Union im Derby-Check: Tut Haraguchi seinem Ex-Klub weh?

Berlin - Derby-Time in der Hauptstadt: Ganz Fußballdeutschland schaut am Samstag (18.30 Uhr/Sky) nach Berlin, wenn der 1. FC Union Berlin und Hertha BSC im vollen Stadion An der Alten Försterei um die Stadtmeisterschaft kämpfen.

Für Union-Trainer Urs Fischer (55) und sein Team steht das Berlin-Derby gegen die Hertha vor der Tür.
Für Union-Trainer Urs Fischer (55) und sein Team steht das Berlin-Derby gegen die Hertha vor der Tür.  © Andreas Gora/dpa

Während viele Menschen ihr Bedenken wegen eines vollen Stadions in Zeiten extrem hoher Corona-Zahlen äußern, hält sich Union-Coach Urs Fischer (55) mit einer politischen Bewertung zurück. "Ich habe mich nie geäußert, ob es richtig oder falsch ist, dafür gibt es die Leute in der Verantwortung", sagte der Schweizer.

Stattdessen freut sich der 55-Jährige einfach auf ein Fußballfest vor frenetischen Anhängern: "Das ist das, was wir uns wünschen." Im ausverkauften Haus (22.012 Zuschauer) erwartet er eine "andere Wucht" als vergangene Saison beim Heimspiel in der leeren Försterei (1:1).

Die Form:

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Volle Unterstützung der Union-Fans wäre extrem wichtig. Denn auch, wenn die Eisernen vier Punkten mehr auf dem Konto haben und in der Tabelle über dem blau-weißen Rivalen stehen, lief zuletzt nicht alles glatt.

In den vergangenen sechs Pflichtspielen konnte der FCU nach 90 Minuten nie als Sieger vom Platz gehen. Im Liga-Alltag gab es zwei Remis und eine Niederlage, während in der Conference League gar zweimal verloren wurde. Lediglich im DFB-Pokal gelang gegen den SV Waldhof Mannheim ein 3:1-Sieg - allerdings erst nach Verlängerung.

Wer fehlt?

Für das Berliner Stadtderby sind beinahe alle Union-Profis fit. Definitiv ausfallen wird aber der an Corona erkrankte Kevin Behrens (30). Ein Fragezeichen steht hinter Verteidiger Paul Jaeckel (23), der sich am Donnerstag ein "bisschen kränkelig" fühlte, wie Trainer Fischer auf einer Pressekonferenz verriet.

Max Kruse ist rechtzeitig zum Derby gegen Hertha BSC wieder fit

Max Kruse (33) meldet sich zurück und will beim Derby zwischen Union und Hertha wieder voll mitmischen. (Archivbild)
Max Kruse (33) meldet sich zurück und will beim Derby zwischen Union und Hertha wieder voll mitmischen. (Archivbild)  © Matthias Koch/dpa

Zum Kader wird damit auch Offensivmann Max Kruse (33) gehören, der laut seinem Trainer auf jeden Fall ein "Thema für Sonnabend" ist. Der 33-Jährige habe "letzte Woche sehr gut an sich gearbeitet" und komplett am Mannschaftstraining teilgenommen.

Mit seinem Auge hat er sicher die Qualität, um das Hauptstadt-Duell durch einen genialen Pass oder einen feinen Abschluss zu entscheiden.

Das spricht für Union:

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Neben der Rückkehr des Spielmachers können die Köpenicker auch auf ihre Heimstärke bauen. Vor der 2:5-Niederlage gegen den FC Bayern München blieben sie zu Hause 21 Spiele in Folge ungeschlagen. Am Samstag soll gegen Hertha eine neue Serie gestartet werden.

Statistik:

Mit einem Sieg könnten die Ostberliner gleichzeitig für eine ausgeglichene Gesamtbilanz des Stadtduells sorgen. In den vergangenen acht Partien gewann nämlich dreimal die "Alte Dame" bei ebenfalls drei Unentschieden und zwei Siegen des FCU.

Gutes Omen: Beim einzigen direkten Bundesliga-Vergleich vor Zuschauern bejubelten die Rot-Weißen einen 1:0-Erfolg.

Genki Haraguchi findet Union "familiärer" als Hertha

Genki Haraguchi (30, l.) will mit seinen neuen Teamkollegen auch gegen seinen Ex-Verein jubeln.
Genki Haraguchi (30, l.) will mit seinen neuen Teamkollegen auch gegen seinen Ex-Verein jubeln.  © Andreas Gora/dpa

Ob Union auch diesmal vor voller Hütte die Oberhand behält, wird stark vom Japaner Genki Haraguchi (30) abhängen. Im Sommer sicherte der Geschäftsführer Profifußball, Oliver Ruhnert (50), die Dienste des ablösefreien Mittelfeldspielers, der nun im Derby auf ehemalige Kollegen trifft.

Haraguchi lief zwar 91-mal für Hertha auf, konnte die Erwartungen dort aber nie erfüllen. Ganz anders sieht das jetzt in Köpenick aus, wo ihn Manager Ruhnert als "einen der bisherigen Gewinner der Saison" sieht, wie der Kicker in seiner gedruckten Donnerstagsausgabe berichtet.

Der frühere Flügelflitzer spielt unter Trainer Urs Fischer - anders als bei der Hertha damals - im zentralen Mittelfeld, wo er förmlich aufblüht. Ihm gelangen bereits vier Torvorlagen - zwei davon in den beiden vergangenen Begegnungen.

Der Mann hat aktuell einen Lauf, mit dem er seinem Ex-Klub am Samstag ordentlich Schmerzen bereiten könnte.

Abgesehen von seinen sportlichen Leistungen fühlt sich der Neuzugang offenbar generell pudelwohl in Köpenick. Für ihn ist der 1.FC Union "familiärer" als der Rivale aus Westberlin.

Was dem japanischen Nationalspieler noch fehlt, ist ein eigener Treffer im Trikot der Eisernen. Wer weiß, womöglich klappt es ausgerechnet am Samstag gegen seinen Ex-Verein? Das wäre eine Geschichte...

Titelfoto: Andreas Gora/dpa (Bildmontage)

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