FC Bayern im Visier: Eiskalter BVB lässt sich von mutigen Unionern nicht stoppen!

Berlin - Kampfansage an die Bayern! Borussia Dortmund hat den 1. FC Union Berlin beim unterhaltsamen 3:0 (2:0) in die Schranken gewiesen und sich auf überzeugende Art und Weise im Rennen um die Bundesliga-Meisterschaft zurückgemeldet.

Borussia Dortmund entschied das Spitzenspiel gegen den 1. FC Union Berlin deutlich für sich.
Borussia Dortmund entschied das Spitzenspiel gegen den 1. FC Union Berlin deutlich für sich.  © Andreas Gora/dpa

Marco Reus war vor 10.000 Zuschauern im Stadion An der Alten Försterei der Mann der ersten Halbzeit. Mit einem Doppelpack (18. Minute/26.) brachte er den BVB auf die Siegerstraße. Nach der Pause besorgte Raphael Guerreiro noch den 3:0-Endstand (71.).

Weil Union-Coach Urs Fischer auf etliche Stammkräfte verzichten musste, gab es nach der 0:2-Pleite beim FC Augsburg fünf Änderungen: Anstelle von Rani Khedira (Gelbsperre), Genki Haraguchi (Bank), Dominique Heintz, Niko Gießelmann und Andreas Voglsammer (alle Corona) starteten Paul Jaeckel, Grischa Prömel, Bastian Oczipka, Levin Öztunali und Neuzugang Sven Michel.

Bei den Gästen tauschte Trainer Marco Rose trotz einer derben 2:5-Schlappe gegen Bayer 04 Leverkusen nur zwei Profis aus. Axel Witsel und Mats Hummels rückten für Thomas Meunier (muskuläre Probleme) und Thorgan Hazard (nicht im Kader) in die erste Elf.

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Wie erwartet überließen die Berliner den Schwarz-Gelben erstmal das Leder, um nach Eroberungen überfallartig zu kontern.

Das sollte schon früh hervorragend klappen. Kaum an die Pille gekommen, schickte Taiwo Awoniyi den pfeilschnellen Sheraldo Becker auf die Reise. Den klasse getimten Chipball in die Gasse vergab er allerdings fahrlässig mit einem kullernden Abschluss neben das Gehäuse (4.).

Startformation des 1. FC Union Berlin für das Bundesliga-Heimspiel gegen Borussia Dortmund

Anfangself von Borussia Dortmund für die Bundesliga-Auswärtspartie beim 1. FC Union Berlin

Eiskalter BVB-Kapitän Marco Reus tut mutigem 1. FC Union Berlin mit Doppelschlag weh

Marco Reus überzeugte bei Borussia Dortmund mit einem Doppelpack gegen den 1. FC Union Berlin.
Marco Reus überzeugte bei Borussia Dortmund mit einem Doppelpack gegen den 1. FC Union Berlin.  © Andreas Gora/dpa

Nach diesem ersten Ausrufezeichen explodierte die Stimmung an der Försterei förmlich. Die Eisernen überzeugten scheinbar von den Rängen getragen mit aggressivem Anlaufen gegen den Favoriten.

Diese aufmüpfige Phase verpuffte jedoch nach einer Viertelstunde, weil der BVB immer besser kombinierte.

Nach einem Getümmel im Union-Sechzehner belohnten sich die Borussen dann mit dem ersten Treffer des Tages. Mahmoud Dahoud spitzelte die Kugel zu Reus, der FCU-Keeper Andreas Luthe aus kurzer Distanz tunnelte (18.).

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Obwohl sich die Fischer-Truppe nach Kräften wehrte, jubelten wenig später wieder die Gäste. Nach einem langen Pass stellten sich Oczipka und Knoche ungeschickt im Laufduell mit Donyell Malen an. Der Niederländer bediente im Fallen den mitgelaufenen Reus, der erneut eiskalt blieb, als er Luthe umkurvte und zur 2:0-Führung netzte (26.).

Danach wurden die Zuschauer Zeugen extrem unterhaltsamer Minuten mit Möglichkeiten auf beiden Seiten. Die dickste Chance hatten dabei die Gastgeber: Nach einer Weltklasse-Brustablage von Michel tauchte der aufgerückte Außenverteidiger Oczipka plötzlich frei im Strafraum auf. Seinen Schuss konnte der bockstark herauseilende Gregor Kobel aber parieren und damit den 2:0-Pausenstand besiegeln (35.).

1. FC Union Berlin verzweifelt am BVB-Verwaltungsmodus, Raphael Guerreiro legt nach

Am Ende einer geilen Bundesliga-Partie bejubelte Borussia Dortmund einen wichtigen Dreier gegen den 1. FC Union Berlin.
Am Ende einer geilen Bundesliga-Partie bejubelte Borussia Dortmund einen wichtigen Dreier gegen den 1. FC Union Berlin.  © Andreas Gora/dpa

Auch nach Wiederanpfiff legte der Hauptstadtklub wie zu Match-Beginn los wie die Feuerwehr und schnupperte am Anschlusstreffer. Nach einer Ecke schlenzte Becker die Pille allerdings nicht in den linken Torwinkel, sondern knapp dran vorbei (53.).

Generell taten sich die eifrigen Eisernen schwer mit dem Kreieren echter Gelegenheiten. Gegen den solide verteidigenden Tabellenzweiten aus dem Ruhrpott wurden die Union-Stürmer kaum in Szene gesetzt.

Auf der anderen Seite reichte ein Pass in die Tiefe, um das Ergebnis hochzuschrauben. Der steil geschickte Jude Bellingham legte quer in die Mitte, wo Guerreiro im Gewusel am schnellsten reagierte und das Leder zum 3:0 über die Linie bugsierte (71.).

Quasi im direkten Gegenzug herrschte dann kurzzeitig auch mal Freude bei den FCU-Fans. Der vermeintliche Anschluss des eingewechselten Kevin Möhwald wurde aber vom Videobeweis einkassiert (73.). Der ebenfalls aufs Feld gekommene Anthony Ujah foulte Manuel Akanji im Luftduell.

Doch auch der harte VAR-Eingriff und der hohe Rückstand ließen Union nicht aufstecken. Die Gastgeber bemühten sich weiter fleißig um eine eigene Bude. Für ein Raunen im Stadion sorgte dann noch mal Möhwald, gegen dessen Distanzhammer aber Kobel zur Stelle war (84.). So blieb es am Ende beim klaren Triumph für den Bayern-Jäger Nummer eins.

Die Köpenicker müssen erst am kommenden Samstag bei Arminia Bielefeld (15.30 Uhr/Sky) ran, wogegen der BVB schon am Donnerstag in der Europa League gegen die Glasgow Rangers (18.45 Uhr/RTL+) kicken darf.

Titelfoto: Andreas Gora/dpa (Bildmontage)

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