Union Berlin: Drei Spiele ohne Niederlage - was will Urs Fischer noch?

Berlin - Zwischen Schwärmerei und Kritik: Union Berlins Erfolgscoach Urs Fischer (55) ist trotz dreier Bundesliga-Spiele ohne Niederlage noch nicht ganz zufrieden.

In allen drei Bundesliga-Spielen dieser Saison konnte Union Berlin das 1:0 erzielen.
In allen drei Bundesliga-Spielen dieser Saison konnte Union Berlin das 1:0 erzielen.  © Andreas Gora/dpa

Nach zwei ordentlichen Unentschieden gegen Bayer 04 Leverkusen (1:1) und die TSG Hoffenheim (2:2), klappte es am Sonntag mit dem ersten Saisonsieg.

Der 1. FC Union Berlin gewann gegen Borussia Mönchengladbach durch Tore von Niko Gießelmann (29) und Taiwo Awoniyi (24) mit 2:1. Auf der Pressekonferenz nach dem Spiel war Urs Fischer stolz, aber nicht restlos zufrieden.

Vor allem die zweite Halbzeit machte den Trainer sehr glücklich. Seiner Einschätzung nach hat Union das Spiel im zweiten Durchgang "kontrolliert".

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Und nicht nur das, man sei darüber hinaus "wahrscheinlich dem dritten Tor fast näher" gewesen, als Gladbach dem Anschlusstreffer.

Als Fischer auf das so prächtig harmonierende Sturmduo Max Kruse (33) und Taiwo Awoniyi angesprochen wurde, fing er an zu schwärmen!

Max Kruse ist für ihn ein Ausnahmespieler: "Er sieht Situationen, die anderen eben nicht sehen." Genau so eine Situation erkannte Kruse vor dem 2:0 der Eisernen, als er Awoniyi mit einem Steilpass mustergültig in Szene setzte. Mit einem Sprint in die Tiefe hatte der Nigerianer den Zuckerpass quasi erst möglich gemacht.

"Taiwo wendet auf, attackiert immer wieder die Tiefe", freute sich Urs Fischer über die Stärke seines Stürmers.

Urs Fischer über Union Berlin: "Wir sind immer noch nicht da, wo wir sein wollen"

Unions Trainer Urs Fischer (55, r.) erkennt trotz des Erfolges auch Schwächen seiner Truppe.
Unions Trainer Urs Fischer (55, r.) erkennt trotz des Erfolges auch Schwächen seiner Truppe.  © Andreas Gora/dpa

Urs Fischer ist kein Mensch, der übertrieben euphorisch wird, wenn es mal läuft. Er will weiter an den Dingen arbeiten, die bisher nicht so gut klappen.

Mit der ersten Halbzeit war der Coach trotz früher Führung nicht zufrieden. Mit der spielerischen Qualität der Borussia kam Union nicht so zurecht: "Da hatten wir Mühe", hält Fischer fest.

Gegen den Ball klappte es dann nach einer taktischen Umstellung besser. Ein großes Manko sieht der Schweizer aktuell aber im Spiel mit Ball, das er als zu "hektisch" und "unpräzise" beschreibt.

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Wenn dann auch noch die nach Fischers Auffassung extrem wichtigen "Automatismen" fehlen, ist es schwer auch mal länger den Ballbesitz zu behaupten.

Insgesamt sieht Urs Fischer sein Team auf einem guten Weg, aber den muss es weiter beschreiten: "Wir sind immer noch nicht da, wo wir sein wollen."

Der Trainer hat wegen der anstehenden Länderspielpause jetzt zwei Wochen Zeit, um das zu ändern.

In der Bundesliga geht es für Union Berlin dann am 11. September (15.30 Uhr/Sky) weiter. Am 4. Spieltag empfangen die Eisernen den FC Augsburg.

Titelfoto: Andreas Gora/dpa (Bildmontage)

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