Fans gegen 3G-Regel: Union-Boss Zingler verteidigt Gang vors Gericht

Berlin - Vereinspräsident Dirk Zingler (57) hat den Eilantrag des 1. FC Union Berlin beim Berliner Verwaltungsgericht zur Zuschauerfrage beim kommenden Heimspiel verteidigt. Der 57-Jährige kritisierte am Donnerstag in dem Zusammenhang vor allem die politisch Verantwortlichen in der Hauptstadt.

Union Berlin will am Wochenende gegen Wolfsburg vor 18.000 Fans spielen.
Union Berlin will am Wochenende gegen Wolfsburg vor 18.000 Fans spielen.  © Andreas Gebert/dpa

"Ich glaube, dass wir klare Regeln brauchen für Besucher und Veranstalter und die fehlen zurzeit", sagte Zingler. Niemand wisse mehr wirklich, was angemessen, was richtig oder was falsch sei, betonte er und sprach von einer "handwerklichen Qualität" der Berliner Gesundheitsverwaltung.

Der Verein aus Köpenick will per Eilantrag erreichen, dass 80 Prozent des Stadions An der Alten Försterei an diesem Samstag im Meisterschaftsspiel gegen den VfL Wolfsburg auf Basis der 3G-Regelung ausgelastet sein dürfen. Das wären 18.000 Zuschauerinnen und Zuschauer, die entweder genesen, geimpft oder getestet sind.

Viele Unions-Fans sehen das anders. Gerade dadurch, dass die maximale Begrenzung wegfällt und die Eisernen wieder vor einem ausverkauften Alten Försterei spielen können, bevorzugen sie die 2G-Regel (geimpft oder genesen).

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"Auf wen nimmt man hier Rücksicht? Auf Impfgegner oder Egoisten, die sich nicht impfen lassen wollen? Ich glaub, Solidarität fordern ist keine Einbahnstraße, Herr Präsident!" oder "Es ist echt peinlich, was unser Verein macht, um bloß keine Querdenker zu verprellen", beschweren sich beispielsweise zwei Anhänger bei Twitter.

Union-Boss Dirk Zingler geht es um Klarheit

Dirk Zingler (57) hat den Gang vor das Gericht verteidigt.
Dirk Zingler (57) hat den Gang vor das Gericht verteidigt.  © Andreas Gora/dpa

Der Verein hält die vorgeschriebene Auslastung von 50 Prozent unter 3G-Bedingungen für nicht sinnvoll. Von einer Veranstaltung nach 2G-Maßstäben, zu der nur geimpfte und genesene Personen dürfen, hält Zingler nichts. Er wolle mit Union ungeimpfte Menschen nicht außen vor lassen. "Wenn wir sie ausschließen, erreichen wir sie gar nicht mehr", sagte er.

"Unser Klub hat sich entschieden, keine kaum überwindbare Hürde aufzubauen", betonte Zingler und ergänzte: "Die Frage ist, wie gehen wir mit den Menschen um, die sich nicht impfen lassen. Wir sind alle aufgerufen, diese beiden Lager, die sich von Woche zu Woche extremer verhalten, zu vereinen."

Der Verein will daher auch wieder einen Impfbus zum Spiel organisieren.

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Die Landesregierung Berlin habe sich für einen Weg entschieden, der nicht praktikabel sei, betonte Zingler und hoffte auf eine Entscheidung des Verwaltungsgerichts im Laufe des Tages.

"Es geht nicht darum, ob es Gewinner oder Verlierer gibt", sagte er. Ihm geht es um Klarheit.

Titelfoto: Andreas Gebert/dpa, Andreas Gora/dpa (Bildmontage)

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