Fußball-Kolumne: Das sind die Überraschungsteams in Deutschlands Profi-Ligen

Deutschland - Starker Saisonstart! Alle drei deutschen Profifußball-Ligen haben (mindestens) ein großes Überraschungsteam zu bieten. 

Union hat mit Max Kruse (r.) einen überragenden Stürmer geholt, der selbst gut drauf ist, dazu aber vor allem noch seine Mitspieler besser macht.
Union hat mit Max Kruse (r.) einen überragenden Stürmer geholt, der selbst gut drauf ist, dazu aber vor allem noch seine Mitspieler besser macht.  © Maja Hitij/Getty Images Europe/Pool/dpa

In der 1. Bundesliga ist das zweifelsohne der 1. FC Union Berlin, der durch den beeindruckenden 5:0-Kantersieg gegen Aufsteiger Arminia Bielefeld auf Platz fünf gesprungen ist. 

Wer hätte den Eisernen nach sieben Spieltagen zwölf Punkte und ein Torverhältnis von 16:7 zugetraut? Vermutlich nicht mal die kühnsten Optimisten!

Doch die Mannschaft von Trainer Urs Fischer wurde im Sommer gezielt verstärkt und hat sich schnell zu einer echten Einheit auf dem Rasen entwickelt, die mit Ex-Nationalspieler Max Kruse einen Angreifer hat, der Spiele mit einer Aktion entscheiden kann.

Gegen Bielefeld überragte die hängende Spitze mit einem Tor, zwei direkten Vorlagen und einem Pre-Assist - viel mehr geht wirklich nicht.

Doch nicht nur er weist seine Qualität nach. Auch die Innenverteidiger Marvin Friedrich und Robin Knoche, die Doppelsechs um Robert Andrich und Christian Gentner, die pfeilschnelle Flügelzange Sheraldo Becker und Keita Endo und Sturmtank Joel Pohjanpalo sind gut in Form. Zudem laufen die Außenverteidiger Christopher Trimmel und Christopher Lenz ihre Seite auf und ab. Als wäre all das noch nicht genug, kann Fischer auch von der Bank gleich mehrere starke Leute bringen. 

Dieses homogene Gebilde, das kampf-, lauf- und zweikampfstark ist, spielt schnörkellos nach vorne, ist effektiv vor dem Tor, steht defensiv sicher und hat eine erkennbar gewachsene individuelle Klasse. Kein Wunder, dass es die Köpenicker aktuell jedem Gegner richtig schwer machen!

VfL Osnabrück begeistert in der 2. Bundesliga

Sebastian Kerk sicherte dem VfL Osnabrück mit seinem Dreierpack einen wichtigen 4:2-Auswärtssieg beim SSV Jahn Regensburg.
Sebastian Kerk sicherte dem VfL Osnabrück mit seinem Dreierpack einen wichtigen 4:2-Auswärtssieg beim SSV Jahn Regensburg.  © Armin Weigel/dpa

Eine Spielklasse weiter unten gilt das auf sogar noch höherem Niveau für den VfL Osnabrück. Vor der Saison von vielen als Abstiegskandidat eingestuft, muss man sich nach sieben Liga-Spielen nun die Augen reiben.

Die Lila-Weißen stehen vor dem Montagsspiel ungeschlagen auf Rang zwei! Drei Siege, vier Unentschieden und 11:7 Tore sprechen Bände!

Der VfL zählt momentan zu den Spitzenteams der Liga! Am Sonntag bezwang die Mannschaft von Trainer Marco Grote den SSV Jahn Regensburg gleich mit 4:2. Hierbei überragte Sebastian Kerk, der nicht nur erstmals für seinen neuen Arbeitgeber traf, sondern direkt einen Dreierpack schnürte! 

Da der frühere Freiburger bereits drei Vorlagen auf seinem Konto hatte, ist er nun der Top-Scorer seines Teams.

Das agiert ohnehin erkennbar selbstbewusst, hat sich trotz einiger Veränderungen im Kader schnell gefunden und ist aufgrund der defensiven Disziplin, der mannschaftlichen Geschlossenheit und der klaren Spielidee für jeden Kontrahenten eine hart zu knackenden Nuss.

Wie lange das Auf der Osnabrücker wohl noch anhält? Aktuell sind sie jedenfalls erster HSV-Jäger!

1. FC Saarbrücken hält nach Last-Minute-Sieg gegen Dynamo Dresden Tabellenspitze der 3. Liga

FCS-Coach Lukas Kwasniok hat momentan gut lachen. Er grüßt mit seinem Team von der Tabellenspitze.
FCS-Coach Lukas Kwasniok hat momentan gut lachen. Er grüßt mit seinem Team von der Tabellenspitze.  © Oliver Dietze/dpa

Als Aufsteiger Tabellenführer! Der 1. FC Saarbrücken hat nach zwei Pleiten in Folge wieder in die Spur gefunden. Nach dem 3:2-Sieg im Nachholspiel beim MSV Duisburg unter der Woche bezwangen die Saarländer am Samstag auch Dynamo Dresden, wieder dank eines Treffers in der Nachspielzeit, mit 2:1.

Dank dieses erneuten Dreiers hat die Mannschaft von Trainer Lukas Kwasniok nun aus den ersten neun Liga-Partien satte 19 Zähler gesammelt und weist ein Torverhältnis von 17:9 auf.

Gegen Dynamo wurde deutlich, wie sehr das erfolgsverwöhnte Team an sich glaubt, wie gut es spielerisch- und wie intakt die Moral in der kompakt agierenden Truppe mit hoher individueller Klasse ist.

Dass der FCS vorne mitspielen würde, kommt nach der Vorsaison nur bedingt überraschend. Doch dass man noch vor dem TSV 1860 München und FC Ingolstadt 04 von ganz oben grüßen würde, ist zumindest bemerkenswert.

Wenn die Saarländer so weiter machen wie bisher, muss mit ihnen noch lange Zeit ganz oben zu rechnen sein.

Titelfoto: Armin Weigel/Maja Hitij/Getty Images Europe/Pool/dpa

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