Stadtmeisterschaft geht nach Köpenick: Union ohne Mühe gegen harmlose Hertha!

Berlin - Berlin ist rot-weiß! Der 1. FC Union Berlin hat das Stadtderby gegen Hertha BSC mit 2:0 (2:0) gewonnen. Die Eisernen bauen den Vorsprung gegenüber den Lokalrivalen auf ganze sieben Zähler aus und können sich erstmal Stadtmeister nennen.

Schon der achte Treffer für Unions Taiwo Awoniyi (2.v.r.). Der eiserne Top-Stürmer jubelt mit seinen Kollegen Christopher Trimmel (l.-r.), Max Kruse und Grischa Prömel über das 1:0.
Schon der achte Treffer für Unions Taiwo Awoniyi (2.v.r.). Der eiserne Top-Stürmer jubelt mit seinen Kollegen Christopher Trimmel (l.-r.), Max Kruse und Grischa Prömel über das 1:0.  © Andreas Gora/dpa

Taiwo Awoniyi hatte die Hausherren in der mit 22.012 Zuschauern erstmals ausverkauften Alten Försterei früh in Führung gebracht (8. Minute), ehe Christopher Trimmel sehenswert auf 2:0 stellte (30.).

FCU-Trainer Urs Fischer nahm nach dem 2:2 beim 1. FC Köln nur zwei Veränderungen vor. Erstmals konnte der Schweizer wieder auf Max Kruse bauen. Zudem kehrte Trimmel in die Startelf zurück. Julian Ryerson und Sheraldo Becker saßen zunächst nur auf der Bank.

Hertha-Coach Pal Dardai tauschte nach dem 1:1 gegen Bayer 04 Leverkusen ebenfalls auf zwei Positionen. Für den verletzten Vladimir Darida und den erneut positiv getesteten Stevan Jovetic schickte der Ungar Lucas Tousart und Derby-Held Krzysztof Piatek aufs Feld.

Nach Testspiel-Absage von Aue: Union kickt gegen viermaligen polnischen Meister
1. FC Union Berlin Nach Testspiel-Absage von Aue: Union kickt gegen viermaligen polnischen Meister

Auch ohne Ultras sorgten die Fans vom Anpfiff weg für eine tolle Atmosphäre. Bereits nach acht Minuten wurde es dann richtig laut. Awoniyi profitierte dabei von einem katastrophalen Stockfehler von Marton Dardai. Der bullige Stürmer hatte freie Fahrt und ließ sich die Chance vor Alexander Schwolow nicht nehmen - 1:0 (8.).

Die Köpenicker überließ den Gästen den Ball, die damit jedoch wenig anfangen konnten. Es war das erwartete Kampfspiel, sodass das Geschehen überwiegend im Mittelfeld stattfand.

Die Aufstellung des 1. FC Union Berlin

Die Startelf von Hertha BSC

Taiwo Awoniyi und Christopher Trimmel bringen den 1. FC Union Berlin in Führung

Umkämpfte Partie in der Alten Försterei. Ex-Herthaner Genki Haraguchi (r.) und Santiago Ascacibar schenken sich nichts.
Umkämpfte Partie in der Alten Försterei. Ex-Herthaner Genki Haraguchi (r.) und Santiago Ascacibar schenken sich nichts.  © Andreas Gora/dpa

Die gefährlichere Mannschaft blieben aber die Hausherren. Nach einer Hereingabe von Awoniyi pennten Herthas Hintermänner erneut. Kruses Versuch aus der Drehung konnte Schwolow aber gerade noch entschärfen. Nur zwei Minuten später wäre Trimmels Flanke beinahe im Tor gelandet, verfehlte den Kasten allerdings um wenige Zentimeter.

Hertha hatte in dieser Phase zwar mehr Ballbesitz, stand jedoch immer noch ohne eigenen Torabschluss da. Die Eisernen erhöhten gegen in diesen Minuten zu passive Gäste den Druck und belohnten sich.

Trimmel ging volles Risiko, nahm eine Ecke vom rechten Strafraumrand direkt und jagte sie vorbei an Freund und Feind ins lange Eck. Der im Abseits stehende Grischa Prömel ging zwar aktiv zur Kugel, dennoch hatte der VAR nichts einzuwenden - 2:0 (30.).

Union Berlin: Nach Aus beim Afrika-Cup stößt Awoniyi am Montag zur Mannschaft
1. FC Union Berlin Union Berlin: Nach Aus beim Afrika-Cup stößt Awoniyi am Montag zur Mannschaft

Und Hertha? Den Blau-Weißen fiel gegen die kompakt verteidigende Heimmannschaft weiter nichts ein. Erst nach 37 Minuten schoss die Alte Dame erstmals aufs Tor.

Es brauchte schon die tatkräftige Unterstützung von Andreas Luthe, sodass die Charlottenburger aus heiterem Himmel plötzlich vermeintlich verkürzen konnten. Der FCU-Keeper stolperte kurz vor dem Halbzeitpfiff über den eigenen Mann und erwischte die Kugel nicht richtig. Pekarik köpfte das Leder über die Linie (45.).

Hertha BSC vorne zu harmlos, 1. FC Union Berlin lässt Entscheidung liegen

Hertha BSC fehlt vorne die Durchschlagskraft. Marco Richter (r.) versucht es gegen Robin Knoche (2.v.r) und Niko Gießelmann (l.) aus der Distanz.
Hertha BSC fehlt vorne die Durchschlagskraft. Marco Richter (r.) versucht es gegen Robin Knoche (2.v.r) und Niko Gießelmann (l.) aus der Distanz.  © Andreas Gora/dpa

Diesmal meldete sich aber der VAR zu Wort. Piatek hatte knapp im Abseits gestanden. Der Anschlusstreffer zählte nicht. Eine maximal unglücklich gelaufene erste Hälfte aus Sicht der Gäste.

Die waren nach dem Seitenwechsel durchaus gewillt, das Ruder noch herumzureißen, doch auch mit zwei Stürmern auf dem Feld (Ishak Belfodil für Tousart) tat sich die Alte Dame schwer, überhaupt vors Tor zu kommen.

Die Köpenicker mussten nicht mehr als nötig tun, lauerten auf Umschaltmomente und waren dem 3:0 näher als Hertha dem Anschlusstreffer. Erst verhinderte Schwolow gegen Kruse den Einschlag (58.), dann ließen Prömel und Genki Haraguchi die Entscheidung liegen (63.).

Es blieb dabei: Hertha hatte zwar mehr Ballbesitz, agierte im Spiel nach vorne aber zu ideenlos. Sie fanden keine Mittel das Abwehrbollwerk der Eisernen zu knacken. So hatten die Gastgeber keine Mühe das Stadtderby für sich zu entscheiden. Ein hochverdienter Sieg, der noch hätte höher ausfallen können.

Für Hertha geht es am Samstag gegen den FC Augsburg (15.30 Uhr/Sky) weiter. Union muss einen Tag später bei Eintracht Frankfurt (15.30 Uhr/DAZN) ran.

Titelfoto: Andreas Gora/dpa

Mehr zum Thema 1. FC Union Berlin: