Union Berlin zittert sich eine Runde weiter: Awoniyi verdirbt Mannheimer Pyro-Party

Berlin - Glücklich in die nächste Runde! Der 1. FC Union Berlin hat die Hürde SV Waldhof Mannheim erst in der Verlängerung gemeistert. Die Eisernen siegten beim Drittligisten mit 3:1 (1:1/1:1) und stehen damit im Achtelfinale des DFB-Pokals.

Die kalte Dusche für Union-Kapitän Christoper Trimmel (2.v.l). Alexander Rossipal (l.) hatte Waldhof früh in Führung gebracht.
Die kalte Dusche für Union-Kapitän Christoper Trimmel (2.v.l). Alexander Rossipal (l.) hatte Waldhof früh in Führung gebracht.  © Bernd Thissen/dpa, Uwe Anspach/dpa

Alexander Rossipal hatte Waldhof vor 14.600 Zuschauern im heimischen Carl-Benz-Stadion früh in Führung gebracht (4. Minute). Kevin Behrens glich zum 1:1 aus (18.). Taiwo Awoniyi drehte mit dem 2:1 in der Verlängerung die Partie (94.), ehe Behrens mit seinem Doppelpack für den 3:1-Endstand sorgte (117.).

Wie erwartet ließ FCU-Trainer Urs Fischer beim dritten Spiel innerhalb von sechs Tagen rotieren. Der Schweizer änderte seine Startformation im Vergleich zum 1:1 beim VfB Stuttgart auf vier Positionen.

Stammkeeper Andreas Luthe saß nur auf der Bank, stattdessen durfte sich Herausforderer Frederik Rönnow mal wieder präsentieren. Kevin Behrens, Andreas Voglsammer, sowie Bastian Oczipka ersetzten zudem Taiwo Awoniyi, Niko Gießelmann und Rani Khedira (alle Bank).

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Getreu dem Motto "Never change a winning team" vertraute Waldhof-Coach Patrick Glöckner exakt jener Elf, die zuletzt ein 1:1 gegen den FSV Zwickau geholt hatte.

Mit zehn Minuten Verspätung angepfiffen, erwischte der Außenseiter einen absoluten Traumstart. Marc Schnatterers wuchtige Hereingabe ließ Rönnow direkt vor die Füße von Rossipal abprallen. Der Abwehrspieler musste nur noch einschieben - 1:0. Die frühe Führung für den Underdog (4.).

Die Aufstellung des 1. FC Union Berlin

Die Anfangself des SV Waldhof Mannheim

Kevin Behrens gleicht für Union Berlin aus

Unions Kevin Behrens (2.v.r.) jubelt mit seinen Teamkollegen Grischa Prömel (v.l.n.r.), Andreas Voglsammer und Bastian Oczipka über seinen Treffer zum 1:1.
Unions Kevin Behrens (2.v.r.) jubelt mit seinen Teamkollegen Grischa Prömel (v.l.n.r.), Andreas Voglsammer und Bastian Oczipka über seinen Treffer zum 1:1.  © Uwe Anspach/dpa

Union war noch gar nicht richtig auf dem Platz und lag schon hinten. Sie brauchten ein wenig, um den Rückstand aus den Kleidern zu schütteln, schlugen dann aber eiskalt zurück.

Sheraldo Beckers Flanke leitete Andreas Voglsammer per Kopf auf Behrens weiter, der den Ball volley in die Maschen drischte - 1:1. Die erste richtige Chance hatte der Favorit gleich genutzt (18.).

Mannheim ließ sich davon allerdings nicht aus dem Konzept bringen und suchte weiter den Weg nach vorne. Gerade über die Standards war der Drittligist durchaus gefährlich.

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Union hingegen versuchte es vor allem über den schnellen Sheraldo Becker, konnte sich aber - wie auch Waldhof - bis zur Pause keine weitere nennenswerten Chancen mehr herausspielen.

Auch nach dem Seitenwechsel hatte der Außenseiter mehr vom Spiel. Waldhof kam mit richtig Power aus der Kabine. Adrien Lebeau ließ gleich zwei Eiserne ins Leere laufen, bediente dann klasse Gillian Jurcher, der dann aber an Rönnow scheiterte (53.). Glück für den Bundesligisten.

Waldhof Mannheim zwingt Union in die Verlängerung, Awoniyi macht alles klar

Immer wieder zündelten die Fans von Waldhof Mannheim Bengalos.
Immer wieder zündelten die Fans von Waldhof Mannheim Bengalos.  © Uwe Anspach/dpa

Ein Zwei-Klassen-Unterschied war auch nach über einer Stunde weiterhin nicht zu erkennen. Beide Teams begegneten sich auf Augenhöhe.

Mit zunehmender Spieldauer übernahm Union mehr und mehr die Spielkontrolle, ohne wirklich zwingend zu werden. Erst in der 75. Minute wurde es noch einmalig brenzlig. Nach einer flach ausgeführten Ecke kam Robin Knoche zum Abschuss, den Dominik Martinovic gerade noch so von der Linie kratzen konnte.

Beinah wäre den Mannheimern ein Freistoß kurz vor Unions Sechzehner noch um die eigenen Ohren geflogen. Grischa Prömel lief allein auf das Tor zu, konnte im letzten Moment aber noch abgelaufen werden (84.). Weil aber auch der eingewechselte Taiwo Awoniyi in der Nachspielzeit die nächste große Möglichkeit vergab (90.+2), ging es in die Verlängerung.

Doch welch ein Glück, wer Awoniyi von der Bank bringen kann. Keine vier Minuten nach Wiederanpfiff war der Nigerianer zur Stelle! Prömel trieb den Ball nach vorne, der etwas glücklich beim Torjäger landete. Awoniyi verschaffte sich am Strafraumrand mit einer Drehung etwas Platz, fackelte nicht lange und setzte die Kugel in die lange Ecke - 2:1 für den Erstligisten (94.).

Den Underdog verließen nun spürbar die Kräfte. Sie wollten zwar, hatten dem Favoriten aber nichts mehr entgegenzusetzen. Stattdessen sorgte Behrens für die endgültige Entscheidung. Nach einem langen Ball setzte er sich klasse durch und zog sofort ab - 3:1. Somit ziehen die Eisernen etwas glücklich aber nicht unverdient ins Achtelfinale ein.

Eine große Verschnaufpause hat Union Berlin nicht. Bereits am Samstag (15.30 Uhr/Sky) empfangen die Eisernen in der Alten Försterei den Rekordmeister FC Bayern München. Waldhof Mannheim misst sich nur eineinhalb Stunden zuvor mit dem 1. FC Saarbrücken.

Titelfoto: Uwe Anspach/dpa

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