FC Bayern rehabilitiert sich mit 7-Tore-Spektakel bei Union Berlin!

Berlin - Der Rekordmeister schlug zurück! Drei Tage nach der deftigen DFB-Pokal-Klatsche hat der FC Bayern München beim 1. FC Union Berlin eine entsprechende Reaktion gezeigt. Die Eisernen unterlagen dem Spitzenreiter mit 2:5 (1:3). Nach 21 Heimspielen ohne Niederlage riss eine beeindruckende Serie der Eisernen.

Wieder einmal war Robert Lewandowski (2.v.l) der Spieler des Spiels. Der Pole brachte die Bayern mit einem Doppelpack auf die Siegerstraße.
Wieder einmal war Robert Lewandowski (2.v.l) der Spieler des Spiels. Der Pole brachte die Bayern mit einem Doppelpack auf die Siegerstraße.  © Andreas Gora/dpa

Robert Lewandowski brachte die Gäste vor 16.509 Zuschauern in der Alten Försterei per Doppelpack mit 2:0 (15. Minute/23.) in Front. Leroy Sané erhöhte auf 3:0 (34.), ehe Niko Gießelmann noch vor dem Seitenwechsel auf 1:3 verkürzen konnte (43.). Kingsley Coman erzielte das 4:1 (60.), Julian Ryerson traf für die Eisernen zum 2:4 (64.), ehe Thomas Müller mit dem 5:2 den Schlusspunkt setzte (79.).

Urs Fischer nahm nach dem 3:1 beim SV Waldhof Mannheim im DFB-Pokal vier Veränderungen vor. Stammkeeper Andreas Luthe kehrte erwartungsgemäß zwischen die Pfosten zurück.

Zudem ersetzten Niko Gießelmann, Rani Khedira, sowie Taiwo Awoniyi Doppelpacker Kevin Behrens, Andreas Voglsammer und Bastian Oczipka (alle Bank). Max Kruse stand verletzungsbedingt nicht im Kader.

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1. FC Union Berlin Zwei Testspielgegner gefunden! Union stellt erste Weichen für die Saisonvorbereitung!

Aus dem Home-Office heraus tauschte Bayern-Coach Julian Nagelsmann nach dem 0:5 bei Borussia Mönchengladbach die Startelf auf vier Positionen aus. Statt des völlig indisponierten Dayot Upamecano, Benjamin Pavard, Serge Gnabry (alle Bank) und Leon Goretzka (verletzt) beorderte er Josip Stanisic, Niklas Süle, Corentin Tolisso, sowie Kingsley Coman in die erste Elf.

Der Tabellenführer übernahm von Anpfiff weg die Spielkontrolle. Die Eisernen setzten ihrerseits auf die typischen Union-Tugenden. Die Köpenicker standen kompakt, versuchten aber selbst die Bayern zu beschäftigen.

Ging der erste Warnschuss von Sané noch weit neben das Tor (7.), wurde es nur sieben Zeigerumdrehungen später erstmals knifflig. Paul Jaeckel warf sich in Sanés Schuss, hatte den Arm aber etwas zu weit oben. Schiedsrichter Harm Osmers zögerte keine Sekunde und zeigte auf den Punkt.

Die Startelf des 1. FC Union Berlin

Die Anfangself des FC Bayern München

Robert Lewandowski bringt den FC Bayern München mit einem Doppelpack in Front

Taiwo Awoniyi (l.) im Zweikampf mit Bayerns Josip Stanisic. Die Eisernen ließen sich in der ersten Hälfte zu oft den Schneid abkaufen.
Taiwo Awoniyi (l.) im Zweikampf mit Bayerns Josip Stanisic. Die Eisernen ließen sich in der ersten Hälfte zu oft den Schneid abkaufen.  © Andreas Gora/dpa

Die Chance ließ sich Lewandowski nicht nehmen. Der Weltklasse-Stürmer verwandelte den fälligen Elfmeter sicher - 1:0 (15.).

Die frühe Führung spielte den Bayern in die Karten. Union musste den Schock erstmal verdauen und stand plötzlich vor einer noch größeren Aufgabe.

