Last-Minute-Treffer schockt Union: "Fühlt sich an wie eine Niederlage"

Berlin - Gebrauchte Woche für den 1. FC Union Berlin! Die Eisernen sahen beim 1:1 beim VfB Stuttgart lange Zeit schon wie der sichere Sieger aus. Es lief bereits die dritte Minute der Nachspielzeit. Noch einmal warfen zehn Stuttgarter alles nach vorne.

Stuttgarts Wahid Faghir (l.) trifft mitten ins Unioner Herz. Ex-Stuttgarter Timo Baumgartl (r.) hatte noch entscheidend abgefälscht.
Stuttgarts Wahid Faghir (l.) trifft mitten ins Unioner Herz. Ex-Stuttgarter Timo Baumgartl (r.) hatte noch entscheidend abgefälscht.  © Silas Stein/dpa

Didavis Dribbling ermöglichte dem dänischen Top-Talent Wahid Faghir (18) die Möglichkeit zum Abschluss. Sein Schuss wurde noch ausgerechnet vom Ex-Stuttgarter Timo Baumgartl (25) abgefälscht und traf die Köpenicker mitten ins Herz. In allerletzter Sekunde gaben sie den Sieg noch aus der Hand.

"Das fühlt sich an wie eine Niederlage", sagte der Unglücksrabe Baumgartl bei DAZN. "Wir kriegen in der letzten Sekunde so ein krummes Ding. Wir hätten zuvor das zweite Tor machen müssen."

Das sah auch Teamkollege Grischa Prömel (26) so: "Wir haben uns dumm angestellt. Wir hätten hier drei Punkte mitnehmen müssen."

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Nach der Pleite in Rotterdam, der Hooligan-Attacke im Vorfeld der Partie und dem harten Polizeieinsatz gegen die Fans trat Union die Heimreise mit dem nächsten Negativ-Erlebnis an.

Dabei zeigten die Hauptstädter, warum sie die letzten drei Spiele alle gewinnen konnten. Die Köpenicker agierten wie gewohnt kompakt, ließen kaum etwas zu und setzten selbst immer wieder Nadelstiche.

So wie auch in der 31. Minute. Sheraldo Becker (26) legte bei einem Konter quer auf Taiwo Awoniyi (24). Der Rekord-Einkauf fackelte nicht lange und schlenzte die Kugel ins Eck.

Taiwo Awoniyi trifft wie am Fließband

Vorlagengeber Sheraldo Becker (l.) jubelt mit Torschütze Taiwo Awoniyi (r.) über dessen Treffer zum 1:0.
Vorlagengeber Sheraldo Becker (l.) jubelt mit Torschütze Taiwo Awoniyi (r.) über dessen Treffer zum 1:0.  © Silas Stein/dpa

Wieder einmal konnte sich die Fischer-Elf auf den Nigerianer verlassen. Der 24-Jährige hat einfach einen Lauf, traf in den letzten vier Pflichtspielen fünfmal. Mit nun schon insgesamt sieben Toren in neun Spielen ist er so etwas wie die Lebensversicherung.

Kurios: Mit Sturmpartner Max Kruse (33) dürfte sich der Goalgetter ein heißes Duell als Bundesliga-Rekordtorschütze in der noch jungen Bundesliga-Historie des Vereins liefern. Beide teilen sich derzeit mit dem Ex-Unioner Sebastian Andersson Platz eins (12 Treffer).

Als auch noch Atakan Karazor (25) innerhalb von weniger Sekunden sich die Ampelkarte (57. Minute) abgeholt hatte, haben wohl die wenigsten mitgereisten Anhänger damit gerechnet, dass ihr Team den Sieg noch aus der Hand geben wird. Schon in Gleichzahl ist dem VfB gegen die kompakt verteidigenden Unioner wenig bis gar nichts eingefallen. Dann konnten sich die Schwaben aber auf ihren Joker verlassen.

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"Wir hatten die Möglichkeit, das 2:0 zu machen. Aber das Spiel war überragend. Wir hatten Ball und Gegner im Griff, aber wir haben uns nicht belohnt", sagte Urs Fischer. "Wir haben den Sack nicht zugemacht."

Titelfoto: Silas Stein/dpa

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