Max Kruse spricht nach Metzelder-Urteil Klartext: "lebenslang weggesperrt"

Berlin - Nach Lukas Podolski (35) und Mario Götze (28) hat sich der nächste Fußballer zum Metzelder-Urteil gemeldet: Union-Star Max Kruse (33). Via Streaming-Plattform Twitch sprach der Profi des 1. FC Union Berlin Klartext.

Max Kruse spielt seit Sommer für den 1. FC Union Berlin. Der 33-Jährige sprach bei der Streamingplattform Twitch über den Fall Metzelder.
Max Kruse spielt seit Sommer für den 1. FC Union Berlin. Der 33-Jährige sprach bei der Streamingplattform Twitch über den Fall Metzelder.  © Maja Hitij/Getty Images Europe/Pool/dpa

"Wenn das alles so passiert ist, wie es in den Medien steht, dann ist es mehr als widerwärtig. Was ich aber sagen muss ist, dass es vielleicht an der Zeit ist, dass ein Fall, Kinderpornografie, Kindervergewaltigung, ist leider viel zu präsent", sagte der 33-Jährige. "Es passieren so viele Sachen, sogar täglich, wir sehen jetzt diese eine Sache, weil es einen Prominenten betrifft, und es ist wirklich an der Zeit, aufzuwachen."

Metzelder war wegen des Besitzes und Weitergabe kinderpornografischer Inhalte mit zehn Monaten auf Bewährung überraschend milde verurteilt worden. Bei den Profisportlern hinterließ das Urteil allerdings nur Kopfschütteln.

Für den Angreifer ist klar: Solche Fälle gehören härter bestraft. "Dieses System, was wir in Deutschland haben, muss einfach fucking verändert werden. Tut mir leid, aber wisst ihr, wie viele Fälle es gibt, die man gar nicht mitbekommt? Was mich richtig ankotzt. Und wir bestrafen Leute, die natürlich Steuern hinterziehen viel härter als solche ekligen Menschen, die so was rumschicken, so was machen."

Kruse, der selbst Vater eines Sohnes ist, nimmt die Politker in die Pflicht. Er kann einfach nicht verstehen, wieso Steuerhinterziehung härter bestraft wird als der Besitz von Kinderpornografie.

Prozess um Ex-Profi Christoph Metzelder: Staatsanwaltschaft legt Berufung ein

Das Amtsgericht Düsseldorf hat den ehemaligen Fußball-Nationalspieler Christoph Metzelder für die Weitergabe von kinder- und jugendpornografischen Dateien zu einer zehnmonatigen Haftstrafe auf Bewährung verurteilt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
Das Amtsgericht Düsseldorf hat den ehemaligen Fußball-Nationalspieler Christoph Metzelder für die Weitergabe von kinder- und jugendpornografischen Dateien zu einer zehnmonatigen Haftstrafe auf Bewährung verurteilt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.  © Rolf Vennenbernd/dpa

"Und die Politik in Deutschland, Entschuldigung, dass ich es so sagen muss, aber wenn der Staat verarscht wird, also Deutschland, von Leuten, die bisschen Geld oder Geld hinterziehen, dann kommt man 10 Jahre in den Knast, aber unsere Kinder sollten 50.000-mal so wichtig sein wie scheiß Geld. Ganz ehrlich. Wer da Strafen verhängt und wer diese Gesetze gemacht hat. Oder wer sie nicht ändert, ist mit daran schuld."

Der Angreifer hat kein Problem seine Meinung zu sagen und tat dies noch einmal in aller Deutlichkeit. "Das ist meine Aussage dazu. Und mehr will ich dazu nicht sagen. Egal, ob prominent oder nicht, wer so was macht: lebenslang weggesperrt."

Weil das Urteil gegen Christoph Metzelder (40) noch nicht rechtskräftig ist, haben beide Seiten noch bis Donnerstag Zeit, Rechtsmittel einzulegen.

Die Staatsanwaltschaft hat davon schon Gebrauch gemacht und bereits einen Tag nach der Urteilsverkündung Berufung eingelegt.

Titelfoto: Maja Hitij/Getty Images Europe/Pool/dpa, Rolf Vennenbernd/dpa

Mehr zum Thema 1. FC Union Berlin:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0