde die Partie immer hektischer. Ein intensives sowie wildes Hin und Her fand seinen Höhepunkt - wie sollte es in dieser Partie anders sein - nicht in einer fußballerischen Glanzleistung, sondern in einem bösen Foul.

Der beim israelischen Meister inzwischen eingewechselte Atzili trat Ryerson in vollem Tempo mit offener Sohle gegen das Schienbein (77.). Für seine fiese Attacke zückte der Schiedsrichter nur die Gelbe Karte.

In einer spannenden Schlussphase zitterte der FCU den knappen Vorsprung über die Zeit. Dabei hatte man mächtig Glück, als Maccabi eine riesige Kopfballchance aus rund fünf Metern kläglich über den Rönnow-Kasten semmelte. Die letzte knifflige Szene entschärfte der dänische Torhüter selbst, als er in der Nachspielzeit einen Freistoß von Chery parierte (90.+1). So blieb es beim hart erkämpften Auswärtserfolg der Köpenicker.

Für beide Klubs stehen in nur drei Tagen wieder Aufgaben in der heimischen Liga an. Maccabi tritt am Sonntag (19.45 Uhr) auswärts gegen Hapoel Tel Aviv an, während die Eisernen in der 1. Bundesliga bei Eintracht Frankfurt (15.30 Uhr/DAZN) ran muss.

Titelfoto: Matthias Koch/dpa

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