Union-Berlin-Blog: Alle Einträge aus September & Oktober 2021

Eisern: In einer Personal-Union aus drei waschechten Berliner Fußball-Fan-Originalen gibt es bei TAG24 einen Union-Berlin-Blog. Hier die Einträge aus Oktober 2021 zum Nachlesen. Zu den Beiträgen im Monat November 2021 geht es hier.

V.l.n.r.: Christian Beeck (49), Jürgen Heinemann (57) und Tobias Saalfeld (53).
V.l.n.r.: Christian Beeck (49), Jürgen Heinemann (57) und Tobias Saalfeld (53).  © Archiv

Die Autoren:

Beecke (Christian Beeck, 49) Ex-Bundesliga-Spieler, Ex-Union-Manager, lebt an der Küste, 2 Kinder.

Icke (Jürgen Heinemann, 57) geht seit 44 Jahren zu Union, als Betriebswirt seit 30 Jahren im Vertrieb, verheiratet, ein erwachsenes Kind.

Wende bei Oczipka? Bleibt er doch noch bei Union?
1. FC Union Berlin Wende bei Oczipka? Bleibt er doch noch bei Union?

Unionfux (Tobias Saalfeld, 53) schon seit über 40 Jahren Unioner, arbeitet als Autor für Bühne, Funk und Fernsehen, war aber auch schon Journalist, Comedian, Veranstalter, Sänger. Verheiratet, drei erwachsene Ziehkinder.

30. Oktober 2021: Zwei Spiele in einem

Union Berlins Torhüter Andreas Luthe (l) und Union Berlins Paul Jaeckel nach dem Spiel.
Union Berlins Torhüter Andreas Luthe (l) und Union Berlins Paul Jaeckel nach dem Spiel.  © Andreas Gora/dpa

Unionfux: Ja, den Gefallen tun einem die Bayern nicht, zwei Spiele hintereinander indisponiert zu sein. In den ersten 35 Minuten machen sie kaum einen Fehler, lassen Union überhaupt keinen Platz zur Entfaltung und führen mit drei Toren.

Einen Elfmeter, einen fraglos tollen Freistoß und einen guten Angriff brauchen sie dazu, sie agieren und wir reagieren nur. Allein das dritte Tor hätte man vielleicht verhindern können, da läuft Sanè Jaeckel im Rücken weg und drückt den Ball über die Linie. Das war das erste Spiel, Union ist chancenlos, sowohl vorn als auch hinten.

Doch dann trauen sich unsere Jungs etwas mehr zu und plötzlich macht Gießelmann nach Haraguchiflanke das erste Tor und kurz darauf Becker nach Pass von Awoniyi das zweite - leider ganz knapp aus Abseitsposition.

Feine Aktion zum Tor des Monats: Union-Duo Sven Michel und Kevin Behrens heimsen Titel ein
1. FC Union Berlin Feine Aktion zum Tor des Monats: Union-Duo Sven Michel und Kevin Behrens heimsen Titel ein

Die gefühlt knallvolle Alte Försterei tobt erst und schöpft etwas Hoffnung und dann kommt eine Heimmannschaft aus der Kabine, die da weitermacht, wo sie vor der Pause aufgehört hat - sie spielt Fußball, erobert sich die Bälle, erarbeitet sich Chancen und es wird ein packendes und aufregendes Duell auf Augenhöhe.

Und die so starken Bayern wackeln und wackeln, aber sie fallen nicht, denn dummerweise schießt mitten in die Drangphase Coman ein Tor der Marke „Den kann keener…“, wie er den Ball aus schwierigem Winkel ins Tor haut, das nötigt selbst dem hartgesottenen Unioner eine gewisse Bewunderung ab. Aber das scheint heute kein Dämpfer zu sein: toller langer Ball von Knoche auf Behrens, der tankt sich bis zur Grundlinie durch und in der Mitte stehen Teuchert und Ryerson und unser Norweger macht sein erstes Tor für Union: wieder hat die Bank zugeschlagen, und wie! Und die Mannschaft geht weiter auf das dritte Tor, die Partie macht immer mehr Spaß - und dann laufen wir in einen schnellen Konter, an dessen Ende Bayern-Müller abgezockt den fünften Treffer für den Gegner macht.

Wir verlieren das erste Spiel 0:3, im zweiten erspielen wir uns ein tolles Unentschieden und die ganze Alte Försterei feiert! Leider läuft es natürlich nicht ganz so, die Zählweise hab ich exklusiv. Wir verlieren 2:5 gegen sehr starke, hochmotivierte und kaltschnäuzige Münchner, bemerkenswert ballsicher, schnell und mit toller Schusstechnik - aber die brauchen sie auch, um uns heute niederzuringen.

Unsere Mannschaft hat eine beeindruckende Moral bewiesen und jeden Zuschauer versöhnt - das war eine Niederlage, die man nicht als Klatsche empfindet, auch wenn wir noch nie fünf Stück zu Hause in der Bundesliga kassiert haben und eine beispiellose Serie von 21 ungeschlagenen Heimspielen in Folge zu Ende geht. Und so feiert die Alte Försterei lautstark und unnachahmlich ihre Helden und das zu Recht. Wer weiß, wie es ausgegangen wäre, wenn Kruse und Friedrich auf unserer Seite auf dem Feld gewesen und wir obendrein etwas mehr Glück gehabt hätten, auch wenn an dem verdienten Sieg des Serienmeisters wenig zu rütteln ist.

