Union Berlin wehrt sich nach Orban-Besuch: "Bewerten den Besuch nicht politisch"

Berlin - Der 1. FC Union Berlin hat sich nach der Kritik an dem Besuch von Ungarns Ministerpräsidenten Viktor Orban (59) im Stadion An der Alten Försterei verteidigt.

Nach dem Besuch von Viktor Orban (59) sieht sich der 1. FC Union Berlin Kritik ausgesetzt.
Nach dem Besuch von Viktor Orban (59) sieht sich der 1. FC Union Berlin Kritik ausgesetzt.  © Britta Pedersen/dpa, Matthias Koch/Deutsche Presse-Agentur GmbH/dpa

"Es gab ein offizielles Schreiben der ungarischen Botschaft mit der Bitte, ein privates Treffen eines ungarischen Nationalspielers zu ermöglichen. Dieser Bitte sind wir nachgekommen. Wir haben ihn nicht offiziell empfangen", sagte Unions Kommunikationschef Christian Arbeit am Mittwoch bei der Pressekonferenz vor dem Europa-League-Spiel gegen Malmö FF.

Orban hatte sich am Dienstag mit Unions Mittelfeldspieler Andras Schäfer (23) in einer Loge des Stadions getroffen und anschließend davon zahlreiche Social-Media-Postings abgesetzt. Auch ein Union-Trikot wurde überreicht.

Auf den Bildern waren neben Schäfer auch Arbeit und Michael Parensen als ranghohe Union-Mitarbeiter zu sehen. In den sozialen Netzwerken hatte der Bundesliga-Tabellenführer auch von eigenen Fans dafür starke Kritik geerntet, da die Politik Orbans nicht mit den in der Satzung festgeschriebenen Werten vereinbar sei.

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"Man bewerte den Besuch nicht politisch", machte Arbeit klar. "Viktor Orban war nicht undercover in Deutschland, er war auf einem offiziellen Staatsbesuch", stellte der Union-Geschäftsführer fest. Die Visite in Köpenick ereignete sich an dessen Rande. Der Verein selbst habe keine Aktivitäten mit Orban unternommen.

Eine Auswertung des Besuchs und der medialen Folgen werde man wie bei allen anderen Entscheidungen auch vornehmen, kündigte Arbeit an.

Titelfoto: Britta Pedersen/dpa, Matthias Koch/Deutsche Presse-Agentur GmbH/dpa

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