Die Münchner konnten sich wieder einmal auf ihren Top-Torjäger verlassen. Lewandowski kann es nicht nur vom Punkt, sondern auch per Freistoß. Kurz vor dem Strafraum tippte Joshua Kimmich den Ball nur kurz an, anschließend zirkelte ihn der Pole ins Torwarteck - 2:0 (23.). Luthe streckte sich vergebens.

Pfeilschnell, aber nicht die Nummer eins: Unions Sheraldo Becker von Abwehrmann abgehängt!
1. FC Union Berlin Pfeilschnell, aber nicht die Nummer eins: Unions Sheraldo Becker von Abwehrmann abgehängt!

In der Folge ließ der Rekordmeister Ball und Gegner laufen. Eine Angriffswelle jagte die nächste. Konnte Luthe gegen Sané das 0:3 noch klasse verhindern, war der Keeper nur Sekunden später machtlos.

Nach einer von Thomas Müller leicht verlängerten Hereingabe musste Sané die Kugel nur noch über die Linie drücken - 3:0 (35.).

Die Bayern hatten hier alles komplett im Griff, doch so einfach wollten sich die Hausherren nicht geschlagen geben. Bei einer Flanke von Genki Haraguchi lauerte Gießelmann am zweiten Pfosten - nur noch 1:3 aus Sicht von Union (43.).

Joker bringen den 1. FC Union Berlin zurück ins Spiel, doch Thomas Müller macht alles klar

Lewandowskis erster Streich: Der Stürmer lässt Union-Keeper Andreas Luthe (2.v.l.) beim Handelfmeter keine Chance.
Lewandowskis erster Streich: Der Stürmer lässt Union-Keeper Andreas Luthe (2.v.l.) beim Handelfmeter keine Chance.  © Andreas Gora/dpa

Beinahe wäre es noch vor dem Seitenwechsel richtig spannend geworden, doch Sheraldo Becker stand bei seinem Treffer knapp im Abseits. Der Doppelschlag innerhalb von 120 Sekunden zählte zu Recht nicht.

Das Spiel war aber noch nicht vorbei. Die Köpenicker kamen mit Dampf aus der Kabine. Manuel Neuer war jedoch sowohl gegen Becker, als auch gegen Timo Baumgartl zur Stelle (51.).

Die Eisernen waren jetzt da, agierten viel mutiger als noch im ersten Durchgang und suchten bei Ballgewinn sofort den Weg nach vorne. Wieder war es Neuer, der gegen Becker retten musste (57.).

Die Bayern sind aber immer noch die Bayern! Mitten in der Drangphase schlugen sie zurück. Coman drang mit Tempo in den Strafraum und jagte das Leder mit Wucht in die kurze Ecke - 4:1 (60.).

Die Hausherren wollten sich im eigenen Stadion allerdings weiterhin nicht geschlagen geben. Der erst Sekunden zuvor eingewechselte Kevin Behrens schüttelte Süle ab, legte in die Mitte ab, wo der ebenfalls gerade erst gekommene Ryerson nur noch einschieben musste - 4:2 (64.). Was für ein Händchen von Urs Fischer!

Angefeuert von den erneut lautstarken Fans zeigte Union tolle Moral. Den Schlusspunkt einer mitreißenden Partie setzte aber Bayerns Angreifer Müller. Nach einem tollen Steckpass des eingewechselten Upamecano schlenzte der deutsche Nationalspieler die Kugel überlegt ins lange Eck - 5:2 (79.).

Die Aufholjagd der Gastgeber wurde also nicht belohnt. Am Ende waren die Bayern nämlich doch zu stark. Somit müssen die Köpenicker nach 21 Heimspielen ohne Niederlage mal wieder als Verlierer vom Platz gehen.

Viel Zeit zum Durchpusten haben beide Teams nicht. Für die Eisernen geht es am Donnerstag in der Europa Conference League gegen Feyenoord Rotterdam (21 Uhr/TVNOW) weiter. Der Rekordmeister empfängt bereits am Dienstag in der Champions League Benfica Lissabon (21 Uhr/Amazon Prime).

Titelfoto: Andreas Gora/dpa

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