Vielleicht machte das erste Spiel keinen Spaß, das zweite allemal und lässt uns mehr stolz als wehmütig zurück. Schade und bravo und eisern Union!

28. Oktober 2021: …und wir holen den Pokal!

Berlins Torschütze Kevin Behrens (li.) jubelt mit Berlins Grischa Prömel über das Tor zum 1:3 Endstand.
Berlins Torschütze Kevin Behrens (li.) jubelt mit Berlins Grischa Prömel über das Tor zum 1:3 Endstand.  © Uwe Anspach/dpa

Unionfux: Da war es, das klassische Pokalspiel gegen den Drittligisten: zäh, nervig, viel Kampf, viel Krampf. Nach wenigen Minuten liegen wir hinten, das kann absolutes Gift sein, glücklicherweise gleichen wir relativ schnell aus und dann ist es vielleicht ein toller Pokalfight, aber mit Fussball hat das über weite Strecken nicht ganz so viel zu tun.

Mannheim macht, was es kann und Union tut sich bekanntermaßen schwer, wenn man das Spiel machen muss. Im Grunde gibt es nur drei Chancen, das Spiel in der regulären Spielzeit zu entscheiden, nach 75 Minuten rettet ein Mannheimer einen abgefälschten Schuss für seinen machtlosen Keeper, zehn Minuten später lässt sich Prömel bei einem Konter viel zu leicht abkochen und direkt vor dem Abpfiff schießt der mittlerweile eingewechselte Awoniyi zu zentral auf den Keeper. Verlängerung!

Nicht gerade optimal für die eigenen Kräfte in Hinblick auf die kommenden Aufgaben, aber was hilft’s? Glücklicherweise schließt Awoniyi (sein 12. Pflichtspieltreffer!!) ziemlich entschlossen gleich zu Beginn zur Führung ab und das wird dann, relativ ungefährdet, verwaltet.

Deswegen ist es auch nicht schlimm, dass Behrens ein glasklarer Elfer verweigert wird, zumal er zwei Minuten darauf den Sack zumacht: unser Sturm entscheidet wieder mal das Spiel. Am Ende steht dann das vollkommen verdiente, wenn auch ein bisschen glanzlose Weiterkommen gegen einen unbequemen, tapferen Gegner mit unermüdlichen Fans und damit kann man schon zufrieden sein, wenn man bedenkt, dass Freiburg nur mit viel Glück in Osnabrück weitergekommen ist, Leverkusen zu Hause gegen den Zweitligisten Karlsruhe ausscheidet und unser nächster Gegner, der FC Bayern, eine historische Maximalklatsche in Gladbach kassiert.

Der Pokal hat seine eigenen Gesetze, gut, das mag eine Binsenwahrheit sein, aber eben doch eine Wahrheit - und das macht das Ganze ja auch so reizvoll, gerade für die Underdogs - und wir waren ja lang genug einer. Schön, dass Rönnow mal spielen konnte, ebenso wie Oczipka, Teuchert und Wszolek, wenn auch alle relativ unauffällig.

Vielleicht kommt ja in der nächsten Runde wieder ein vermeintlich machbares Los, gern auch zu Hause, Pokalheimspiele haben bei uns in den letzten Jahren ja Seltenheitswert. Ob wir am Ende wirklich den Pokal holen? Mal sehen...Aber erstmal kommen die Bayern am Samstag, bei immerhin 75%iger Stadionauslastung trotz 3G, das hat der hartnäckige und unbeugsame Zingler der Senatsverwaltung abgerungen - gut gemacht, das ergibt immerhin knapp 17.000 Zuschauer, ein Schritt in die richtige Richtung.

Schönes Herbstwetter soll’s auch geben, alles ist also angerichtet für eine der härtesten denkbaren Aufgaben, aber dass die Bayern doch nicht unschlagbar sind, hat gerade das unfassbare 5:0 in Gladbach gezeigt und letzte Saison haben wir ja, als einzige Mannschaft der Bundesliga, gegen Bayern nicht verloren!! Hoffentlich kann Kruse spielen, der Probleme mit dem Fuß hat, Friedrich wäre auch toll, Jaeckel macht seine Sache nicht schlecht, aber Friedrich ist doch nochmal ne andere Hausnummer - und dann lassen wir uns überraschen. Normalerweise liegt uns so eine Aufgabe, aber ich scheue doch die Prognose. Fakt ist aber: ich trau uns alles zu und in der Festung erst recht. Auf zur 22!

26. Oktober 2021: Transfer-Gedankenspiele

Baumgartl spielt bei Union eine gute Saison.
Baumgartl spielt bei Union eine gute Saison.  © Harry Langer/DeFodi Images

Icke: Morgen, am Mittwoch, möchten wir gern in Waldhof eine Pokalrunde weiterkommen, am Samstag gegen die Bayern nicht verlieren (das schafften wir in der Vorsaison schon zwei Mal!) und dann kommen die nicht sonderlich gastfreundlichen Holländer und ich bete dafür, das wir denen eine Lektion erteilen! Drei Spiele mit Brisanz und Wichtigkeit.

Habt Ihr gesehen, wie 30.000 Schwaben vor Glück völlig ausflippten, weil ihnen 3 Minuten nach Ende der normalen Spielzeit und Sekunden vor dem Schlusspfiff, durch einen abgefälschten Glücks-Schuss noch ein Punkt gelang, im Heimspiel, gegen Union! Da gleitet ein schelmisches Lächeln durch mein Gesicht. Irgendwann müssen es doch auch die Südländer mal verstehen, sie sitzen mitnichten mehr auf dem Ross, dem hohen. Sie tun aber immer noch so…

Uns kann es egal sein, ein Zwischen-Fazit besagt: 5. Platz in der 1. Bundesliga, im DFB-Pokal und im Europapokal noch vertreten. Wie nennen wir das? Bombe!

Über die Holländer verliere ich kein Wort mehr, das haben die Typen gar nicht verdient.

Was passiert bei uns wohl hinter den Kulissen? Ich möchte mal vermuten, Ujah und Abdullahi – beide mit auslaufenden Verträgen – sind mit ihrer Situation nicht wirklich zufrieden. Ich hoffe, auch in ihrem Interesse, man findet zusammen eine Lösung.

Das zweite große Thema sind die auslaufenden Verträge vieler unserer Innenverteidiger. Baumgartl ist nur ausgeliehen und Knoche und Friedrich haben nur Verträge bis zum Sommer. Mit Knoche muss verlängert werden, er ist ein großer Stabilisator in unserer Defensive. Ob wir Friedrich halten können, hängt wohl von der Seriosität anderer Angebote ab. Haut da einer 5 oder 6 Mio. Jahresgehalt in den Ring, sind wir raus. Bei den völlig verrückten Engländern kann das durchaus passieren.

Und Baumgartl? Der spielt eine ganz ordentliche Saison. Und sicherlich sind wir auch bereit, für einen guten Innenverteidiger, der sich bei uns schon integriert hat, eine kleine Ablöse zu bezahlen. Die Betonung hier liegt allerdings auf „klein“. Warum? Ist Union so geizig? Ne! Im nächsten Sommer gibt es enorm viele und sehr gute Innenverteidiger zum Nulltarif auf dem Markt. Ablösefrei wären Rüdiger, Süle, Ginter, Brooks, Herthas Stark, Kempf, Pieper, K. Schlotterbeck, Vogt, Heintz, Beyer, Bauer sowie unser Duo mit Friedrich und Knoche. Alles ablösefreie und deutsche Verteidiger, die mindestens einen Marktwert von 3 Mio. besitzen, also etabliert sind. Den jungen Bielefelder Pieper oder den erfahrenen Linksfuß Heintz aus Freiburg… könnte ich mir ganz prima bei uns vorstellen. Ebenso eine Rückkehr von K. Schlotterbeck. Eine grandiose (und üppig gefüllte) Spielwiese für Ruhnert!

Endo mit 13 Minuten Einsatzzeit (1 Spiel) und Wszolek mit 0 Minuten dürften auch nicht wirklich zufrieden sein. Hier würde – zumindest bei Wszolek – eine Leihe Sinn (Vertragslänge) machen. Vielleicht findet ja auch Endo selbst einen neuen Verein, schnell, trickreich und Nationalspieler ist er ja. Nur für uns scheint es nicht mehr zu reichen. Wir könnten dafür verstärkt auf Kühn (sensationelle 5 Tore plus 2 Torvorlagen in den ersten 6 Spielen), Sanogo, A. Kemlein, Stein und Bruns setzen, die aus einem wiederum guten U19-Junioren-Jahrgang, noch ein wenig herausstechen, sprich die Säulen sind. Wenn es bei uns überhaupt etwas zu meckern gibt, dann ist es die Undurchlässigkeit des Profikaders - aus Sicht der eigenen Junioren. Wann wurde überhaupt ein Eigengewächs bei uns mal Stammspieler? Es sind sehr viele Jahre her...

Freiburg und Union machen einfach Spaß, sie sind – wie die jüngere Vergangenheit beweist – keine Eintagsfliegen mehr. Die 10 Vereine hinter dem Tabellendritten Freiburg und dem Tabellenfünften Union, mit teilweise doppelten (und mehr) Etats sollten sich mal Gedanken darüber machen. Nicht auszudenken, wenn das so bliebe 😉 …

25. September 2021: Am falschen Ende gespart!

Stuttgarts Nikolas Nartey (l.) und Union Berlins Grischa Prömel kämpfen um den Ball.
Stuttgarts Nikolas Nartey (l.) und Union Berlins Grischa Prömel kämpfen um den Ball.  © Silas Stein/dpa

Unionfux: Aaaaaaahh!!! Das ist natürlich der Albtraum für jeden Fussballfan: das zwei-Punkte-klauende Gegentor in allerletzter Minute, absolut unnötig wie ein Kropf, nach einer sehr abgeklärten und souveränen Auswärtsvorstellung, da beißt man in die Tischkante, da brüllt man das ganze Haus zusammen, da bleibt man verzweifelt zurück - okay, kein Weltuntergang, aber eine kleine Katastrophe inklusive Herzkasper.

