Millionenverluste für Union: So viel kostet die Corona-Krise die Eisernen

Berlin - Die Coronavirus-Pandemie hat für Fußball-Bundesligist 1. FC Union Berlin große finanzielle Konsequenzen. Erstmals seit mehr als einem Jahrzehnt schlossen die Eisernen das Geschäftsjahr mit einem negativen Ergebnis ab.

Unions Co-Trainer Sebastian Bönig (r) und Markus Hoffmann (l) verfolgen zusammen die Partie gegen den SC Paderborn.
Unions Co-Trainer Sebastian Bönig (r) und Markus Hoffmann (l) verfolgen zusammen die Partie gegen den SC Paderborn.  © Andreas Gora/dpa

Trotz des bis dahin höchsten Etats durch den Bundesliga-Aufstieg wurde 2019/20 ein Minus von 7,44 Millionen Euro verbucht. Einnahmen in Höhe von 70,39 Millionen Euro standen Ausgaben von 77,84 Millionen Euro gegenüber.

Diese Zahlen gab Geschäftsführer Oskar Kosche bei der am Mittwoch digital veranstalteten Mitgliederversammlung bekannt. Präsident Dirk Zingler (56) fehlte aus "dringenden persönlichen Gründen", wie Union mitteilte.

Ein höherer Fehlbetrag in der Bilanz wurde durch diverse Einsparungen verhindert. Spieler und Mitarbeiter verzichteten auf 1,25 Millionen Euro Gehalt. Fans ließen sich Eintrittsgelder in Höhe von 621.000 Euro nicht erstatten.

Mehr als zehn Millionen Euro wurden durch modifizierte Abschlüsse mit Sponsoren, Banken und anderen Partnern eingespart. Ein negatives Ergebnis hatte der Club aus Köpenick zuletzt in der Saison 2007/08 zu verzeichnen gehabt. Damals hatte Union in der seinerzeit drittklassigen Regionalliga Nord gespielt.

"Bilanziell betrachtet ist die Arbeit von zehn Jahren innerhalb von dreieinhalb Monaten vernichtet worden", sagte Kosche, versicherte aber: "Wir sind in der Lage, die fälligen Verbindlichkeiten fristgemäß zu bedienen."

Corona-Krise lässt Union ins Minus rutschen

Verlustposten waren Mindereinnahmen durch die Geisterspiele in der Bundesliga in Höhe von 7,09 Millionen Euro und geringere TV-Einnahmen von 2,68 Millionen Euro. Das negative Eigenkapital stieg in der Saison 2019/20 im Vergleich zur Saison 2018/19 von 8,99 auf 17,03 Millionen Euro.

Damit ist die Union-Gruppe im Prinzip wieder auf dem Stand vom Zweitligajahr 2009/10, als das negative Eigenkapital bei 16,10 Millionen Euro gelegen hatte.

Titelfoto: Andreas Gora/dpa

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