40-Punkte-Marke erreicht: Jetzt spricht sogar Union-Coach Fischer von Europa

Berlin - So forsch hat man Urs Fischer (55) selten erlebt. Der Europacup ist für den 1. FC Union Berlin kein Tabu mehr.

Urs Fischer (55) hat sich lange dagegen gewehrt, doch jetzt spricht auch Unions Trainer von Europa.
Urs Fischer (55) hat sich lange dagegen gewehrt, doch jetzt spricht auch Unions Trainer von Europa.  © Tobias Schwarz/AFP-Pool/dpa

Mit 40 Punkten auf dem Konto und der Aussicht auf das wegweisende Duell mit dem direkten Rivalen VfB Stuttgart hat der Trainer der Eisernen erstmals ganz klar ein neues Saisonziel für den Endspurt in der Fußball-Bundesliga ausgegeben.

"Wir stehen da oben und wollen bis zum Schluss kämpfen, um da oben zu bleiben. Da ist es logisch, dass wir die Plätze angreifen, die zum internationalen Geschäft führen", sagte der Schweizer vor der Partie am Samstag (15.30 Uhr/Sky) im Stadion an der Alten Försterei.

Das lange Zaudern und Zögern hat bei den Eisernen ein Ende. Bisher hatte sich Fischer trotz des unerwartet guten Saisonverlaufs nur auf den Klassenerhalt konzentrieren wollen. Der kann mit einem Sieg gegen Stuttgart auch rechnerisch fix gemacht werden.

Beim seit Langem großen Vorsprung auf die gefährliche Zone war die vorsichtige Sprechweise aber ohnehin längst nur noch Koketterie. "Wenn es dann rechnerisch klar ist, werde ich mich entsprechend äußern", sagte Fischer am Donnerstag über den Liga-Verbleib, um dann aber den neuen Blick konkret nach oben zu richten.

"Der Anspruch, sich fürs internationale Geschäft zu qualifizieren, der ist da, wir werden alles versuchen", wählte Fischer neue Worte.

Europa League oder Conference League? Urs Fischer ist es egal

Robert Andrich (r.) bejubelt mit Torschütze Marcus Ingvartsen den Treffer zum 1:1. Durch das Remis beim FC Bayern haben die Eisernen die 40-Punkte-Marke erreicht.
Robert Andrich (r.) bejubelt mit Torschütze Marcus Ingvartsen den Treffer zum 1:1. Durch das Remis beim FC Bayern haben die Eisernen die 40-Punkte-Marke erreicht.  © Andreas Gebert/Reuters-Pool/dpa

Nach dem 1:1 beim FC Bayern am vergangenen Wochenende haben die Eisernen in ihrer zweiten Bundesliga-Saison 40 Punkte auf dem Konto.

Der derzeitige siebte Tabellenplatz könnte zur Teilnahme an der neuen Conference League reichen, wenn Borussia Dortmund oder RB Leipzig den DFB-Pokal gewinnt.

Bayer Leverkusen hat auf Platz sechs, der sogar in die Europa League führen könnte, vier Punkte Vorsprung. Der VfB hat als Neunter allerdings nur einen Punkt Rückstand auf Union.

Noch gibt es für die Eisernen also viele unbekannte Variablen. Ob nun Conference League mit durchaus prominenten potenziellen Konkurrenten wie Tottenham Hotspur, AS Rom oder Villarreal, die sich nach jetzigem Stand in England, Italien und Spanien qualifizieren würden, oder die noch höher eingestuften Europa League, das ist Fischer egal.

"Ich schaue vor allem auf den nächsten Gegner. Das ist für mich entscheidend. Ich rechne nicht aus, wie viele Punkte muss ich holen? Unsere Aufgabe ist Stuttgart." Das klang dann auch schon wieder nach dem alten Fischer-Duktus.

Die Mahnung vor dem spielstarken Gegner, der vor zwei Jahren auf dem Weg in die Bundesliga in der Relegation mit 2:2 und 0:0 eliminiert wurde, gehört da mit dazu. "Bei beiden Mannschaften gibt es eine Entwicklung. Das ist spürbar", sagte der 55-Jährige.

Einsatzbereit ist bei den Berlinern nach seinem Nasenbeinbruch Kapitän Christopher Trimmel (34) als rechter Verteidiger. "Er hat mit Maske komplett mittrainiert und keine Probleme beim Atmen", sagte Fischer. Eine Einsatzchance gäbe es nach zuletzt guten Leistungen auch für Routinier Christian Gentner (35) gegen seinen Ex-Club, betonte der Union-Trainer.

Titelfoto: Tobias Schwarz/AFP-Pool/dpa

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