Wie kann das nur passieren? Eigentlich macht die Mannschaft alles richtig, es stimmt so vieles, kampfstark, laufstark, sicher in der Abwehr, während beim Gegner kaum was zusammenläuft. Taiwo Awoniyi macht Tor Nummer sieben nach starker Vorarbeit von Sheraldo Becker, Stuttgart spielt nach einer knappen Stunde mit einem Mann weniger, Luthe hat nichts zu halten, Union tritt überlegen auf… Warum also fährt man nicht mit drei Punkten mehr im Gepäck zum Pokalspiel nach Mannheim?

Weil man irgendwie am falschen Ende gespart hat: Union versäumt es, die Räume zu nutzen, ein zweites Tor nachzulegen, Kruse wird das gesamte Spiel geschont und dann fällt ein so dämlicher Treffer, auch noch vom eigenen Mann abgefälscht und Stuttgart verdient sich den eigentlich unverdienten Punkt, weil im Fussball nun mal Tore zählen und ein Spiel dreiundneunzig Minuten dauert.

Überlegenheit bringt nicht zwingend Erfolg, das haben unsere Gegner oft genug erfahren müssen, wenn wir effektiv aus wenigen Chancen unsere Tore machten. Und ich werde den Verdacht nicht los, dass wir uns ein wenig zu sicher fühlten, alles schien ja aufzugehen, wozu noch mehr investieren, scheinbar unnötige Risiken eingehen - es reicht ja auch so. Und das tut es dann eben nicht, weil das passiert, was immer passieren kann: da geht die Ordnung in der Abwehr beinahe unerklärlich verloren, die eiskalten Abwehrrecken werden ein einziges Mal zum nervösen Hühnerhaufen, ein bisschen Pech obendrauf und bumms, hat man den Salat, weil man einen halbtoten, dezimierten Gegner überhaupt am Leben gelassen hat, ja, ihn am Ende sogar ein wenig ermuntert hat: vielleicht, vielleicht geht ja noch was…

Was bleibt, ist eine bittere Erfahrung, die man eigentlich nicht braucht, weil sie wohl jeder schon mal gemacht hat. Aber jetzt ist sie wieder schmerzlich frisch und ziemlich teuer bezahlt: eine Führung mit nur einem Tor ist nun mal kein Ruhekissen, sondern permanent dünnes Eis. Okay, okay, das ist schon Jammern auf hohem Niveau mit unseren sechzehn Punkten in der Tabelle und einer im Grunde sehr guten Leistung, fast wie eine Spitzenmannschaft, aber eben nur fast.

Denn das ist schon verdammt schade, Jungs, für euch und für uns - wie gern hätten wir alle breit grinsend den Sonntag ausklingen lassen und jetzt gucken wir ein bisschen dumm aus der Wäsche und dieses Auswärtsunentschieden fühlt sich wie ne Niederlage an… Doch spätestens ab morgen heißt es wieder: Kopf hoch, weiter geht’s! Eisern!!

24. Oktober 2021: Nach Rotterdam fahren und gleich wieder vergessen!

Stuttgarts Tanguy Coulibaly (l.) und Union Berlins Timo Baumgartl im Kopfballduell.
Stuttgarts Tanguy Coulibaly (l.) und Union Berlins Timo Baumgartl im Kopfballduell.  © Silas Stein/dpa

Beecke: Wir haben mal wieder eine ereignisreiche Woche hinter uns. Das Spiel in Rotterdam hat Gottseidank bei unseren Jungs keine Spuren hinterlassen. Die Vorstellung in Rotterdam war etwas dürftig, aber kein Beinbruch.

Die Nebengeräusche dieser Reise jedoch schon. Das widerliche Verhalten unserer holländischen Nachbarn ist ein komplettes Desaster. Wieso so etwas mitten in Europa immer wieder passieren kann, bleibt für mich ein großes Rätsel.

Die Länder kriegen diesen geistigen Schwachsinn einfach nicht in den Griff. Ich hatte ein wenig Sorgen vor dem Spiel gegen Stuttgart, dass die Rotterdam-Reise doch tiefer in den Knochen steckt, als gedacht. Unsere Mannschaft hat das komplette Gegenteil gezeigt und mal wieder eine überragende Leistung gebracht. Gegen eine junge, unerfahrene Mannschaft muss man genau so agieren. Unsere Truppe war von der ersten Minute an voll im Spiel und hatte alles im Griff.

Selbst in der zweiten Halbzeit, wo man denken konnte, dass unsere Kräfte vielleicht schwinden würden, waren wir klar Herr im Haus. Ein großer Wermutstropfen sind leider die 5 Minuten vor Ende der Partie.

