Eiserner Höhenflug: Warum Heidenheim Union gefährlich werden kann

Berlin - Die ganze Liga staunt über den 1. FC Union Berlin. Mit vier Punkten Vorsprung auf den FC Bayern München grüßen die Eisernen seit Wochen von der Tabellenspitze, im Europapokal ist das Überwintern gesichert und auch im kommenden Jahr soll die Dreifachbelastung anhalten: Union empfängt im DFB-Pokal Zweitligist 1. FC Heidenheim 1846.

Unions Höhenflug soll auch im Pokal weiter anhalten.
Unions Höhenflug soll auch im Pokal weiter anhalten.  © Andreas Gora/Deutsche Presse-Agentur GmbH/dpa

Auf dem Papier ist die Sache klar: Da ist der Spitzenreiter der Bundesliga, der erst eine Niederlage hinnehmen musste, seit zwölf Bundesligaheimspielen ungeschlagen ist und Woche für Woche den Expected Goals zum Trotz die Gegner reihenweise verzweifeln lässt.

Auf der anderen Seite der Underdog aus der 2. Bundesliga. Mit bescheidenen Mitteln halten sich die Heidenheimer (Kaderwert: 17 Millionen Euro) seit nun schon neun Jahren im Unterhaus, spielen immer wieder um den Aufstieg mit. Zum Vergleich: Unions Kaderwert liegt bei 104 Millionen Euro.

Und dennoch könnte der Zweitligist dem Tabellenführer gefährlich werden - nicht nur, weil der DFB-Pokal seine eigenen Gesetze hat. Gerade mit der Favoritenrolle hat sich Union oftmals schwergetan. Der Zweitligist wird Union wohl kaum den Gefallen tun und die Spielkontrolle übernehmen, sodass die Köpenicker einfach nur ihre Stärken ausspielen müssen: kompaktes Verteidigen und schnelles Umschaltspiel.

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Vielmehr dürften die Schwaben, die die zweitbeste Abwehr der 2. Liga haben, den Köpenickern die Kugel überlassen. Da sind dann Lösungen gefragt. "Wir müssen uns am Limit bewegen, um in die nächste Runde einzuziehen", bleibt Urs Fischer (56) trotz des Klassenunterschieds gewohnt zurückhaltend.

1. FC Union Berlin: Urs Fischer konnte noch nie gegen Heidenheim gewinnen

Ex-Unioner Sebastian Griesbeck (32, l.) erwies sich mit Heidenheim meist als unangenehmer Gegner. Manuel Schmiedebach (33, r.) hatte das Nachsehen.
Ex-Unioner Sebastian Griesbeck (32, l.) erwies sich mit Heidenheim meist als unangenehmer Gegner. Manuel Schmiedebach (33, r.) hatte das Nachsehen.  © Stefan Puchner/dpa

"Wir müssen uns etwas zutrauen, in die Vertikale kommen, präziser sein als gegen Dortmund. Nur mit Querpässen erwischst du sie nicht. Und wenn wir dann eine Möglichkeit bekommen, müssen wir sie nutzen."

Der Schweizer kennt Heidenheim noch aus der 2. Liga und konnte noch kein einziges Mal gewinnen.

In der Hinrunde 2018 sicherte Keeper Rafal Gikiewicz (34) spät noch einen Punkt, in der Rückrunde setzte es ein 1:2. Generell scheint das Team von Frank Schmidt (48) kein gern gesehener Gast zu sein. Seit sechs Begegnungen warten die Köpenicker auf einen Sieg.

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Und auch im Pokal haben sich die Wege bereits einmal gekreuzt. Vor acht Jahren begegneten sich beide Mannschaften in der ersten Runde - mit dem glücklicheren Ende für Heidenheim. Sie kegelten Union mit 2:1 aus dem Wettbewerb.

Kurios: Mit Andreas Voglsammer (30), Sebastian Griesbeck (32) und Tim Skarke (26) standen zwei Ex-Unioner und ein aktueller Union-Profi in Heidenheim unter Vertrag. Letzterer könnte womöglich gegen seinen Ex-Klub zum Einsatz kommen. Fischer, der auf Stürmer Jordan Siebatcheu (26) verzichten muss, kündigte eine Rotation in Maßen an.

Titelfoto: Andreas Gora/Deutsche Presse-Agentur GmbH/dpa

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