Holland keine Reise wert: Union verliert bei Pyro-Show in Rotterdam

Rotterdam/Berlin - Nix zu holen in Rotterdam! Der 1. FC Union Berlin fährt ohne Punkte in die Hauptstadt zurück. Die Eisernen haben das Auswärtsspiel bei Feyenoord Rotterdam in der Conference League mit 1:3 (1:2) verloren.

Nichts zu halten für Andreas Luthe (r.). Rotterdams Alireza Jahanbakhsh (M) brachte Union Berlin schon nach 11 Minuten in Rückstand.
Nichts zu halten für Andreas Luthe (r.). Rotterdams Alireza Jahanbakhsh (M) brachte Union Berlin schon nach 11 Minuten in Rückstand.  © Soeren Stache/dpa-Zentralbild POOL/dpa, Sebastian Räppold/Matthias Koch/dpa

Alireza Jahanbakhsh hatte Feyenoord im stimmungsvollen De Kuip schon früh in Führung gebracht (11. Minute). Bryan Linssen baute die Führung auf 2:0 aus (29.), ehe Taiwo Awoniyi noch kurz vor der Pause verkürzen konnten (1:2/35.). Luis Sinisterra sorgte mit dem 3:1 für die Entscheidung (76.).

FCU-Trainer Urs Fischer rotierte trotz des 2:0 über den VfL Wolfsburg standesgemäß und änderte die Startelf auf vier Positionen. Christoph Baumgartl ersetzte den an Corona erkrankten Marvin Friedrich.

Kapitän Christopher Trimmel kehrte ebenso wie Tymoteusz Puchacz und Kevin Möhwald in die erste Elf zurück. Anders als noch gegen Maccabi Haifa (3:0) hütete wieder Stammkeeper Andreas Luthe den Kasten.

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Feyenoord-Coach Arne Slot nahm nach dem 2:2 gegen RKC Waalwijk nur zwei Veränderungen vor und ließ die Youngster Luis Sinisterra sowie Lutsharel Geertruida von Anfang an ran.

Union ließ sich von der Pyro-Show der Feyenoord-Fans kurz vor Spielbeginn und der Hooligan-Attacke im Vorfeld der Partie zunächst nicht beeindrucken. Die Gäste versuchten es in der Anfangsphase immer wieder mit langen Bällen und hätten bereits nach sieben Minuten einen Elfmeter bekommen müssen.

Taiwo Awoniyi wurde im Strafraum von hinten abgeräumt, doch die Pfeife des Schiedsrichters blieb stumm. Besonders bitter: In der Gruppenphase der Conference League gibt es keinen Videobeweis. Je öfter man die Szene betrachtet, desto klarer wird das Foulspiel.

Die Aufstellung des 1. FC Union Berlin

Die Startelf von Feyenoord Rotterdam

Taiwo Awoniyi bringt Union Berlin zurück ins Spiel

Rotterdams Tyrell Malacia (l.) im Zweikampf mit Taiwo Awoniyi. Der Nigerianer brachte Union zurück ins Spiel.
Rotterdams Tyrell Malacia (l.) im Zweikampf mit Taiwo Awoniyi. Der Nigerianer brachte Union zurück ins Spiel.  © Patrick Post/AP/dpa

Für die Hauptstädter sollte es noch schlimmer kommen. Sinisterra schüttelte locker Paul Jaeckel, legte die Kugel in die Mitte, wo zunächst Linssen den Ball nicht richtig traf, doch Jahanbakhsh hatte den richtigen Riecher. Der Stürmer musste nur noch einschieben - 1:0 (11.).

Die beiden Nackenschläge hatten gesessen. Die Eisernen hatten den Hausherren nichts entgegenzusetzen. Nach vorne fand der Bundesligist quasi nicht statt.

Ganz anders die Niederländer: Ein weiter Ball reichte zum 2:0 - mit tatkräftiger Unterstützung von Union. Robin Knoche verschätzte sich erst und ließ sich dann mit einem Mini-Schubser aus dem Konzept bringen. Linssen hatte freie Fahrt und baute die Führung aus (29.).

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Und Union? Wenn aus dem Spiel heraus nichts geht, muss halt eine Standardsituation her. Nach einer zunächst schon abgewehrten Ecke durfte es Trimmel nochmal versuchen und fand den Kopf von Awoniyi - nur noch 1:2 (37.).

Angefeuert von den lautstarken rund 2400 mitgereisten Union-Fans kam ihre Mannschaft nun besser ins Spiel, konnten sich aber bei Luthe bedanken, dass die Aufgabe nicht noch schwerer wurde. Mit klasse Paraden gegen Sinisterra und Jens Toornstra hielt der Keeper die Köpenicker im Spiel.

Luis Sinisterra sorgt für die Entscheidung

Feyenoord-Fans sorgten schon vor Anpfiff mit viel Pyrotechnik für passende Europapokal-Atmosphäre.
Feyenoord-Fans sorgten schon vor Anpfiff mit viel Pyrotechnik für passende Europapokal-Atmosphäre.  © Matthias Koch/dpa

Wer nach dem Pausentee stürmende Unioner erwartet hatte, wurde allerdings enttäuscht. Vor allem der trickreiche und schnelle Sinisterra blieb ein ständiger Gefahrenherd.

Es blieb auch im zweiten Durchgang dabei. Die Hauptstädter taten sich im Spiel nach vorne unheimlich schwer. Rotterdam hatte mit den Angriffsbemühungen der Gäste keine Probleme.

Erst nach 72 Minuten hatte der eingewechselte Sheraldo Becker die Chance auf den Ausgleich auf dem Fuß, übersah aber den besser postierten Mitspieler.

Auch die Hausherren erspielten sich kein Chancenwucher, waren aber viel abgezockter. Linssen scheiterte zunächst noch an Luthe, doch den Abpraller drückte der überragende Sinisterra über die Linie - 1:3 (76.). Die Entscheidung!

Die Niederlage hätte gar noch höher ausfallen können, doch die Gastgeber konnten in der Nachspielzeit eine Dreifachchance nicht nutzen.

Für die Berliner ist auf ihren Auswärtsreisen in Europa weiterhin nichts zu holen. Sie rutschen mit drei Punkten in der Gruppe E auf den letzten Platz, haben aber noch weiter Chancen doch noch weiterzukommen.

Eine großartige Verschnaufpause hat Union Berlin nicht. Es geht weiter auf Schlag. Am Sonntag müssen die Berliner zum VfB Stuttgart (17.30 Uhr/DAZN). Feyenoord muss fast zeitgleich (16.45 Uhr) beim Spitzenspiel bei Ajax Amsterdam ran.

Titelfoto: Matthias Koch/dpa

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