Leider ist die Bundesliga in diesem Thema knallhart. Wenn du nicht konsequent bis zum Schluss deine Arbeit erledigst, kann dir so ein bescheidenes Gegentor passieren.

Besonders gefreut habe ich mich über Becker, der Junge hat ein geiles Spiel abgeliefert und scheint zu seiner Form zurück zu finden. HaRa Gucci war ein guter Antreiber dieses Spiels. Und Awoniyi kann scheinbar machen was er will, er trifft halt immer. Urs Fischer hat sehr gut rotiert und unserem Max mal eine Pause gegeben. Denn es kommen jetzt wieder wichtige und anstrengende Spiele: DFB-Pokal, Bayern München, Rotterdam etc. und natürlich unser Spiel des Jahres gegen die Charlottenburger. Es ist eine sehr geile Fußball-Zeit für unseren Verein, lasst uns alles weiterhin genießen. Bis bald Euer Beecke.

22. Oktober 2021: Nach Rotterdam fahren und gleich wieder vergessen!

Etliche Fans wurden nicht ins Stadion gelassen, später kam es zu Gewaltszenen zwischen Polizei und Fans.
Etliche Fans wurden nicht ins Stadion gelassen, später kam es zu Gewaltszenen zwischen Polizei und Fans.  © Robin Utrecht/ANP/dpa

Unionfux: Ja, solche Tage gibt es. Tage, an denen kaum was zusammenläuft und der gestrige Donnerstag in Rotterdam war so einer: angefangen vom klaren Elfer, der nicht gegeben wird nach acht Minuten (kein VAR in der Conference League? Was ist das, Europacup für Arme??), kurz danach geraten wir in Rückstand, dann das unnötige zweite Gegentor nach einem Fehler des sonst so zuverlässigen Knoche.

Immerhin fällt der schnelle Anschluss durch Awoniyi nach butterweicher Trimmelflanke, wir werden stärker und mit ein bisschen mehr Konzentration können wir vor der Pause noch ausgleichen - aber das war eben einer dieser Tage. In der zweiten Hälfte sind wir vorn nicht effektiv und hinten schießen wir erstaunlich viele Böckchen (habe ich so lange nicht mehr gesehen bei uns!), einer davon wird eine Viertelstunde vor Schluss bestraft - das war’s.

Ja, wir können eher froh sein, dass wir nicht noch höher verlieren, in der Nachspielzeit kriegt Feyenoord drei Superchancen innerhalb weniger Sekunden nicht ins Tor.

Okay, einerseits ärgerlich, andererseits auch halbsowild, das kann mal passieren, wir waren nicht so gut drauf und dann gibt’s mal eine vor’n Latz, vorne dünne und hinten schwach, Andreas Luthe war noch der beste Mann. Daraus lernen wir, das erdet nach den drei Siegen in der Bundesliga, Urs Fischer wird da garantiert an den richtigen Stellschrauben drehen - und es ist ja auch „nur“ das Zusatzgeschäft: ganz ehrlich, eine Niederlage in der Meisterschaft tut mehr weh.

Viel schlimmer ist jedoch: zahlreiche Unioner werden gar nicht erst ins Stadion gelassen, weil die Niederländer die Logistik nicht gebacken kriegen, dafür aber einen überharten Polizeieinsatz inkl. Knüppelei und Hundebissen. Das hat doch mal was: da fährt man 700 km durch Europa, um die Jungs im legendären „Kuip“ zu unterstützen, freut sich wochenlang drauf, gibt jede Menge Geld aus und dann kommt man, ganz ohne Begründung, nicht rein und wird obendrein von der Polizei verdroschen, um dann 700 km wieder zurückzufahren. Aus meiner Sicht sowohl unentschuldbar von Seiten der Rotterdamer als auch der dortigen Polizei, kurz, eine ganz miese, ekelhafte Nummer, und die begann sogar schon einen Tag früher, als unsere Vereinsdelegation in der Rotterdamer Innenstadt von feigen Hooligans angegriffen wird.

Bei solchen Nebengeräuschen schießt es einem armdick aus dem Hals und das ist noch stark untertrieben...Und so kann es nur heißen: Rotterdam abhaken, vergessen und nach vorne schauen, in der Gewissheit, dass so ein, in jeder Hinsicht, Dreckstag so schnell gar nicht wiederkommen kann. Das heißt auch: im Rückspiel in zwei Wochen werden wir zeigen, wie man ein guter und fairer Gastgeber ist und zusätzlich unsere letzte Chance in Sachen Europa wahren (auch, weil Haifa zu Hause gegen Slavia Prag gewonnen hat) - jetzt erst recht! Und nun: auf nach Stuttgart - wir haben ein Bundesligaspiel zu gewinnen…

21. Oktober 2021: Fegt diese Kriminellen aus deren Stadion

Die Unioner in einer Trainingseinheit in Rotterdam.
Die Unioner in einer Trainingseinheit in Rotterdam.  © Jeroen Putmans/ANP/dpa

Icke: Ich hatte es befürchtet, ich hatte es geschrieben und es ist geschehen. Böser Überfall Rotterdamer Fans gestern Abend auf unsere Delegation um Zingler und Kosche in einer Rotterdamer Bar. Die doch etwas größere Crew, es waren auch sieben Frauen dabei, konnte Schlimmeres verhindern, als einige instinktiv Stühle als Abwehrschild gegen die Wurfgeschosse der Chaoten verwendeten.

