Wirbel um Awoniyi-Transfer: "Verpflichten keinen, der 7,5 Millionen Euro Ablöse kostet"

Berlin - Kaum verpflichtet und schon ist Tymoteusz Puchacz (22) den Titel als Rekordeinkauf wieder los. 3,5 Millionen Euro überwies der 1. FC Union Berlin an Lech Posen. So viel hatten die Eisernen noch nie für einen Spieler ausgegeben - bis am Dienstag die Rückkehr von Taiwo Awoniyi (23) perfekt gemacht wurde.

Unions Taiwo Awoniyi (23, l.) im Zweikampf mit Leverkusens Jonathan Tah (25, r.). Die Liverpool-Leihgabe kehrt zu Union zurück.
Unions Taiwo Awoniyi (23, l.) im Zweikampf mit Leverkusens Jonathan Tah (25, r.). Die Liverpool-Leihgabe kehrt zu Union zurück.  © Andreas Gora/dpa-Pool/dpa

Englischen Medienberichten zufolge sollen die Köpenicker für den Nigerianer gar richtig tief in die Tasche gegriffen haben. Stolze 7,5 Millionen Euro soll der FC Liverpool erhalten haben.

Das würde den Sturmtank zum mit Abstand teuersten Spieler der Klubgeschichte machen. Wie üblich verrieten weder Liverpool noch Union die Ablöse, Manager Oliver Ruhnert (49) stellte aber im Gespräch mit dem kicker klar: "Wir verpflichten keine Spieler, die 7,5 Millionen Euro Ablöse kosten."

Klar ist: Billig dürfte Awoniyi nicht gewesen sein.

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Sein Marktwert liegt bei circa fünf Millionen Euro. Selbst wenn die Reds den Wandervogel (sieben Vereine in sechs Jahren) unter dessen Marktwert verkauft haben sollten, dürfte eine Ablösesumme in Millionenhöhe auf jeden Fall fällig geworden sein.

Denkbar ist auch, dass noch Bonuszahlungen - wie nach einer bestimmten Anzahl an Einsätzen oder dem Einzug ins internationale Geschäft - fällig werden. Spätestens dann wird der 23-Jährige Puchacz ablösen - wenn es nicht schon längst geschehen ist.

Bundesligisten wollten Taiwo Awoniyi verpflichten

Taiwo Awoniyi (23, l.) gelangen vergangene Saison fünf Tore und drei Assists.
Taiwo Awoniyi (23, l.) gelangen vergangene Saison fünf Tore und drei Assists.  © Carmen Jaspersen/dpa

Dass den Berlinern ein solcher Transfercoup gelungen ist, kommt dennoch durchaus überraschend. Auch andere (finanzkräftigere) Vereine hatten sich um Awoniyi bemüht. Zudem hatte der Torjäger erstmals eine Arbeitserlaubnis für die Insel bekommen, hätte also auch in der Premier League spielen können.

Unions Vorteil: Der Stürmer fühlt sich in Köpenick pudelwohl.

"Ich weiß gar nicht, ob es ohne dieses Ausleihjahr überhaupt eine Option gewesen wäre, ihn zu bekommen", sagte Ruhnert und ergänzte: "Wir sind beharrlich drangeblieben. Es gab auch andere Optionen, genügend andere Möglichkeiten, nicht zuletzt auch aus der Bundesliga, wo Taiwo hätte hingehen können."

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Der Goalgetter entschied sich aber für die Hauptstadt und will an seine starken Leistungen anknüpfen. Hätte er sich im Februar nicht einen Muskelbündelriss zugezogen, wäre die Bilanz von fünf Toren und drei Vorlagen in 21 Spielen vermutlich noch besser ausgefallen.

"Ich freue mich, nach den vielen Leihstationen in den vergangenen Jahren nun endlich anzukommen und ein Zuhause zu haben. Union habe ich so viel zu verdanken, und dass ich jetzt fest verpflichtet worden bin, macht mich glücklich und stolz", sagte Unions mittlerweile schon 13. Neuzugang.

Titelfoto: Andreas Gora/dpa-Pool/dpa

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