Union-Keeper Luthe über Dauer-Streitthema VAR: "Das Spiel ist anders geworden"

Berlin - Spätestens seit dem fragwürdigen Elfmeterpfiff gegen den FC Schalke 04 ist der Videobeweis wieder einmal in aller Munde. Werders Roger Assalé (28) kam in der vierten Minute der Nachspielzeit nach einem maximal minimalen Kontakt zu Fall. Schiedsrichter Tobias Stieler (40) ließ erst weiterspielen, schaute sich die Szene nach einem Hinweis aus Köln aber nochmal an und zeigte letztendlich auf den Punkt - zum Unverständnis der Schalker.

Andreas Luthe (34) ist beim 1. FC Union Berlin die klare Nummer eins.
Andreas Luthe (34) ist beim 1. FC Union Berlin die klare Nummer eins.  © Silas Stein/dpa

Auch Medien und Experten sind sich einig. Das war doch kein Foul. Später ist gar von einem Witz-Elfmeter die Rede.

Der Videobeweis geht in der Bundesliga nun schon in sein fünftes Jahr. Die Diskussionen sind seitdem nicht weniger geworden. Unions Nummer eins Andreas Luthe (34) sieht die Einführung des Videoschiedsrichters dennoch insgesamt positiv.

"Meine Meinung war eigentlich immer, dass der VAR den Fußball insgesamt gerechter macht", sagte der Keeper des 1. FC Union Berlins beim Ran-Interview.

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Der 34-Jährige hatte am Wochenende selbst vom VAR profitiert. Beim Stadtderby hätte sein Patzer Hertha BSC beinah zurück ins Spiel gebracht. Weil aber Krzysztof Piatek (26) in der Entstehung des Tores durch Petar Pekarik (35) zuvor haarscharf im Abseits gestanden hatte, zählte der Treffer nicht.

"Die Diskussionen sind andere geworden, wenn man sich die Szenen noch tausendmal anschauen kann. Als Spieler kommt es ja durchaus vor, dass du zwei, drei Minuten in der Kälte stehst, bis eine Entscheidung getroffen wird", so der Torhüter.

Luthe jubelt immer zweimal

Auch beim 2:0 durch Christopher Trimmel (34) gab es schon Videoschiedsrichter, die später auf Abseits entschieden haben. Der im Abseits stehende Grischa Prömel (25) berührte die Kugel zwar nicht, ging aber aktiv zum Ball. "Manchmal profitierst du, manchmal bist du der Verlierer bei solchen Entscheidungen. Das Spiel ist anders geworden, dass muss man einfach sagen."

Was gerade die Stadiongänger am meisten stört, ist, dass der Videobeweis das schönste Erlebnis genommen hat: den Torjubel. Luthe hat dafür einen speziellen Trick. "Ich habe mir angewöhnt, zweimal zu jubeln. Einmal, wenn es in Echtzeit passiert, und wenn es am Ende per Videobeweis bestätigt wird. Das kann ich nur empfehlen."

Titelfoto: Silas Stein/dpa

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