Einer Frau aus der Delegation, die auf Grund eines Schocks ins Krankenhaus musste, geht es inzwischen besser und sie wurde wieder entlassen. Die Bar sah danach wüst aus, zerbrochene Gläser und Flaschen, um geworfene Stühle, das war wie Krieg, es ging um die Gesundheit.

Leider sind die Holländer, speziell die Rotterdamer Fans - genau dafür bekannt. Und ich befürchte, das war nicht der einzige Zwischenfall, den diese Idioten gegen uns anzetteln ...

Jetzt wünsche ich mir erst recht einen satten Sieg unserer Jungs, auch wenn es durch den Friedrich-Corona-Ausfall noch schwerer wird. Unioner fegt diese Kriminellen einfach aus deren Stadion!

18. Oktober 2021: Der tut nicht nur cool, der isses!

Max Kruse bekommt überraschend Besuch.
Max Kruse bekommt überraschend Besuch.  © youtube.com/heyaaron

Unionfux: Bei Youtube gibt’s ein wirklich interessantes Filmchen - ein Youtuber, der irgendwie mit Max Kruse bekannt ist, besucht ihn, nachts um eins, ohne dass der davon weiß - und der öffnet tatsächlich, verschlafen, aber nichtsdestotrotz entspannt und lässt das Team in seine etwas chaotische und teileingerichtete (dabei absolut saubere!) Wohnung und macht in der Folge ziemlich gelassen fast alles mit, ohne im Geringsten schwierig/komisch/peinlich zu werden und zeigt einen ungeschminkten Einblick in das Leben eines Bundesligafussballers der besonderen Art und obendrauf plaudert er ganz locker darüber, was er bei Fenerbahce so verdient hat (wen es interessiert: es waren drei Millionen netto im Jahr).

Ich weiß nicht, mit wie vielen Profis man so eine Nummer hätte abziehen können - viele sind’s unter Garantie nicht. Ich habe nach dem Mainzspiel geschrieben: der tut nicht nur cool, der isses - das kann ich nur nochmal unterstreichen. Ich weiß, wie oft der Begriff „authentisch“ heutzutage verwurstet wird - aber Max Kruse ist so authentisch, dass neben dem Begriff im Lexikon sein Bild stehen könnte. Dabei ist er so wohltuend über- und unterkandidelt, dass man nur so mit den Ohren schlackert. Und wenn man das weiß, dann sieht man seine ganzen Eskapaden, man denke nur an die 75.000 vergessenen Euro in der Plastiktüte im Taxi (und das bei jemandem, der nach eigener Aussage noch nie Alkohol getrunken hat…) und seine Aktivitäten im Social Media-Bereich in einem anderen Licht. Das muss einem ja nicht alles gefallen und man muss auch nicht alles verstehen, aber es fällt dann leicht, das alles zu akzeptieren.

Im ersten Augenblick könnte man ja oft glauben, dass der Junge keine klaren Bilder sieht, aber es ist eigentlich das Gegenteil. Wenn man nur die Anforderungen im Profizirkus bedenkt und all die geschriebenen und ungeschriebenen Gesetze, an die sich gehalten werden muss, dann ist es erstaunlich, wie der da durchgekommen ist, ohne sich zu verbiegen bzw. auch verbogen zu werden oder zu scheitern. Das schafft man nicht ohne klare Bilder, der weiß schon ziemlich genau, was er tut und wenn’s mal 75.000 kostet, steht er dazu - und schämt sich doch ein bisschen deswegen, Gottseidank.Gegen Ende des Beitrags reden sie so ein wenig drüber, ob Max einer der besten Fußballer der Welt ist - er findet, dass er einer der besten Spieler in Deutschland hätte werden können, wenn er sich zielstrebiger, professioneller verhalten hätte, auch das ziemlich reflektiert, jedoch ohne großes Bedauern.

Unbestritten, das Potential wäre schon da gewesen, aber es gehören ja auch noch andere Faktoren dazu, die manchmal die ganz großen Karrieren fördern oder auch verhindern. Weil wir hier gerade darüber diskutiert haben: er wäre (und ist ja immerhin vierzehn Mal) gut genug gewesen für die „Mannschaft“, aber er gehört da eigentlich nicht rein, dazu ist er nun wirklich das krasse Gegenteil von glatt. Alle behaupten zwar, dass man solche Typen sucht und will, aber die Wirklichkeit sieht dann doch anders aus. Und wer weiß, wie gut ein zurechtgestutzter Max Kruse gewesen wäre? Nicht mal im Ansatz, würde ich sagen.

