Schon neun Zugänge: Unions Neu-Einkäufe im Check

Berlin - Kein Bundesligist hat solch ein Tempo hingelegt wie der 1. FC Union Berlin. Ganze neun Spieler haben die Eisernen bereits verpflichten können. Auffällig ist: Sechs der neun Neuzugänge kamen ablösefrei.

Da geht's lang. Rani Khedira (27) gibt die Richtung vor.
Da geht's lang. Rani Khedira (27) gibt die Richtung vor.  © Tom Weller/dpa

Wunschstürmer Serdar Dursun (29) entschied sich letztlich doch für einen Wechsel zu Fenerbahce Istanbul, doch auch so scheint Oliver Ruhnert (49) mal wieder das richtige Näschen zu haben. TAG24 macht den Check.

Rani Khedira

Zu einem Bruder-Duell wird es nicht kommen. Weltmeister Sami Khedira (34) beendete seine Karriere. Mit seiner giftigen Spielweise ist sein jüngerer Bruder Rani Khedira (27) prädestiniert für Union. Beim FC Augsburg war der 27-Jährige stets Stammspieler, daran dürfte sich auch in Berlin nichts ändern.

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Levin Öztunali

Union ist für Seeler-Enkel Levin Öztunali (25) nun schon seine vierte Bundesliga-Station. Der 25-Jährige kommt mit der Erfahrung von 170 Bundesligaspielen (12 Tore/25 Vorlagen) und soll vor allem für mehr Tempo auf dem Flügel sorgen. Mit seiner Schusstechnik ist Öztunali zudem auch aus der Distanz gefährlich.

Zunächst dürfte er sich aber mit der Joker-Rolle begnügen müssen. Eine Rolle, die der U21-Europameister von 2017 bestens kennt. Beim Mainzer Höhenflug spielte der Flügelspieler kaum eine Rolle. In der Rückrunde war er nur noch Teilzeitkraft (sechs Einwechslungen).

1. FC Union Berlin: Rekord-Einkauf Puchacz überzeugt bei der EM

Tymoteusz Puchacz (22) konnte bei der EM durchaus überzeugen. Das Ausscheiden der polnischen Nationalmannschaft in der Gruppenphase konnte er aber nicht verhindern.
Tymoteusz Puchacz (22) konnte bei der EM durchaus überzeugen. Das Ausscheiden der polnischen Nationalmannschaft in der Gruppenphase konnte er aber nicht verhindern.  © Igor Russak/dpa

Rick van Drongelen

Er ist der bislang jüngste Transfer und einer der wenigen, für die Union Ablöse gezahlt hat: Rick Van Drongelen (22). Der Innenverteidiger ist ein absoluter Mentalitätsspieler. Aufgrund eines Kreuzbandrisses und einer Verletzung am Sprunggelenk absolvierte der 22-Jährige vergangene Saison zwar nur vier Spiele, dürfte aber bei den Eisernen auf genügend Einsatzzeiten kommen, zumal er derzeit der einzige Linksfuß aller Abwehrspieler ist.

Paul Jaeckel

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Auch dank Paul Jacekel (22) schaffte SpVgg Greuther Fürth den Bundesliga-Aufstieg. Der Abwehrspieler gilt als vielversprechendes Talent, dürfte es aber bei seinem neuen Verein schwer haben.

Tymoteusz Puchacz

Schon bei der EM konnten sich die Union-Fans einen ersten Eindruck von ihrem Rekord-Einkauf verschaffen. Linksverteidiger Tymoteusz Puchacz (22) wird Christopher Lenz (26) ersetzen und machte beim Turnier Hoffnung auf mehr. Mit seinem beherzten Auftreten und dem Offensivdrang wurde deutlich, warum die Eisernen 3,5 Millionen Euro Ablösesumme zahlten.

Klappt's bei Julius Kade im zweiten Anlauf?

Genki Haraguchi (30) kennt Berlin. Vier Jahre lang spielte der Japaner für Hertha BSC.
Genki Haraguchi (30) kennt Berlin. Vier Jahre lang spielte der Japaner für Hertha BSC.  © Julian Stratenschulte/dpa

Julius Kade

Sein erster Versuch verlief enttäuschend. Nach seinem Wechsel von Stadtrivale Hertha BSC spielte Julius Kade (22) die gesamte Saison keine einzige Sekunde. Bei Dynamo Dresden entwickelte er sich hingegen prächtig, sodass Union die Rückkaufoption zog. Klappt's im zweiten Anlauf?

Der gebürtige Spandauer muss in der Vorbereitung auf sich aufmerksam machen und könnte vor allem in der Conference League zum Einsatz kommen.

Genki Haraguchi

Der nächste Unioner mit blau-weißer Vergangenheit. Mit neun Toren und sieben Vorlagen gehörte Genki Haraguchi (30) zu den Auffälligsten der 2. Liga. Sein Vorteil: Der Japaner kann sowohl auf dem Zentrum, als auch hinter den Spitzen spielen. Torgefährlich war der trickreiche Neuzugang in seinen vier Jahren bei Hertha (sechs Treffer in 106 Spielen) allerdings nie.

Pawel Wszolek

Anpassungsprobleme dürfte Pawel Wszolek (29) kaum haben. Der Pole ist ein international erfahrener Spieler, der seine Qualitäten bereits in der Premier League und in der Serie A unter Beweis gestellt hat. Eigentlich wollte Legia Warschau mit dem elffachen polnischen Nationalspieler verlängern, doch der 29-Jährige wollte lieber zu Union. Der flexible Offensivspieler dürfte vor allem mit Sheraldo Becker (26) um einen Stammplatz auf der rechten Außenbahn streiten.

Andreas Voglsammer

Kommt nicht noch ein Angreifer, führt an den ehemaligen Bielefelder Andreas Voglsammer (29) kein Weg vorbei. Der 29-Jährige ist derzeit der einzige Mittelstürmer der Eisernen. Die Bilanz der vergangenen Saison ist aber wenig furchteinflößend. In 18 Spielen gelangen dem Torjäger zwei Tore und zwei Vorlagen.

Dennoch sind die Eisernen von ihrem Neuzugang überzeugt. "Er ist selbst torgefährlich, spielt aber jederzeit mannschaftsdienlich. Einen solchen Stürmer ablösefrei verpflichten zu können, freut uns sehr", kommentierte Ruhnert die Verpflichtung.

Titelfoto: Tom Weller/dpa, Igor Russak/dpa, Julian Stratenschulte/dpa

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