Umstrittenes Tor macht Union-Blamage perfekt: "Eindeutig eine Fehlentscheidung"

Berlin - Es war die Szene des Spiels! In der 56. Minute hatte sich der Fürther Angreifer Havard Nielsen im Strafraum mit einem leichten Schubser gegen Kevin Behrens (30) entscheidend Platz verschafft. Unions Stürmer stürzte, sodass der Norweger den 1:0-Siegtreffer erzielen konnte.

Ein historischer Treffer für die SpVgg Greuther Fürth. Havard Nielsen (28/l.) bejubelt mit Marco Meyerhöfer (26/r.) sein Siegtor zum 1:0. Es ist der Fürths erster Heimsieg in der Fußball-Bundesliga.
Ein historischer Treffer für die SpVgg Greuther Fürth. Havard Nielsen (28/l.) bejubelt mit Marco Meyerhöfer (26/r.) sein Siegtor zum 1:0. Es ist der Fürths erster Heimsieg in der Fußball-Bundesliga.  © Daniel Karmann/dpa

Urs Fischer (55) hatte das vermeintliche Foulspiel schon von der Seitenlinie aus gesehen. Lautstark forderte er Schiedsrichter Sven Jablonski dazu auf, sich die Szene noch einmal anzuschauen. Vergeblich. Ein Einwand aus Köln blieb aus.

Auch nach dem Spiel bleib der Schweizer bei seiner Meinung. "Eindeutig eine Fehlentscheidung", sagte der 55-Jährige nach Schlusspfiff bei "DAZN".

In der Tat: Es gibt in der Bundesliga durchaus Schiedsrichter, die es abgepfiffen hätten. Der Unparteiische blieb aber seiner großzügigen Linie treu und ließ es laufen. Eine klassische 50/50-Situation. Man kann es pfeifen, muss es aber nicht. Auch deshalb blieb eine Überprüfung am Monitor aus.

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"Strittig, ob man da Foul pfeifen kann", fand Verteidiger Timo Baumgartl (25) die entscheidende Szene nicht so eindeutig, wie sein Trainer. Auch Grischa Prömel (26) sprach am DAZN-Mikrofon von einer "schwierigen Entscheidung."

Unions Mittelfeldakteur: "Es wird ein bisschen von hinten geschoben. Ich weiß nicht, ob man es pfeifen muss."

Vielmehr haderten die Eisernen mit ihrer eigenen Leistung. Die Gäste hatten drei Tage nach dem Aus in der Conference League nicht den besten Tag erwischt, hatten dennoch genug Gelegenheiten mindestens noch einen Punkt mitzunehmen.

Union Berlin hadert mit der Chancenverwertung

Keita Endo (24) kann es nicht fassen. Union Berlin muss sich Greuther Fürth geschlagen geben.
Keita Endo (24) kann es nicht fassen. Union Berlin muss sich Greuther Fürth geschlagen geben.  © Daniel Karmann/dpa

"Wir haben immer wieder Lösungen gefunden und hatten selbst drei, vier sehr große Möglichkeiten", haderte Fischer mit der Chancenverwertung seiner Elf. "Wir waren nicht effizient genug, dann musst du dich nicht wundern, wenn du am Ende als Verlierer vom Platz gehst."

Entweder scheiterte der 1. FC Union Berlin starken Sascha Burchert oder an sich selbst. Der Ex-Herthaner stand schon beim Unentschieden gegen Arminia Bielefeld (1:1) - den bis dato einzigen Punktgewinn der SpVgg Greuther Fürth - zwischen den Pfosten. Und nun auch beim ersten Heimsieg der Bundesliga-Geschichte.

Gleich zweimal war Burchert voll da: Erst gegen Max Kruse (33) nach einem Fehler von Sebastian Griesbeck (13. Minute). Dann verhinderte der Keeper mit einer tollen Parade den Ausgleich - unmittelbar nach der Führung.

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Nach der herben 1:7-Schmach bei Bayer 04 Leverkusen überließen die Gastgeber den Berliner das Spielgerät. Die Eisernen hatten zwar 63 Prozent Ballbesitz, insgesamt 15 Torschüsse, schnürten den Aufsteiger in der Schlussphase in der eigenen Hälfte ein, wirklich zwingend wurde es aber nur in den seltensten Fällen.

Und dennoch hatte Taiwo Awoniyi (24) den Last-Minute-Treffer auf dem Kopf (90.). Der eingewechselte Stürmer ließ die dicke Gelegenheit allerdings liegen. Normalerweise macht der Nigerianer den im Schlaf. So aber konnten tapfer kämpfende Fürther, wenn auch etwas glücklich, die Horror-Serie von zwölf Pleiten in Serie beenden.

Titelfoto: Daniel Karmann/dpa

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