Und so übel ist seine Karriere ja nun wirklich nicht, finanziell wird er sicher saniert sein, ausreichend Spaß hat er on top gehabt (sportlich und privat) und, last but not least, den optimalen Spieler Max Kruse hätten wir Unioner wohl nur von Weitem gesehen und das wäre ja nun mal extra schade gewesen - und zwar für alle Seiten.Oliver Ruhnert hat schon ganz genau gewusst, dass der zu uns passt und wie er auch ihn davon überzeugt, zum Glück, denn Kruse fühlt sich schon sehr wohl bei uns, wir uns mit ihm - möge es noch lange so bleiben.

Keine Frage, es ist immer schwierig, einzelne Spieler so herauszustellen, aber ohne ihn wären wir in dieser Saison ziemlich sicher nicht international unterwegs - und Donnerstag geht es zu Feyenoord Rotterdam. Das wird (schon wieder) ein harter Brocken, doch wir müssen wohl was mitnehmen, wenn wir unsere Chancen in der Gruppe wahren wollen. Mal sehen, wie Urs Fischer rotieren lässt, da ja auch Sonntag schon wieder ein weiteres Auswärtsspiel in Stuttgart ansteht… Ob die hier so besungene Nummer 10 dabei sein kann, ist noch nicht raus - er hat nämlich ein Matschauge, wie er via Instagram zeigt. Aber für Stuttgart sollte es reichen. Sonntag halb acht sind wir schlauer! Und hoffentlich noch glücklicher, als wir es jetzt schon sind...

17. Oktober 2021: Drei Gründe für den Erfolg

Urs Fischer macht offensichtlich alles richtig.
Urs Fischer macht offensichtlich alles richtig.  © Torsten Silz/dpa

Icke: Wat'n los an der Alten Försterei? Ist Union wirklich schon eine Spitzenmannschaft wie Leverkusen oder die Rasenballsport BSG? Den Ergebnissen nach, ja. Dem Etat nach, nein. Also wat den nun?

Wir erwähnten es schon oft, Kontinuität heißt das Zauberwort. Und das meine ich speziell auf das Personal im Hintergrund gerichtet. An den Schnittstellen im Verein arbeiten seit Jahren, oft Jahrzehnten … Leute wie Zingler, Hintze, Kosche, Thieme, Arbeit, Schnell, Koch, Lesching, Ajax, Schlenne, Schmadtke und viele andere.

Bei Union kennt man sie alle, Kunststück, sind sie doch schon gefühlt ein ganzes Leben lang bei Union. Das ist Pfund 1. Pfund 2 sind die schon bekannten taktischen Kenntnisse und Kniffe von Übungsleiter Fischer, sowie die Einkaufspokerspiele ala Ruhnert. Ein drittes Pfund hat Union aber auch noch. Fischer versteht es wie kaum ein anderer Couch, vorhandene Spieler besser zu machen, als sie zu sein glauben.

Beispiele gefällig? Andrich und Friedrich entwickelten sich in einem unheimlichen Tempo und befinden sich zumindest – im ganz großen Blickfeld von Flick. Kruse fand zu alter gewohnter Stärke zurück, die ihn immerhin zum deutschen Nationalspieler machte. Awoniyi hätten wir nie für rund 6 Mio. bekommen, hätten Klopp und Co. schon gewusst, dass er auch am Fließband knipsen kann. Über Trimmel und Luthe müssen wir auch nicht reden, Trimmel schaffte gar mit weit über 30 die Rückkehr ins Nationalteam.

Einer aber hat uns Unioner selbst rechts überholt. Da gaben wir im Sommer noch, die für uns unglaubliche Summe von 3,5 Mio. aus, um Puchacz zu verpflichten, um das dann Gießelmann auf der linken Außenbahn spielt. Tore, Vorlagen, Bissigkeit, Flügelläufe… er zeigt in dieser Saison einfach alles!

Zählt man alle Pfunde zusammen, kompensieren sie die fehlende Penunse – im Vergleich zu den Betriebssportgemeinschaften aus Leverkusen, Wolfsburg, Hoffenheim und Leipzig auf eindrucksvolle Art. Im engsten Tennor-Kreis sieht man Union als Vorbild. Nach zahlreichen deftigen Portionen Lehrgeld (im wahrsten Sinne des Wortes), die man zahlten musste, statt investieren zu können. Analysten meinen, viel von der 374 Mio.-Spritze, sei nach dem Schuldenabbau, Abfindungen und sich in Luft aufgelöste Mio. durch Fehl-Investitionen – nicht mehr übrig. So man nun doch irgendwann ein Stadion baut, wäre wohl alles „durch-investiert“. Wobei wir hier wieder am Anfang des Themas wären, ist Union eine Spitzenmannschaft?

Gestern war Union jedenfalls in Halbzeit 1 den VW-Werken in vielem unterlegen. Aber Union hat gekämpft und hatte in der 2. Halbzeit das Glück des Tüchtigen. 3 Chancen und daraus 2 Tore gemacht, nennt man clever und effizient. Und da im 2. Abschnitt auch die Autobauer nicht mehr zulegten, war der Sieg am Ende sogar verdient.

