Internationaler Bank-Frust bei Unions Ryerson trotz Lauf in der Liga

Berlin - Der Norweger Julian Ryerson (23) durchlebt in kurzer Zeit zwei komplett unterschiedliche Gefühlswelten: Während er beim 1. FC Union Berlin immer besser in Fahrt kommt, kann er im Nationaldress zurzeit nicht besonders glücklich sein.

Julian Ryerson (23) vom 1. FC Union Berlin kann mit der Länderspielpause bisher nicht zufrieden sein.
Julian Ryerson (23) vom 1. FC Union Berlin kann mit der Länderspielpause bisher nicht zufrieden sein.  © Bernd Thissen/dpa

In seinen vergangenen beiden Bundesliga-Einsätzen durfte der 23-Jährige endlich seine ersten Tore im Trikot der Eisernen bejubeln.

Die beiden Treffer gegen den FC Bayern München (2:5) und den 1. FC Köln (2:2) konnten das Punktekonto seines Klubs zwar noch nicht großartig füllen, aber dennoch sprechen sie für seine starke Form.

Zuvor war dem vielseitig einsetzbaren Kicker in drei Saisons kein einziger Treffer für den FCU gelungen - der Knoten scheint geplatzt!

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Eine solche Erfolgswelle will jeder Profi natürlich so lang wie möglich reiten. Bei Ryerson könnte sie allerdings schon ein jähes Ende genommen haben.

Die Länderspielpause kam angesichts seines Laufs in der Liga sowieso schon ungelegen. Aber noch viel schlimmer ist, wie er die beiden WM-Quali-Spiele mit Norwegen erlebte - der junge Bursche schmorte nämlich zweimal 90 Minuten auf der Bank.

Selbst das könnte ein mannschaftsdienlicher Spieler sicher noch verkraften, wenn sein Team dann wenigstens wichtige Punkte auf dem Weg zur Weltmeisterschaft 2022 einfährt. Das klappte leider nicht so ganz.

Ohne Unions Julian Ryerson: Norwegen patzt gegen Lettland

Marcus Pedersen (21, r.) von Feyenoord Rotterdam bekam den Vorzug vor Julian Ryerson (23) vom 1. FC Union Berlin.
Marcus Pedersen (21, r.) von Feyenoord Rotterdam bekam den Vorzug vor Julian Ryerson (23) vom 1. FC Union Berlin.  © Uncredited/AP/dpa

Vor den beiden Partien zuhause gegen Montenegro (2:0) und auswärts gegen Lettland (0:0) dürfte sich Unions Rechtsverteidiger gute Chancen auf Einsatzzeit ausgemalt haben. Umso bitterer, dass es nicht mal für eine Einwechslung gereicht hat. Stattdessen spielte ausgerechnet Marcus Pedersen (21) von Feyenoord Rotterdam zweimal durch.

Gegen den 21-Jährigen und seinen holländischen Klub gingen die Köpenicker in der Conference League in beiden Gruppenduellen (1:3, 1:2) als Verlierer vom Platz. Kurios: Ryerson saß auch in den direkten Aufeinandertreffen zweimal auf der Bank ohne eingewechselt zu werden.

Während Norwegens 2:0-Sieg über Montenegro noch als Trostpflaster herhalten konnte, musste Ryerson beim torlosen Remis gegen Außenseiter Lettland draußen leiden. Seine Kollegen verpassten es, eine gute Ausgangslage für das letzte Gruppenspiel der WM-Qualifikation gegen die Niederlande zu schaffen.

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Mit einem Sieg wäre man als Gruppenerster in das direkte Duell mit der Elftal am Dienstag (20.45 Uhr/DAZN) gegangen. Nach dem bitteren Patzer ist man jedoch nur noch Dritter, weil die Türkei vorbeigezogen ist.

Jetzt muss gegen die Holländer ein Sieg her. Und wer weiß, vielleicht bekommt Unions Nummer Sechs ausgerechnet gegen den stärksten Gegner seine ersten Minuten dieser Länderspielpause.

Titelfoto: Bernd Thissen/dpa

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