Und wer schlussendlich noch irgendwelche Zweifel hatte, warum Hertha Lukebakio zu VW schickte, der bekam die Antworten beim Union-Spiel. Lukebakio blieb mehrmals, so ihm etwas komisch vorkam oder er verwundert war, einfach mal stehen und schaute zu. Mit deutschen Tugenden hatte das nichts mehr zu tun. Der deutsche Nachwuchs hat es sowieso schon schwer genug, Einsatzzeiten zu bekommen, ich denke wir benötigen in Kürze wieder eine Quote. Es rutschen einfach viel zu viele Talente durch, weil sie einfach nicht spielen!

Eine weitere Stunde der Wahrheit wartet am Donnerstag auf Union in Rotterdam. Der Europapokal ist zwar nicht ganz so wichtig wie die Bundesliga, aber er bringt Geld, Image und macht Spaß! 😊 Fußballherz, was willst Du mehr. Aber Vorsicht liebe Unioner! Lasst Euch von den Holländern nicht provozieren. Genau dafür sind sie bekannt. Wir wollen ein cooles Spiel, eine fröhliche Party und einen gelungenen Ausflug. Und wenn wir sogar mit mehr als 0 Punkten nach Hause fahren, umso besser!

Eiserne Grüße von Icke 😊

16. Oktober 2021: Ganz abgezockt die Radkappe zerschrammt!

Jubel nach dem Sieg.
Jubel nach dem Sieg.  © Matthias Koch/dpa

Unionfux: ​Bravo, Union!! Genauso macht man das - einen Gegner mit ganz klaren Vorteilen in Sachen Budget, Kader, Technik und Geschwindigkeit kaum zur Entfaltung kommen lassen, auf die seltenen Chancen warten und dann eiskalt zuschlagen! Sicher gab es in der ersten Hälfte das nötige Glück: bei Lukebakios Hundertprozentigen (danke, Pfosten!) und Philipps Fünfundachtzigprozentigen und keiner wirklichen eigenen Chance obendrein, da war das 0:0 zur Pause schon optimal und ließ wenigstens alle Möglichkeiten für die zweite Hälfte, die sich ja inzwischen mehr und mehr zu unserer besseren Hälfte entwickelt…

Kurz nach Wiederanpfiff dann die beste Kombination der gesamten Partie über Friedrich und Ryerson auf Kruse, der das Kopfballanspiel beispielhaft und kruselike verarbeitet und dann weiterleitet auf Haraguchi, der spielt sofort Awoniyi an und unser Knipser läuft perfekt und tunnelt den Wolfsburger Keeper, schon das sechste Tor von Taiwo, damit hat er schon jetzt seine letzte Saison übertroffen, wenn das so weitergeht...

Das ging schnell, entschlossen und sauber, Wolfsburg ohne Chance bei seiner ersten dicken Schramme auf der Radkappe. Dann macht der VfL mächtig Druck, wir kommen kaum aus der Abwehr, aber das disziplinierte Verteidigen hat die Mannschaft vom langjährigen Innenverteidiger Fischer fraglos gelernt, da machen alle mit und vereiteln die beste Chance des gerade eingewechselten Wout Weghorst (unvergessen seine letztjährige Klage über unseren schlechten Zerstörerfussball, tja, Wout, tut uns nicht leid), Eisvogel Luthe ist heute nicht zu überwinden. Aber wirklich gefährlich wird Wolfsburg nicht, auch wenn ein Gegner mit soviel individueller Klasse ja immer für ein Tor gut ist.

Und wieder bleiben die Jungs bei allem Stress geduldig und wach und dann ergibt sich auch die Gelegenheit zur Entscheidung: Awoniyi lässt Lukebakio abprallen (im wahrsten Sinne des Wortes), spielt auf Voglsammer, der sich sehr schön durchsetzt und butterweich auf Becker flankt - und dessen entschlossenen Kopfball kriegt Casteels erst hinter der Linie, zack, wieder hat die Goldene Hand von Urs Fischer zugeschlagen und zwei Einwechsler machen den Sack zu - vielleicht gewinnt die Bank ja doch nicht immer, aber immer öfter.

Die zweite Schramme ruiniert die grün-weiße Radkappe vollkommen, die verbleibenden rund zehn Minuten werden ziemlich souverän erledigt, Becker hat sogar noch die Möglichkeit auf das dritte Tor - doch es reicht auch so! Eine schlussendlich konzentrierte Leistung, eine hohe Effektivität (nur drei Schüsse aufs Tor!) und eine taktisch clever eingestellte und leidenschaftliche Truppe bringen den fünften Platz und sehr geschmeidige fünfzehn Punkte nach acht Spieltagen.

Nachdem Bayern am letzten Spieltag und Frankfurt diesmal zu Hause verloren hat, sind wir die zu Hause am längsten ungeschlagene Mannschaft in der Bundesliga!! Das war der optimale Auftakt in den Ochstober und das, wie ich finde, Bemerkenswerteste passiert ganz am Rande: der 1. FC Union schlägt den VfL Wolfsburg absolut verdient und abgezockt mit 2:0 und Presse, Funk und Fernsehen ist nicht die Spur verwundert darüber, mittlerweile ist das scheinbar business as usual... Das nenne ich mal "Angekommen 2.0"! Eisern!!

Titelfoto: Uwe Anspach/dpa

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